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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 61

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 61 (sequence 15)
Language
German
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Nachbemerkung des Herausgebers. 61 durchgearbeitet und das Unnütze an dem läuternden Feuer des Dmkens und Wissens ausgeschieden. Diese nichtssagenden, inhaltlosen Formeln, dieses planlose Gerede, das aus dem ersten besten schöngeistigen ftanzösischen Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts abgeholt werden konnte, soll das Publicum überzmgen, soll als Glaubensbekenntniß gelten, ein Losungswort für irgend einen Glauben sein? Wahrlich! war es auch diesen Reformfreunden nicht um Wahrheit zu thun (wie es der vorhergehende Aussatz zeigte und von mehreren Seiten nachgewiesen wurde), so sollten ste doch mindestens bestrebt sein durch irgend einen neuen Gedanken, durch eine mindestens der Wahrheit sich anscheinend nähernde Jdeenfiille Stoff zum Nachdenken zu geben und dem Publicum einen Beweis der der Allgemeinheit schuldigen Achtung zu liefern; aber so plump, so unbeholfen, so materialistisch, ohne hohem Aufschwung, ohne irgend eine Manifestation eines tiefem Meditirens aufzutreten zeugt von einer ungemeinen Gedankenlosigkeit, von einem im Sinnlichen untergegangenen Sein, das man nicht als eine. Erscheinung der Zeit (wie Manche gegen Zeit und Zeitalter frevelnd es benennen wollten), sondern als eine Entartung, an der keine Zeit Gefallen finden kann, zu betrachten sich veranlaßt sichet. Es hat der Unterzeichnete dem ehrwürdigen Rabbinate zu Frankfurt a. M., als er von demselben zu einem Gutachten aufgefordert wurde, diese seine Ansicht mitgetheilt. Er erblickte hier nur die töpfernen, zerbrechlichen Füße, aber nicht die hohe Gestalt der sich auflchnenden Riesen, und glaubte, daß im Vertrauen auf dm gesunden Sinn des Volkes und dessen Urtheilsfähigkeit man des Kampfes mit diesem Phantom sich füglich überheben könne. Wen vermögen diese drei Glaubens- oder vielmehr Nichtglaubens-Artikel zu überzeugen? Selbst die hier ausgesprochene Negation, die nach einem spätem Programme diese Herren nur bezeugen wollen, hat sie irgend eine firirte Form, läßt sich genau angeben, was eigentlich verneint wird? Vorerst wird eine Fortbildung des Mosaismus als ein wesentlicher Bekenntnißpunkt hervorgehoben (wir werden weiter gewahr werden, wie sie ihn bezeugen), und was ist die Basis dieser Fortbildung, welcher Gesichtspunkt soll sestgehalten werden, welche Berechtigung hat nach diesem Bekenntnisse das Mosesthum, welche Verbindlichkeit wird ihm zugestanden? Hier hielten die Reformfreunde es nicht für angemessen zu bezeugen, sondern sie zogen vor zu zeigen, daß man mit der Wahrheit ein Spiel treiben und den Glauben nach den Verhältnissen und der Bequemlichkeit zurichten könne: hier verließ sie der Muth des Bezeugens, sie wagten nicht offen zu sagen, daß sie nicht die Göttlich-

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