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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 65

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 65 (sequence 19)
Language
German
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Nachbemerkung des Herausgebers. 65 Es widerspricht die Lehre Moses und das Wort der Propheten und das ganze Judenthum'dieser Behauptung so deutlich, es sagen viele Stellen, daß die Beschneidung als Zeichen des Bundes für immer eingesetzt wurde, es wiederholt die Stimme aller Zeiten, daß die Beschneidung den Eintritt in das Judenthnm und dessen Bekenntniß bildete, daß nur die tiefste Nichtkenntniß des Mosesthums selbst, das man sortbilden will, mit einer derartigen kolossalen Lüge hervortreten konnte. Und solches frivole Spiel nennt man Pietät, dieses Ableugnen des Glaubens und der Geschichte soll bezeugen, sprechen von einer Anhänglichkeit an das Judenthum? Es handelt sich hier nicht um eine Schulmeinung, ste soll ins Leben übergehen; was Jahrtausende sagen und bezeugen soll mit einem Streiche vernichtet werden, was allen Geschlechtern geheiligt war und als Siegel des Bundes galt soll abgeschafft, für was sie den drohendsten Gefahren widerstanden, und Mütter ihre zarten Kinder Hingaben und muthvoll mit ihnen den Tod erlitten soll aus dem Glauben getilgt, es soll die Geschichte ausgelöscht werden, das Judenthum sich selbst vernichten, um sich fortzubilden! Waltete in ihnen nur einige Anhänglichkeit an ihre Brüder, an ihre von allen Seiten so hartbedrängten Glaubensgenossen, sie würden diese Säule des Glaubens am wenigsten angetastet, würden sich erinnert haben, daß es jetzt mehr denn je der Einigung und des Zeichens und des Bekenntnisses bedarf, würden diesen neuen Feuerbrand, der auch bei glücklichem Erfolge nur zu den unseligsten Spaltungen, zur inneren Entzweiung und Anfeindung, zur Auflösung und Vernichtung, zu Familien- und Parteihaß, zu innerm aufteibendem Zwiste Anlaß geben muß, nicht unter ihre Brüder geworfen, nicht mit einer frevelhaften Zumuthung, von der nur die Zeiten eines Antiochus und Hadrians wissen, unter sie getreten sein. Was haben ihre früheren Glaubensgenossen an ihnen verschuldet, daß sie bis in deren innerste Mauern den Verrath tragen, daß sie das, worauf wir bis jetzt lebten und starben uns entreißen wollen, daß sie gegen uns ärger als unsere tödtlichsten Feinde wüthen? Können ste sich mit dem was der Glaube sagt und die Geschichte tausendfach wiederholt, nicht befreunden, so mögen sie gerade und aufrichtig ihren Weg gehen und es offen sagen, daß ste zum Judenthume sich nicht mehr rechnen; aber diese Hinterlist, dieses Vorgeben daß sie beharren und sortbilden wollen, dieses Aushängeschild daß sie den Glauben im Auge haben und zu dessen Reinheit das Haus Israel hinzuführen streben, spricht es von einem Wahrheits- und Rechtsgesühl, zeugt es von einem redlichen Ernst, besagt es, daß man über die Vergangenheit und Zukunft Zeitschrift. I. 5

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