Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-06-01 · 3 (Juni 1844) · p. Seite 114

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
3 (Juni 1844)
Date
1844-06-01
Page
Seite 114 (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2744856-2744857-2744862--0133-2745073
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

114 Die Epoche des MaccabSerkampfes und die heutige Zeit. loszusagen; nur ein einzelnes, alleinstehendes Gebot hatten fie ihrer Meinung nach aufgegeben. Diese ihre Gesinnung trat nun offenbar an jenem Schlachttage unter Nicanor hervor, bei welcher Gelegenheit nun ihnen endlich die Augen über ihren eignen Standpunkt geöffnet wurden. Sie wollten wenigstens am Sabbath als dem „von dem Msehenden mit Heiligkeit ausgezeichneten Tage"*) nicht gegen ihre Brüder kämpfen. „Wer hat euch geboten den Sabbath," fragte Nicanor. „Der Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat," antworteten sie. „Auf Erden bin ich Herrscher, und da habet ihr nur meinen Befehlen zu gehorchen"**): in diesen Worten Nicanors lag eine natürliche Consequenz. Sie hatten um Andern gleich zu sein, sich von dem Gesetze Gottes losgesagt, und was von der Beschneidung das Mußte folgerecht von jedem Gebote gelten. Wir kommen nun zu den Sprüchen in Daniel und bemerken, daß unter dem dortigen »Ufip rrn?» heiliger Bund" die Beschneidung gemeint sei. Als „Bund wird sie bereits bei ihrer ersten Einsetzung in dem Befehle an Abraham bezeichnet. Und Gott sprach zu Abraham: „Du sollst meinen Bund beobachten, Du und Deine Nachkommen nach ihren Geschlechtern. Dieses ist mein Bund, den Ihr beobachten sollt, es werde bei Euch jedes Männliche beschnitten.... Und mein Bund soll sein in Eurem Fleische zum ewigen Bündnisse." (Ge». 17, 9. 10. 13.) Das Epithel heilig" hat die Beschneidung nach der ihr beigelegten Wichtigkeit und da sie als göttliches Abzeichen und als Glaubensbekenntniß angesehen wurde, erhaltm; und tritt diese Benennung in dem alten bei der Beschneidung gesprocheneil Segensspruche hervor. Dieser Spruch scheint aus der Maccabäerzeit herzustammen und hat auf sie deutlichen Bezug. Er lautet: "iM -I3ip? |3 bv_ trip rvh? nftq onn Dip ■hatpa psnj 1P3Q "ppj t) nntp'p iriNtp nnn; fpsn1? ***) njs 'N nm- „Er heiligte den Geliebten (Ausdruck filr die Gesammtheit, vgl. Jes. 44, 1. 2.), legte das Gesetz in sein Fleisch und besiegelte seine Sprößlinge mit dem Zeichen des heiligen Bundes, darum befiehl (oder „befahl") zum Lohne dafür, lebendiger Gott, unser Antheil, unser geliebtes Kind vom Verderben zu retten. „Lebendiger Gott" der Gegensatz des durch Antiochus eingesetzten Götzenjupiter; „unser Antheil" im Gegensatz zu Jenen, die *) Vgl. II. Macc. IS. 1-5. **) Daselbst. ***) Es find hier zwei Lesearten, und t) Vgl. Tractat Sabbat f. 137.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.