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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-06-01 · 3 (Juni 1844) · p. Seite 107

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
3 (Juni 1844)
Date
1844-06-01
Page
Seite 107 (sequence 21)
Language
German
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107 Die Epoche des MacccibäerkcimpfeS und die heutige Zeit. mannigfaltigen Manifestationen des strebenden und fiir Höheres erglühenden und ausführenden Geistes wiedergeben. Darum theilt sie auch nicht nach dem Bestehen der äußern Kraft und Macht den Lorbeer aus: die Idee, die Begeisterung ist in ihr das Lebende und Waltende; und es gibt eine späte Zukunft oft noch Aufschluß über die frühe Vergangenheit; zeigt, wie deren Wirkungen sich auf Jahrtausende hinaus erstrecken, die Grundlage bilden, auf die die entferntesten Geschlechter fortbauen. Dem Glauben, der Idee gilt auch das Fest, das noch heutigen Tages zum Andenken jener Begebenheit gefeiert wird: das Chanukafest. Es knüpft sich wie sein Name besagt, an die Tempelweihe, an die Reinigung von dem von frecher Hand daselbst aufgestellten Götzenbilde und die Wiedereinrichtung des Dienstes des einzigen, lebendigen Gottes: es kündigt sich also nicht als politisches, sondern als religiöses Fest an. Dieses Gepräge tragen überhaupt alle unsere Festtage, sie sind uns nur nach den göttlichen Erinnerungen geheiligt, die sie in sich schließen, nach ihrer unmittelbaren Beziehung zu der religiösen Idee. Wir feiern das Pesachfest als Andenken dessen, was Gott in Egypten fiir uns vollführt, und daß wir damals angefangen sein Volk zu sein. Das Schebuot- (Wochen-) Fest erweckt in uns das dankbare Gefühl für den, der durch sein Wort dem Himmel gebietet! „daß er Thau und Regen herabsende, und der Erde, daß sie ihre Frucht gebe;" und es reihet sich hieran unsere tieffte Erkenntlichkeit ob des noch höheren Geschenkes der göttlichen Lehre, die uns an diesem Tage geoffenbart wurde. Auch das Succot- (Laubhütten-) Fest spricht einen solchen Dank und die Erinnerung an den Aufenthalt in der Wüste, und wie der Herr wunderbar gesorgt und erhalten, aus. Ein solches Ziel setzt sich ebenfalls das Chanukafest: cs legt den vorzüglichsten Wetth auf den religiösen Sieg, erzählt, wie sich die religiöse Existenz daran geknüpft. Und in der Religion liegt doch auch unser Bestehen, in ihr unsere Bestimmung: sie bildet unfern Beginn und unsere Dauer. Als Volk haben wir schon lange aufgehört zu sein, unser nationales Bestehen ist seit vielen Jahrhunderten aufgelöst; aber unsere religiöse Selbstständigkeit haben wir aus allen Stürmen der Zeiten, aus allen Bedrängnissen der Vergangenheü, aus allen Brandungen und Klippen der Leiden und Verfolgungen gerettet. — „ Was ist Israel von seiner frühem Herrlichkeit verblieben?" fragt ein aller Lehrer.*) Hin sind *) Siphra zu Lev. 26,44. ttbni O8I22 8^ bx'm)W'b Dnb N"Nt^ flöl dhd ibto’3 nnb wrow roto nun» bo 8*

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