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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 77

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 77 (sequence 31)
Language
German
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Tagesbegebertheiten. 77 wurde durch das wunderbare liebevolle Zunicken eines Marienbildes bekehrt, und ganz Rom strömt, wie ebenfalls die Zeitungen berichten, an dem Jahrestage der Bekehrung in die Kirche, wo das Bild dieses Wunder bewirkt. Stolzes Roma, wie sind Deine Trophäen und Triumphzüge zusammengeschrumpft! Die alten Triumphatoren sahen mit Stolz gefangene Könige neben ihren Siegeswagen hergehen) das neue Rom weiset einen phantastischen Juden als Siegeszeichen auf! — Eines sei bemerkt. Man betrachtet solche Eroberungen als die der Religion und des Friedens) es muß aber hiergegen ernstlicher Protest erhoben werden. Die Bekehrungen gehören nicht der Religion an, so lange nicht die Früchte des Friedens, ungeschmälerter Genuß der Freiheit, Gleichheit der Rechte, unter alle Bürger gleichmäßig vertheilt sind. Ueber die Bekehrung eines Ratisbonne mögen Protestanten und aufgeklärte Katholiken urtheilen) aber auch der durch Verweigerung der Rechte, durch von Missionären angebotenes Handgeld und andere Verleitungen hervorgerufene Uebertritt kann keinen Werth haben. Das gute Altenburg duldet keinen Juden) durch die Taufe wurden dem Reophyten auch die Pforten zur irdischen Glückseligkeit geöffnet: er kann nun im Lande bleiben, und sogar zu Ehrenstellen gelangen. — Aber noch ist hier einer Eroberung zu gedenken. Als beim ersten Kreuzzuge die Christen Jerusalem eroberten, da sperrten sie, wie die Geschichte sagt, die daselbst befindlichen Juden in eine Synagoge und verbrannten sie allesammt. Unsere Zeit manövrirt auf eine andere Weise) der Bischof Alerander, der ebenfalls auf himmlische Eroberungen nach Jerusalem gesandt wurde, erbaut daselbst ein Hospital, in welches kranke Juden ausgenommen und bei dieser Gelegenheit bekehrt werden. So wird hier wie dort das freventlichste Spiel mit dem Heiligen getrieben) nur betrachteten die Kreuzfahrer die Synagoge als unheiligen Ort, und begingen nach ihrer Ansicht keine Entweihung. Wenn aber noch in unserer Zeit ein Hospital, ein Asyl für die leidende Menschheit zu solchem Zwecke benutzt, wenn unter dem Schein dem von Schmerzen und Krankheit Gepeinigten beizustehen, er um seine Seelenruhe gebracht, sein hilfloser erbarmenswerther Zustand ausgebeutet wird, um dem Judenthume einige Mitglieder abzujagen, so ist dieses ein unverzeihliches Vergehen an der Religion und hat der Mann, der solche Mittel anwendet, sich selbst gerichtet) Aufschluß gegeben über das, was ihn vermocht haben mag, seine frühere Religion abzuschwören. Gehr räthselhaft bleibt es wie der besonnene, bedächtig prüfende Deutsche ein solches Vorhaben billigen, wie er das Bischofthum zu Jerusalem bürgerlich feiern und sein Geld zu solchem unheiligen Treiben hergeben kann. * * * Genießt schon die Synagoge die nöthige Ruhe, um mit Muße an den innern Ausbau zu gehen, herrscht der allgemeine Friede, daß nun alle Festungswerke des Glaubens abgetragen, die Bastionen eingerissen, die Mauern nivellirt und in Promenaden umwandelt werden können, auf denen man in süßlicher Schönthuerei mit modernen kritischen Ideen lustwandle, und an dem Ge-

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