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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 73

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 73 (sequence 27)
Language
German
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Wie soll d. Rcligionsunt. d. Israel. Jugend i. uns. Zeit bcsch. sein? 73 und des tiefen Gefühles für den Glauben, bedarf des Denkens und Forschens, des Befragens der Geschichte und der Wissenschaft zu diesem hohen. Unternehmen. F. Wie soll der Religionsunterricht der israelitischen Zugend in unserer Zeit beschaffen sein? (Fortsetzung). So segensreich aber auch ein auf der heiligen Schrift beruhender, systematisch geordneter Vortrag über den Geist der israelitischen Religion wirkt, so dürfen wir doch weder in der Lehre noch in der Geschichte des Judenthums uns mit Auszügen aus der heiligen Schrift in deutscher Sprache begnügen; da der Schüler nicht nachsprechen, sondern selbst sehen und urtheilen soll. Es wäre gewissenlos dem Schüler durch Entziehung der Quelle die eigne Einsicht in den ganzen Umfang seiner Religion vorzuenthalten, und die bisher im Judenthume fremde Erscheinung würde dann nicht ausbleiben, daß geistig bevormundende Seelsorger eine Schaar unwissender, am Gängelbande geleiteter Idioten nach Willkür beherrschten; wovor uns der Himmel bewahren möge! Soll der Unterricht religiös durchgebildete, mit warmem Gemüthe ihrem Glauben zugethane Juden erzielen; so darf die Unterweisung in der heiligen Schrift am wenigsten stiefmütterlich behandelt werden, muß sie vielmehr vorzüglich unsere Sorgfalt und Umsicht in Anspruch nehmen. Es ist unsre Pflicht, dem Schüler, mit Ausnahme der wenigen für das zartere Alter ungeeigneten Stücke, wenigstens den Pentateuch unverkürzt, aber gründlich und vernünftig zu lehren und zwar stets in Einklang mit der Tradition, d. h. so wie in der historischen Entwickelung des Judenthums die Auffassung und Ausübung der religiösen Cerimonien in Synagoge und Haus sich festgestellt hat. — Für Knaben, an welche man in Bezug aus Durchbildung überhaupt strengere Forderungen als an Mädchen zu stellen berechtigt ist, wird dieser Unterricht in der Ursprache unerläßlich sein. Wir erlauben uns fürerst über die Wichtigkeit der hebräischen Sprache für den Religionsunterricht und das religiöse Leben der Juden auszusprechen, und dann zu erläutern, was wir unter einem vernünftigen Unterrichte in der heiligen Schrift verstehen. — Wenn, wie oben erwähnt, in der Religion Wesen und Form eins ist, so gilt dies ganz besonders von Sprache und Inhalt. Die Sprache ist, als Ausdruck des Geistes und des Gemüthes, das Gewand für den

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