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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 64

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 64 (sequence 18)
Language
German
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64 Nachbemerkung des Herausgebers. Hinsicht Opfer gebracht. Sie beharren im Judenthume, das sie völlig negiren, sie kennen Pietät, die, schonnngslos alles Bestehende Umstürzen und nur in der Negation ihr Bezeugen finden, bei ihnen ist ein Anstug von Frömmigkeit, von hoher Idee, die solch freventliches Spiel treiben. Sie behaupten sogar, daß schwerlich einer ihrer Gegner solcher Opfer sich rühmen kann. Man findet kaum eine Deutung für diesen Unsinn; die im rabbinischen Judenthume Stehenden geben nicht politische und materielle Vortheile auf, sie haben nicht von jeher die größten Leiden erduldet, gekämpft, gelitten, geopfert, geblutet für den Glauben, von ihren Entbehmngen spricht nicht Vergangenheit und Gegenwart? Doch diese Herren haben unwillkürlich eine Wahrheit gesprochen. Jene bringen zwar Opfer, aber sie wissen wofür; sie tragen in sich ein hohes Bewußtsein, werden belebt von einem göttlichen Gedanken, haben den Triumph, Heiliges und Hohes, den Glauben über irdische Drangsale und Bedrückungen gestellt zu haben: sie finden also für ihre Opfer Ersatz und sind sogar nach dem Ausdrucke eines neuern Sophisten die „Schuldigen." Aber die Reformfreunde, die sich keine Rechenschaft abzulegen wissen, wofür sie den Namen „Jude" tragen, die von innen nichts finden und. von außen nichts erlangen, sie sind die „Nichtschuldigen," sie bringen Opfer, deren ihre Gegner sich nicht rühmen können. Doch ist auch hier wieder eine vorsätzliche Täuschung, wie deren dieser Verein auf allen Seiten zur Schau trägt. Sein Wesen bestehet im Bezeugen der Negation, wie also zum Christenthum übergehen, das doch Positives zur Grundlage hat? Und wäre überhaupt dieser Uebergang nach gescheitertem Erfolge nicht ein zu starkes Dementi? Und es blieb doch endlich, als alles Höhere und Bessere der Büchse Pandorens entflogen war, die Hoffnung zurück; und wenn bis jetzt noch Wenige in diesem Spinngewebe sich verfangen haben ,— der Verein spricht zwar von vielen achtbaren Männern, die beigetreten: aber da seine Basis das Bezeugen ist, so mußten doch diese Männer mit ihrem Namen hervortreten und der Grundbedingung nachkommend ihren Anschluß bezeugen — so wird vielleicht die Zeit manches reifen : der letzte Schritt kann doch immer der Zukunft anheimgestellt bleiben. Doch schon zu lange bei dieser Erscheinung verweilt, die jeden Gläubigen sowohl als jeden Denkenden mit innerm Widerwillen erfüllt. Man findet sich geneigt das Ganze für eine Farce anzusehen, die in einer Ressource, bei einem lustigen Mahle ausgedacht wurde; aber sie machen Ernst, bestehen darauf die Beschneidung abzuschaffen, die sie als nicht verbindlich flir die späteren Nachkommen Abrahams ansehrn.

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