Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 36 (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2744856-2744857-2744860--0049-2744987
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m Tagesbegebenheiten. Der Dualismus endlich verewigt das böse Princip, hat einen Halbgott und einen Ungott und erzeugt Schrecken erregende Mißgeburten. Heil uns! daß wir die Priester und Träger der beseligenden Lehre von der Einheit Gottes geworden. Für diesen Glauben lebten, litten und. starben unsere Vorfahren; in ihm fanden sie Kraft und Begeisterung zur Ausdauer; um ihn wollen auch wir dulden, ihn nicht um alle Erdengcnüsse gegen einen anderen austauschen, der diese Lehre trübt! — Höre Israel! der Ewige unser Gott ist einzig, dies ist die Wurzel und die Krone unseres Glaubens! — Ja „eifervoll ist unser Gott," er duldet keinen neben sich. — Diesen Glauben in uns zu stärken, ermahnen uns die göttlichen Gebote vielfältig und nachdrücklich. „Ganz sollst du dem Ewigen deinem Gotte angchören!" „Frage nicht nach Zeichendeutern und Todtcnbeschwörern!" „Fürchte nichts außer ihm. Ihm allein diene!" „Du sollst keinen Hain neben den Altar deines Gottes pflanzen!" — Schaue und vertraue nur auf den Einen! Der Deckel der Bundesladc, welche die sichtbare Erinnerung an den unsichtbaren Einen war, mußte mit seinen schützenden Cherubim aus Einem Stücke sein. — Bete nur zu. dem Einen und hoffe nur auf ihn! so ermahnen die Thephillin am Haupte und am Arme, die das Gebet begleiten. — Gehe aus und ein, lebe und sterbe nur in dem Einen! erinnert die Mesusa an der Thür. — Der Vortrag wird freilich nach Inhalt und Form je nach den Fähigkeiten des Empfängers modificirt werden müssen; es war hier mehr das Lehrobject als die Methode berücksichtigt, welche dem vernünftigen Lehrer überlassen bleiben muß. ' (Fortsetzung folgt). TaZesbrgebenheitm. j Aus Frankfurt a. M. wird berichtet, der Senat habe auf Eingabe des Rabbiners über Beschneidung, die bekanntlich ein dortiger Familienvater an % : seinem Kinde nicht vollziehen lassen wollte, beschlossen, daß die Entscheidung hierüber lediglich dem israelitischen Gemeinde-Vorstände anheimzustellen, ob er Individuen dieser Art als der Gemeinde angehörend betrachten wolle, » von jedem Zwange aber abzusehen sei. Ist der Bericht nach der Wahrheit gegeben, so zeigt der erstere Theil dieses Senatsbeschlusses von Unkenntniß der jüdischen Verhältnisse, und welche Stellung die Gemeinde-Vorstände in ihnen einnehmen. Die Vorstände administriren die rein bürgerlichen Verhältniste der Gemeinden; und wo durch Nichtemancipation noch eine Lücke in j den staatsrechtlichen Beziehungen geblieben ist und diese noch ausgefiillt wer-! den muß, liegt den Vorständen auch eine theilweise politische Vertretung ob, j da sie im Namen ihrer Committenten — der Gemeindegliedcr — Gleichheit *!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.