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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 38 (sequence 37)
Language
German
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38 TagcSbegebcnheiten. •% auf Aushilfe durch deren Vermittelung und mit ihnen angekrmpste Handelsverbindungen nicht rechnen; auch liegt jeder Gewerbszweig in Palästina zu sehr darnieder, als daß nach den gegenwärtigen Verhältnissen sich hier eine Nahrungsquelle eröffnen könnte. Montefiore hatte daher bei seiner Anwesenheit in Egypten Mohammed Ali den Antrag gemacht, Ländereien in Palästina von ihm für eine bedeutende Summe in Pacht zu nehmen; diese wollte er mit jüdischen.Kolonisten bevölkern, und es soll diese Aussicht auf Arbeit und Ernährung vorß den Juden mit Freuden begrüßt worden sein. Durch Beendigung der Herrschaft Mohammed Ali's in Palästina ist auch diese Aussicht geschwunden; und sind die Juden wie früher dem tiefsten Elende preisgegeben. Mögen doch ihre abendländischen Glaubensbrüder das Auge dahin richten, und nicht durch Gaben sondern vielmehr durch die Art, wie diese Gaben aufhören, Beistand leisten! Vielleicht entschließt der edle Montefiore sich zu einer Reise nach Konstantinopel, um vom Großherrn zu erlangen, was der Pascha von Egypten bewilligt hatte; vielleicht macht das Haus Rothschild, das eine hohe Mission zur Aushilfe seiner bedrückten Brüder erhalten zu haben scheint, sein Ansehen geltend, um diesen großartigen, für die entferntesten Geschlechter segensreichen Plan in's Werk zu setzen. Wir Europäer fangen zwar gewöhnlich mit Schulen an, und wähnen mit Übertragung unserer Bildung den wesentlichsten Dienst geleistet zu haben. Unseren paläst. Brüdern fehlt Brot, fehlt Arbeit: diese muß vor Allem ihnen verschafft werden. Durch die Charte von Gulhane sind sie dem Namen nach emancipirt; ihre Bildung reicht in vieler Hinsicht über ihre Lage Hinaus: sie wünschen einen Boden, den sie anbauen und, wie ebenfalls jene Reisende melden, die Erlaubniß Waffen zu tragen, um diesen Boden gegen die Einfälle räuberischer Drusen zu vertheidigen. # * $ Mit tiefer Trauer umhüllte sich allgemein der Blick bei dem Schicksale der in Rußland an der Grenze wohnenden Juden. Der Ukas, der sie von ihren bisherigen Wohnorten in die inneren Gouvernements verweist, das grenzenlose Elend, das sie betrifft, da in dieser Ueberstedlung der Untergang der gewaltthätig und unmenschlich Versetzten liegt, die jede Religion entehrende proselytische Tendenz, die diesem Ukas zu Grunde liegt, dessen Entstehung der sogenannte Hebräer-Comite zu Petersburg, zusammengesetzt aus abgefallnen und nun ihren frühem Glaubensgenossen um so feindlicheren Juden, veranlaßt haben soll, ist reichlich in den Blättern besprochen worden: es seufzt die Menschheit, es seufzt Glaube und Glaubensduldung bei diesen in unseren Zeiten auftauchenden Schreckgestalten. Einige Milderung ist nun eingetreten, und wird die Ausführung einstweilen hinausgeschoben; doch in welcher schrecklichen Ungewißheit schweben noch imuler die Unglücklichen! Die Theilnahme hat sich bis jetzt nur in Worten erwiesen, da eine Aussicht zu anderer Einwirkung sich nicht darbietet. Ob bei tieftrm Eingehen, bei kräftigem: Streben, dieses „stille Bedauern" sich nzcht in anderer Weise aussprechen dürfte, wagen wir nicht zu verneinen; fteilich müßte vor Allem die Zaghaftigkeit, daß hierdurch

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