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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-06-01 · 3 (Juni 1844) · p. Seite 99

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
3 (Juni 1844)
Date
1844-06-01
Page
Seite 99 (sequence 13)
Language
German
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lieber die projeetlrte Rabbinerversammlung. 99 für die Nahrung, sie kämpften gegen Armuth, und ihre Erhebung, ihre Erholung war die Lehre und das Wissen. Sie wollten nur sein für ihr Volk, daß unter ihm das Gesetz erhalten werde und sein Name sich nicht verliere; sie verlangten von ihm keinen Lohn, erharrten ihn auch nicht, sie waren bei mancher menschlichen Schwäche, Männer, deren redlichem Eifer auch das aufgeklärtestes!) Zeitalter seine Achtung nicht versagen kann; sie standen, wo es zu leiden und zu ertragen galt, an der Spitze und hielten aüftecht die geistige Kraft des Volkes. Laßt uns redlich genug sein, ihnen diese Anerkennung zu zollen; laßt uns nicht, weil wir uns so weit vorgerückt dünken, ihnen die Gerechtigkeit verweigem, die ihrem großartigen Charakter gebührt; wir wollen nicht, um den Schein des Zelotismus zu meiden, mit der Wahrheit zurückstehen: diesen Männern gebührt, wenn wir sie nicht einseitig auffassen und nur oberflächlich bei den Erscheinungen der Zeit vorübergehen, Ehre. — Es gehet also dem Judenthume eine formelle Bedingung allgemeiner Reformen ab; der Beginn, von wo aus sie sich gewöhnlick Eingang verschaffen, der Widerwille gegen die die Religion vertretenden Priester und Lehrer, kann im Judenthume sich nicht geltend machen. Der Hinblick auf das Leben dieser Männer erweckt vielmehr Pietät, und fordert zu würdigem Ernst auf, daß wir nicht mit Leichtfertigkeit zertrümmern, was sie mit Liebe und frommen Willen aufgefiihrt. Eine fernere formelle Schwierigkeit erwächst aus dem Verhältnisse des Rabbiners. Er war nach dem oben Bemerkten zu jeder Zeit nur der Lehrer, und behält er nach dem Wesen des Judenthums noch heute diesen Charakter bei. Er ist also nicht der ausschließliche Rabbiner, der alleinige Vertreter der Gemeinde: er repräsentirt den Gelehrten, und kann auch nur als solcher reformiren. Es muß daher Jedem, der hinreichendes Wissen hat, Sitz und Stimme hier gestattet, muß er vernommen und angehört werden. Hat doch sogar, wenn nicht nach der Quantität sondern nach dem Inhalte gefragt wird, mancher nicht fungirende Rabbiner (Gelehrte) größeres Gewicht, da das eigentliche Rabbinerthum (die Gelehrsamkeit) nicht in der Function bedingt ist. Es differirt also eine jüdische Synode ungemein von einer christlichen, geht sie von durchaus anderem Principe aus, da schon das charakteristische Zeichen des Geistlichen und Rabbiners so weit auseinanderlauft. Daß übrigens die Reform größern Widerstand im Judenthume als anderswo finden muß, geht ebenfalls ans dieser Richtung auf das Studium hervor. Wer forschen kann forscht und will sich selbst belehren; wer dem Studium obgelegen und es in sich ausgenommen hat,

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