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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-06-01 · 3 (Juni 1844) · p. Seite 113

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
3 (Juni 1844)
Date
1844-06-01
Page
Seite 113 (sequence 27)
Language
German
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Die Epoche des Maccabäerkampfes und die heutige Zeit. 113 einen Stoß erlitten hatte, wieder herzustellen. Der Verrächer Eljakim schmeichelte anfangs den Frommen, und es gelang ihm sechzig in seine Gewalt zu bekommen, die er hinrichten ließ. Juda aber, der ihm von vornherein nicht gettaut, setzte gegen ihn und seinen Anhang, so wie gegen die mit ihm verbundenen Griechen, den Kampf fort. Er erfocht zwar mehrere Siege; aber noch immer waren die Juden unter sich gespalten, und hielt es ein nicht unbedeutender Theil mit jenen Abtrünnigen. Doch kämpften mehrere jüdische Parteigänger nur ungern gegen ihre Brüder, und als sie einst am Sabbath angreifm sollten, baten sie den Feldherrn Nicanor, daß er sie doch heute verschonen solle. Wer Nicanor zwang sie zum Kampfe, der mit einer schmählichen Niederlage und seinem Tode endigte. *) Wir haben nun den Vorhang weggezogen, und es stehen uns jene Begebenheiten und ihre geheimen Triebfedern, die Zeitverhältnisse nebst den Beziehungen im Buche Daniel, klar vor Augen. Als das vorzüglichste Mittel, das Judenthum zu untergraben, betrachteten jene Abgefallenen die Abschaffung der Beschneidung. Welches Mottv sie überhaupt leitete? „Wir wollen sein, wie die Völker der Erde: wir müssen für das Judenthum Manches erdulden und erttagen, werden durch Haß von mißen von mancher Seite beeinttächügt: so wollen wir uns denn aufgeben und Eines sein mit Jenen, und jeden Schein von Selbstständigkeit fliehen." Diese ihre Absicht durchschauten die Einsichtigeren bald, und darum widersetzten sie sich vom Anfänge an, und gaben freiwillig ihr Leben hin, als die Abschafftmg der Beschneidung zum tyrannischen Gesetze wurde. Aber selbst unter den gräcisirten Inden gab es Parteien. Ein großer Theil von ihnen, der über die Folgen entweder aus Gleichgültigkeit oder aus Leichtsinn, oder weil ihm überhaupt die Einsicht mangelte und er sich von einigen Stimmführern leiten ließ, nicht nachdachte, erkannte nicht, worum es sich handle. So meinten sie dann, daß die Beschneidung nur ein vereinzeltes Gebot wie manche andere sei: sie gaben hierin nach, schafften die Beschneidnng ab, und so wurden sie zur griechischen Partei gerechnet, da dieses als Zeichen für diese Partei galt. Sie hatten aber übersehen, in welchen Abgrund sie sich gestürzt: sie ahnten nicht, daß sie nun als offenbare Feinde ihrer am Glauben hängenden Brüder austreten, gegen sie die Waffen ergreifen, gegen sie zu Felde ziehen und ihnen unsägliche Leiden verursachen werden. So war auch ihre Absicht nicht, sich völlig vom Glauben zu ttennen, von den ererbten, väterlichen Gesetzen sich ganz *) Vgl. II. Macc. 15, 1—5.

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