Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 2 (Mai 1844)
- Date
- 1844-05-01
- Page
- Seite 60 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Gutachten über den Reformverein. So hoffen wir denn Mich, daß der Verein an der.Mißbilligung, die sein Auftreten findet, ein Zeugniß haben wird für das gänzlich Verfehlte und Haltlose seiner Bestrebungen. Möge er die Wahrheit redlich suchen, und er: wird in der Lehre des Judenthums und in dessen Religionsbüchern mehr als die Trümmer einer verschollenen Weisheit, in dessen Geboten ein Anderes, als ein verwerfliches Cerimonienwesen finden. Möge aber auch diese unerfreuliche Erscheinung dazu dienen, auf das dringende Bedürfniß hinzuweisen, nach einer würdigen Gestaltung des Gottesdienstes und einer gewissenhasten Pflege des Jugendunterrichtes nach religiöser Seite hin. Die öffentliche Belehrung in der Synagoge und die häusliche Erziehung im Geiste und nach den Vorschriften des Judenthums find die wirksamsten Bürgschaften der Zukunft, die sicherste Abwehr solcher voreiligen anmaßlichen Experimente, zu denen die Eitelkeit und die Ignoranz einladet. Möge endlich der Verein es lernen, daß wenn ihm die Liebe fehlt für die ihm unbekannte Lehre des Judenthums, sie den Vielen nicht ausgegangen, die mit Innigkeit und Treue ihm anhangen, daß sie — die Liebe zur Sache und die Kenntniß ihres Werthes und Gehaltes — es ist, die den im Berufe Stehenden den Muth und die Freudigkeit gibt, die Schmähungen und Verdächtigungen unberufener Stimmführer und vorlauten Dünkels über sich hingehen zu lassen, und das ihnen zur Wahrung eingehändigte Heiligthum gewissenhaft und sorgsam zu vertreten! — Dr. Michael Sachs. Nachbemerkung des Herausgebers. Aus unfern frühem Aufsatze: „Ueber Reformen im Judenthum" gehet hervor, daß der sogenannte Frankfurter Reformverein nicht im Judenthume wurzele, und überhaupt zu keiner positiven Religion gehöre. Betrachtet man nun näher das Auftauchen dieses Vereins und die Art seines Auftretens, so gewahrt man eine ungemeine Anomalie, einen Hohn nicht nur gegen die Denkgläubigkeit, sondern gegen jedes Denken selbst. Stürzet um, reformirt, verbessert; aber leget eine genügende Rechenschaft ab von dem was Euch treibt, denket auf die Quellen des Jrrthums, gebet, ein Zeichen, daß Ihr gedacht und gestrebt und den ernsten Beruf des Reformirens zu einer Lebensstage gemacht, thut kund wie Ihr den vorhandenen Stoff aufgefaßt und