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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 54

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 54 (sequence 8)
Language
German
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54 Gutachten über, den Neformverem. religiösen Vorschriften mit der Gesinnung, Gesittung, Bildung der Gegenwart. Also sie gelten Euch Alle gleich, beweisen Euch Alle dasselbe, die dem Judenthum Entfremdeten: mag diese Entfremdung bei dem Einen aus baarer Ignoranz, aus der vollständigsten Unkenntnis! des Jndenthums, seiner Lehren und Gnmdsätze, seiner Geschichte nnd Wissenschaft herfließen (nnd wer die Verhältnisse der Juden näher ins Auge gefaßt, wird es zngeben, daß es, bei der schmählichen Vernachlässigung des religiösen Jugend -Unterrichts, solcher Exemplare ein gutes Theil gebe), mag sie bei dem Andern die Folge, eines leichtfertigen, oberflächlichen Sinnes sein, dem jeder ernste Gedanke fern liegt, wo jede Mahnung an höhere Pflichten lästig ist, — mag sie bei dem Dritten in der rohesten Gemeinheit wurzeln, einer gesinnnngS- und empfindungslosen Feilheit, die den edlem Bedürfnissen des Geistes nnd Gemüthes Hohn spricht, — mag sie, wie cs so häufig der Fall ist, die Frucht einer Halbbildung und Scheinausklärung sein, die mit einer gewissen äußerlichen.Politur und der Aneignung der s. g. geselligen Formen sich auch das Recht erworben zu haben meint, „auf der Hohe der Zeit und ihrer Bildung zu stehen," — mag sie endlich durch die herrschende philosophische Richtung in ihrem Gegensätze gegen jedes positive religiöse Moment sich begründet glauben: alle diese, in Rechnung zu bringende Factoren, deren Vorhandensein innerhalb des Jndenthmns eben so wenig als innerhalb irgend einer kirchlichen Gemeinde geleugnet werden kann, lasset Ihr aus den Augen, haltet die äußere Schale fest, die geistnnd seelenlose Thatsache, betastet die Oberfläche, statt den verhüllten Grund, ans dem die mailnigfachsten Elemente durcheinander gähren, prüfend zn durchdringen? — Es ist das Abzeichen alles Parteiwesens, nicht nach der moralischen Qualität, .so wenig wie nach den Motiven und denr Bewußtsein der ihm sich Anschließenden, zu fragen, und nur ans das Aeußerlichste, die Zahl, die Menge, seinen Blick zu richten, in dem größeren Namen-Register daS bündigste Argument fiir sich zu seheil; unbekümmert um das Wie? und Wen? sich Anhänger zn werben, Unterschriften zu pressen, die Köpft zu zählen, und sich fiir die zweifelhafte Güte der Sache, der cs gilt, von anßenher Bestätigung zu vcrschassen. — So gelten dem Vereine all' die in Leben und Gesinnung dem Jndcnthum Entfremdeten von vornherein als diejenigen, die es bezeugen, „daß die-Wahrheit eine Gemeinde habe in Israel!" — Und „welche Wahrheit?" — Der Verein hat nicht der Wahrheit die Ehre gegeben, nnd sie näher bezeichnet, nicht unumwunden und

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