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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 45

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 45 (sequence 44)
Language
German
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Rccensiorien. 45 Tert stritten - und nun wieder eine andere Sonderbarkeit! Die Katholiken haben den Streit liegen lassen und scheinen über die Echtheit des TerteS einverstanden, während die Protestanten die Kritik bis auf eine schwindelnde Höhe treiben, und auch dieses nicht ohne Vorurtheil und Absichtlichkeit. Eine Waffe gegen den hebräischen Tert glaubte man in der griechischen Uebersetzung, der Septuaginta, zu finden, die an vielen Stellen von dem masoretischen Terte abweicht. Wie unkritisch man hier zu Werke gegangen, wie wenig man an ein redliches Studium gedacht und wie die griechische Version nur als Vehikel um den hebräischen Tert anzugreifen, von Vielen benutzt wurde, und man sie selbst weder im Ganzen noch im Einzelnen richtig auffaßte, hat Ref. in seinen „Vorstudien zur Septuaginta. Leipzig, Vogel. 1842." nachzuweisen gesucht. Ueberhaupt muß man über den Eifer erstaunen, mit welchem Alles in die Schranken gegen den masor. Tert gerufen wurde: man fand in dem samaritanischen Pentateuch neue Munition und ging so weit ihn für den echten zu erklären; diesen Tert, der durchwegs wo es heißt (doppelt, wie Erod. 22, 3. u. a. O.) npjtf, ganz wie Onkelos in seiner Uebersetzung hat; der für nby Vlp (das. 32, 18) nbijJ b)p gibt u. dgl. m. (wie der zweite Theil unserer Studien zu der Septuaginta zeigen wird), ihn rief man triumphirend als den bessern aus, seine Leseart pries man mit Verkennung und Verhöhnung aller Grammatik und Sprache an, und den masor. Tert sollten die Juden verfälscht und vernachlässigt haben. Doch die beste Lehrerin, die Zeit, gab endlich Auskunft: es folgte ein nüchternes Studium, welches wieder zum hebräischen Terte zurückkehrte; sich ihm zwar nicht blindlings unterwarf, einräumte, daß hier und da manche Ungenauigkeit, die auch dem besten Abschreiber widerfahren kann, sich finde, aber doch den masoret. Tert als den richtigeren nachwies und gerade die zumeist angegriffenen Stellen als echt anerkannte. Um so bedauerlicher ist, daß trotz diesem mühsam durchgemachten Wege man wieder zu den vorigen Abirrungen zurückkehren, und die phantastische Forschungsweise eines Isaak Voß, verbunden mit einer Houbigant'schen Emendationssucht, wieder in's Leben rufen will. Das im Eingänge bezeichnte Werk setzt sich ein solches Ziel. Herr Diaconus Dr. Thenius, ein sonst besonnener Gelehrter, hat in diesem Werke nichts geringeres vor, als unfern (den masoret.) Tert als mangelhaft und corrupt aus der Septuaginta nachzuweisen, und ihn aus derselben zu verbessern. Herr Thenius gehet sehr entschieden zu Werke: er gibt die nach seinem Dafürhalten in unserem Terte mangelnden Stellen sogleich hebräisch wieder (wie es Houbigant gethan); und so liegen Materialien zu einem neuen Samuel vor, wie ihn „weder die Väter, noch die Väter unserer Väter gekannt!" Aber Herr Th. hat einen mehrfach bedauerlichen Mißgriff gethan: er hat aus der unlautersten Quelle geschöpft und nicht gemerkt wie trübe diese Quelle fließe; er hat in dem Verlangen zu verbessern selbst die griechische Uebersetzung nicht gründlich genug erforscht; er hat häufig, ohne daß etwas für die Leseart der Septuaginta sprach,

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