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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 35

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 35 (sequence 34)
Language
German
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in unserer Zeit beschaffen sein? 35 wie die erhaltenden (guten) Kräfte, daher es kein absolut Böses und keine Vemichtung gibt; sondem nur ein Aufgehen der Gegensätze in eine höhere Allgemeinheit, bis auf die erhabenste: Gott. So erklärt der Talmud zu Genes. I. 31. (Als Gott all sein Werk überschauete, fand er es sehr gut), „sogar den Tod", weil nämlich in der Totalanschauung der Tod nicht als Vernichtung, sondern als das Aufgehen in ein Höheres erscheint. — Die Welt ist ein Abglanz Gottes; der Unsichtbare offenbart sich in dem Sichtbaren, der Inhalt in der Form, der Eine in dem Mannigfaltigen. Wie die leblose Natur diesem Ziele bewußtlos folgt, so soll und muß es der Mensch, in dem die Natur zum Bewußtsein kommt, mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Indem so jedes Geschöpf nach seinen Kräften sein Ziel erreicht, wird von der Gesammtheit das allgemeine Ziel Gottes verwirklicht. Wer bös sein, störend einwirken will, er wird nichts gegen den Einen allmächtigen Ursprung seiner Kräfte vermögen, wohl aber sich seines würdevollen Berufes, willensftei zur Förderung des Zieles beigetragen zu haben, berauben, und statt seiner Erhaltung wird seine Zerstörung Gottes Willen fördern. Wichtigkeit dieser Lehre. Die Erkenntniß des einzigen Gottes in der Seele, erblicken wir in der Natur ein erhebendes, eircheitliches, in Einzelheiten wie im All strahlendes Abbild der höchsten Weisheit, fühlen wir uns in der Freude dieser Erkenntniß erhoben, beseligt in dem trostreichen Bewußtsein, ein willenbegabtes Werk unseres Schöpfers seinen Spuren lauschen und ihnen folgen zu können, ahnen wir Hoheit und Ewigkeit in uns, die sich in den göttlichen Kräften unsrer Seele bekunden, fühlen wir den Schutz und die Leitung des Eine», Ewigen, und find frei von Furcht, unerschrocken in dem Wechsel des Lebens. — In sittlicher Beziehung weist der Glaube an Einen Gott auf die Pflicht der gleichen brüderlichen Liebe Aller gegen Alle hin. d Gegensätze. Im Nihilismus zerfällt das All in tausend und aber tausend vereinzelte, geist- und bedeutungslose Scherben, gibt es kein Gesetz, keine Weisheit, keine Erkenntniß, keine Tugend, ist selbst das Leben Tod und der Mensch das unerquicklichste, trostloseste Räthsel. Am Polytheismus, der alle Gegenstände oder Kräfte der Natur vergöttert, mag. sich die Sinnlichkett ergötzen, aber auch mit Furcht vor den bösen Elementen erfüllen; die Seele sucht in ihm vergebens nach der Quelle der Erkenntniß, der Tugend, der Ervigkeit, die sie ahnt, und kann nicht einstimmen in die kindische Freude über die vielen einander widersprechenden, Verwesung athmenden Erscheinungen. Zwischen diesen beiden Gegensätzen schwankt der Pantheismus. 3*

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