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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-05-01 · 2 (Mai 1844) · p. Seite 50

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
2 (Mai 1844)
Date
1844-05-01
Page
Seite 50 (sequence 4)
Language
German
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50 Gutachten über den Rcformverci». Religion ansspricht, (vgl. Ps. 105, 8, 9, 10, nnd Jcsajah 41, 8: „Du aber, Israel, mein Knecht, Jaakob, den ich erkoren, Sprößling Abrahams, meines Freundes," — wo die Israeliten Sprößlinge Abrahams genannt werden) — so wenig das Zeichen, das dieses Bnndes-Verhältnisses wegen festgestellt worden. Die Söhile Jakobs fordern von dem Heiden Sichern die Beschneidung, bevor sie ihm ihre Schwester zur Frau geben können, nnd er vollzieht sie. I. M. 34, 14, 15. — Ausdrücklich wiederholt wird das Gebot, 3. M. 12, 3, also schon nach der Gesetzes -Promulgation vom Sinai; und es wird der dieses Bnndeszcichenö Nntheilhaste von dem Peßach-Opfer ausgeschlossen, 2. M. 12, 43, 44, 48. An dem Festmale, das zur Feier der Erlösung aus der ägyptischen Frohn, zur Feier der errungenen nationalen nnd religiösen Selbstständigkeit, gehalten wurde, sollten nur die dem Abrahainitischen Bitiide, der Gemeinde und Gesammtheit Israels (vgl. den Ausdruck das. V. 6.) durch Geburt und Bcschneidung Angehörigen, oder durch die Annahme letzterer freiwillig Uebergetretenen, Theil haben. Dies Festopfer war der erste national-religiöse Act der Israeliten als eines Volkes, und da als unerläßliche Bedingung hier die Beschneidnng hervorgehoben wird, so geht daraus deutlich hervor, daß sie das wesentliche nnd ausschließliche Bundeszeichen sei, ohne welches Niemand als zur Gemeinde gehörig betrachtet werden kann. — Bekanntlich hat Josua die auf dem Zuge durch die Wüste Gebornen beschnitten, an den aus Aegypten Gezogenen war bereits zur Zeit die Beschneidnng vorgenommen worden (Josua, 5, 5.). — Aus dem übertragenen Gebrauche des Ausdruckes b'iy unbeschnitten, in der prophetischen Redeweise, wie „unbeschnittenes Ohr, unbeschnittenen Herzens" bei Jerem. und sonst, welcher wiederum das von der Beschneidung hergenommene Bild (und ihr sollt die Vorhaut eures Herzens beschneiden, 5. M. 10, 16, beschneidet euch fiir Gott, d. h. öffnet ihm das Herz, Jer. 4, 4.) gegenüber steht, ist ersichtlich, daß die Beschneidnng als das Moment der Weihe und Heiligung zu Gott galt. — Die Ausnahme von Proselyten bestand bekanntlich in der Beschneidnng und dem lustrirenden Bade.— Das „Bundesblut" (Secharjah 9, I I) bezeichnet, nach Ebn Esra und Kimchi zur Stelle, das Blut der Beschneidung, und tritt in diesem Ausdrucke schon die sublimirte, symbolisirende Fassung des Gebotes hervor, der mit dem Blme, dem Leben, besiegelte Eintritt in den Bund. — Es mag die Zusammenstellung und Wiederholung so allbekannter Dinge kleinlich und unnütz erscheinen. Wo aber Leichtfertigkeit und

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