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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-06-01 · 3 (Juni 1844) · p. Seite 103

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
3 (Juni 1844)
Date
1844-06-01
Page
Seite 103 (sequence 17)
Language
German
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lieber die projcctirte Rabbinerversammluag. 103 Stellung ihnen die Fürsorge für den Glauben ob. Und welcher Stoff liegt hier zur Verarbeitung vor, welche flir die Folge einflußreichen, wenn auch in der Gegenwart mit minderem Pompe sich ankündenden Resultate können hier gewonnen, wie viel Gehaltreiches aus den Schachten des Judenthums an den Tag gefördert, wie viel für Veredlung des Rabbinerthums selbst geleistet werden? Für das Rabbinerthum! nicht nach der einflußreichen Stellung, die ihm etwa eingeräumt werden soll, sondern nach seiner Verpflichtung, nach seinem eigentlichen Wesen, nach der ihm vorgezeichneten hohen Bestimmung. Das Studium ist Leben und Licht im Judenthume. Befragen wir, was Reformen so dringend mache, so sind es vorzüglich die Zeitverhältnisse, der Andrang äußerer Umstände, mit denen wir durch den Glauben in einen schweren Conflict gerathen. Es müssen Reformen ins Leben treten, und sie werden sich Bahn brechen, da Alles zu ihnen drängt; aber wohl ist es heilige Pflicht hinzuwirken, daß Liebe zum Judenthume zurückbleibe, daß den Zeitverhältnissen und dem Zeitgeiste nicht das Edlere und Bessere geopfert werde. Nicht alle Zeiteinflüsse haben einen höhern Ursprung; wir wollen nicht gegen den Geist unsrer Zeit freveln, aber auch nicht seine Mängel verkennen: es wird vorübergehenden Eindrücken, wird dem Genüsse und dem momentanen Vortheile viel nachgcgeben, geht in der unaufhörlichen Hast Manches für Erhebung, für tieferes Auffaffen verloren. In dieser Hinsicht nun will das Judenthum über der Zeit stehen, kann es nicht die einschmeichelnde und gefällige Form annehmen, die es für jeden beliebigen Gebrauch accommodire: ist doch dieses überhaupt der Kampf, den stets der Glaube mit dem Leben eingeht. Daß man von vielen Seiten sich dem Zeitgeiste auch nach seiner verwerflichen Seite hingibt, ist die Folge des erloschenen Studiums, der Unkenntniß des Judenthums. Wie dieses seit mehreren Decennien verwässert wurde, wie schaal man seinen Inhalt der Jugend und dem Volke hinreichte, ist bekannt. Das Judenthum Miß wieder liebgewonnen werden durch Erkenntniß, durch Wissen. Der Rabbiner soll, wie es die alte Zeit erheischte, Gelehrter sein, vertraut mit den Fächern der von ihm vertretenen Wissenschaft. Die Wissenschaft gibt Liebe, und drängt doch das Judenthum deshalb auf das Wissen; darum muß auch der heutige Rabbiner der Mann seines Faches sein, durch Forschen an der Quelle und Gründlichkeit es in sich ausgenommen haben: und stehen ihm Wahrheit und Charakterstärke zur Seite, gibt er sich nicht feil hin, und bringt einem eitlen Lobe und dem Scheine der Auftlärung sein besseres Theil zum Opfer, dann wird er die Wissenschaft liebgewinnen,

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