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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-06-01 · 3 (Juni 1844) · p. Seite 108

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
3 (Juni 1844)
Date
1844-06-01
Page
Seite 108 (sequence 22)
Language
German
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108 Die Epoche des Maccabaerkampfes und die heutige Zeit. feine Siege, hin seine Siegestrophäen, verloren sein selbstständiges Sein in der Reihe freier Völker, verloren ihm das Land, das es sein Eigenthum, das Erbtheil der Väter nannte, zerstört sein Tempel, in welchem einst die Gottheit thronte! Aber ihm ist ein geistiges Gut geblieben; seine Lehre, sein Glaube, den es allenthalben mit sich tragt, *) der nicht einer besonder» Stätte bedarf, nicht an ein Land gefesselt ist, nicht auf dem heimatlichen Boden nur gedechet: von Gott empfangen, wohnt er in unserem Geiste, begleitet er uns allenthalben hin, beschränkt ihn nicht Raum und Zeit. Und weil Israels Bestimmung ein religiöses Sein war, darum seine Feste auch religiös, und so behalten sie für alle Zeiten ihren ursprünglichen Werth. Wären unsere Feste politischen Urspmnges, Andenken erfochtener Siege über den Feind, Eroberungen und gewonnener Schlachten; welche Ironie läge in solcher Feier, sie hätten schon lange der Vergessenheit übergeben werden müssen! Und so gilt denn auch das Chanukafest -nicht den Siegen der Maccabäer mit ihrer Tapferkeit und Beharrlichkett, obschon sie noch bis jetzt hohe Bewunderung erregt. Rur der Tag des Sieges über den griechischen Feldherrn Nicansr wurde in feierlichem Andenken erhalten, da ein religiöses Moment sich daran knüpft: es hatte nehmlich Nicanor in stolzer, übermüthiger Rede sich vermessen gegen Gott und Heiligthum, das er in prahlerischer Gewißheit des von ihm zu erfechtenden Sieges der Entweihung und Plünderung preisgeben wollte. **) Aber auch diese Feier gerieth bald in Vergcffenheit, und nur des Fest der Tempeleinweihung verblieb als rein religiöses Moment. Auch die Weise, wie dieß Fest gefeiert wurde, erinnert an den religiösen Zweck. Durch eine solenne, achttägige Beleuchtung wurde die Freude über die Wiedererlangung des Heiligthums ausgedrückt, und diese Feier soll auch bei der Nachkommenschaft sich erhalten. ***) *) Das. nun *ieo nrcr6 -p'nir^ moi **) L Maccab. 7, 34 47-49. Megilat Tacmit c. 12. ***) Daselbst 4, 59. (Josephus Alterthüm. B. 12. K. 7., §.?., nennt dieses Fest $a>Ta, Lichtfest, und spielt mit der Etymologie von pavTjvai, „da über alles Erwarten die Hilfe erschienen (ausgestrahlt) sei." (ix tou 7rap* iXmdag rauryv Tjfiw <pav5}vai ryv igouotav.) Philo und Josephus haben oft den griechischen Leser zu sehr im Auge, und kümmern sich nicht, ob die Etymologie dem Hebr. gemäß sei; (ersterer war bei seiner gänzlichen Unbekanntschaft mit der hebr. Sprache hierüber keines Urtheils fähig; und auch Josephus scheint keine gar zu große Kunde dieser Sprache gehabt zu haben, oder wollte er, da er sein Buch nicht ohne Absicht schrieb, sie nicht benutzen). Die eigentliche Benennung wäre eyxafria, vgl. I. Macc. 4, 59 und so rottn allgemein in Mischna und Talmud. Doch mochte auch die Benennung:

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