Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 3 (Juni 1844)
- Date
- 1844-06-01
- Page
- Seite 110 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2744856-2744857-2744862--0129-2745069- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
110 Die Epoche des Maccabäerkampfes und die heutige Zeit. Wir gehen nun auf die Geschichte jener Zeit, mit der manche heutige Bewegung im Judenthume viele Aehnlichkeit hat, näher ein. Sckammai folgend, mit jedem Tage die Lichteranzahl, indem er für sich anführte, daß dieses auch am Suceot in Betreff der täglichen Opferstiere stattgefunden." Wir haben die Meinung des Herrn Verf. gegeben, die unbezweifelt auf den Beifall des wissenschaftlichen Lesers, sowohl hinsichtlich dessen, was über den religiösen Charakter der Feste überhaupt, als was über die Chanukafeier gesagt wurde, rechnen darf. Daß bei letzterer die Beleuchtung, also die Tempelweihe, den vorzüglichsten Inhalt des Festes machte, und dieses ein religiöses war, ist schon aus Joseph, (vgl. oben) einigermaßen zu ersehen, und gehet noch mchr hervor aus der legendenhaften Sage, die Talmud ibid. angeführt, und in welcher der Sieg der Maccab. ganz übergangen, nnd die Feier an das wunderbare Auffinden des Oeles zum heiligen Leuchter angeknüpst wird. Es dürfte aber bei weiterem Eindringm in das Verhältniß des Volkes und der sie vertretenden Peruschim zu den HaSmonäern sich noch ein andrer Aufschluß über den rein religiösen Charakter, den dieses Fest annahm, ergeben. Volk und Peruschim hatten unstreitig viele Ursachen, mit der Regierung des Hauses der Hasmonäer seit dem Tode des Johann Hyrkan (und schon während dessen letzten Regierungsjahre) unzufrieden zu sein; auch mochte man nicht billigen, daß mit der Hohenpriesterwürde die Königswürde vereinigt sei: diese kam bloß dem Hause Jehuda zu (vgl. Ramban zu Genes. 49, 8.). — Der Unwille über die unwürdigen Nachkommen mochte daher das Verdienst der Vorfahren, auf das sie unbezweifelt stolz waren und in ihm einen Grund für ihre Herrscherlaunen suchten, nicht gern hervorheben, und so bezog man die Feier vorzüglich aus die Wiedereinweihnng des Tempels, und wurde das Andenken an Jene mehr zurückgedrängt. — Durch dieses Verhältniß wird auch Aufschluß über die eingesetzte Halbfeier, als man dahin gelangte, daß man in Urkunden, die man allgemein nach dem Negierungsjahre des jeweiligen hasmonäischen Königs bezeichnete, bei dessen Namen nicht hinzusetzte p^y (zum höchsten Gotte). Vgl. Rosch. Haschana f. 18., wo zwar der Titel angeführt wird: jrD prTP ]Vby Hohepriester zum ff.; allein da der Hohepriester auch König war, so gilt die Benennung für beides, und tritt auch der erwähnte pffli im Talmud immer nur unter der Benennung ji"D auf. Die daselbst angegebene Ursache der Halbseier ist ziemlich ungenügend; hingegen ergibt sie sich vollkommen aus obiger Bemerkung, und war diese Weglassung des p^y ein über das Königthum errungener Sieg, das nun nicht mehr als ein göttliches betrachtet wurde. Hierdurch erklärt sich auch die höchst auffallende Erscheinung, daß im ersten Buche der Maccab. niemals das Wort xuptog oder -ßeög (nach dem aler. Terte) vorkömmt. Der Verf. (über dessen Lebenszeit ebenfalls hierdurch Aufschluß wird; er muß (gegen Grotius) entweder zu Ende der Regierung Johann Hyrkans, oder, was wahrscheinlicher, unter dessen Nachkommen gelebt haben) wußte schon von jenem Verbote, das nach Obigem sich natürlich noch weiter als auf gewöhnliche Geschäftsurkunden erstreckte, und suchte daher jede heilige Benennung zu vermeiden. (Er hat gewöhnlich obpavöq* selbst das gewöhnliche Danklied 071$^ *0 21V ’O 'flb Hin HDn wandelt er (4, 24) in eh obpavbv orc xdXov ff. um. Noch prägnanter ist 13, 42: dort wird gesagt: das Volk" fing an in Schuldbriefen und Verträgen zu