Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 53

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 53 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2744856-2744857-2744861--0069-2745008
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Gutachten über den Reformvercin. 53 des Vereins jenen talmudischen Satz von vornherein ab, ja es würde seiner Absicht entgegen laufen, wenn wir denselben auf ihn anwenden wollten. Es kann nicht die Frage sein, ob die Lossagung von dem Beschneidungs-Gesetze nur die von einem einzelnen Gebote involvire oder die von dem Gesetze im Ganzen, (rfa mifin bdh IDID) da eben letztere zum Grundsätze.erhoben, und nun durch Hinzufügung dieser neuen Abrogation vervollständigt werden soll; eben so wenig bleibt es nun fraglich, wie die Synagoge diese Aushebung anzusehen habe. Sie hat in der Abstellung der Beschneidung bei der von dem Vereine ausgesprochenen grundsätzlichen Lossagung von den Geboten des Judenthums einen förmlichen Austritt aus diesem zu erkennen, und die Vorgabe des Vereins, dasi er mit -seinen Ansichten und Grundsätzen dennoch innerhalb der Synagoge seine Stellung nehme, als eine illusorische und willkürliche abzuweisen. H. Es wird gestattet sein, nun noch einige Bemerkungen im Allgenieinen über den Verein, seine Ansichten und Absichten, seine Voraussetzungen und Bestrebungen anzuschliesien. Die Form, in der bisher seine Manifestationen zu Tage gekommen, abgerissene Zeitungsartikel, in denen von dieser „heiligen Angelegenheit" oft in Gesellschaft ganz profaner Affairen berichtet wurde, — fliegende Blätter ic. lassen auf einen kaum glaublichen Mangel an Ernst und Erwägung schließen. Aber empörender als diese Leichtfertigkeit ist eine auf Täuschung und Verblendung ausgehende Verhüllung und Verheimlichung des letzten Zweckes, die absichtliche Verdrehung und Entstellung des gegnerischen Standpunktes, inwiefern ihm überhaupt in dem desultorischen, oberflächlichen Phrasengewebe Aufmerksamkeit geschenkt wird, und sind diese Mittel zur Chäracteristik der Gesinnungen des Vereins vielleicht geeigneter, als ihm selbst lieb sein dürste. Geradheit und Redlichkeit sind auch an dem Jrrthnme, auch an der haltlosesten Ansicht ehrenwerth; Schliche und Umwege verdächtigen auch ehrenhafte Bestrebungen und richten sie; und wie wirken sie erst da, wo dem schlechten Zwecke unwahre Mittel sich zugesellen? — Seine moralische Berechtigung soll in der Thatsache enthalten sein, daß so viele der Bekenner des Judenthums ihm entfremdet, gegen seine Institutionen und Lehren gleich giltig, nur äußerlich ihm zugehören, und sich in einer falschen Stellung befinden, indem sie dem Namen nach einem Bekenntnisse zugezählt werden, das sie innerlich verleugnen und von sich gethan; — ein Zeugniß für die Unvereinbarkeit der jüdischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.