Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 1 (April 1844)
- Date
- 1844-04-01
- Page
- Seite 34 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Wie soll der Religionsunterricht der israelitischen Jugend ihn den Menschen näher zu bringen: warum also sollten wir uns zu hoch und zu vornehm dünken, um an den endlichen Formen uns zu dem Unendlichen emporzuranken? — Darum muß auch im Religionsunterrichte an der Hand der h. Schrift der Glanz des Inhaltes sich über die Form ergießen. Die klare Erkenntniß und volle Würdigung der Wahrheit wird aber noch besonders durch scharfe Zeichnung der Unterscheidungsmale derselben von den Gegensätzen und ihrer Vorzüge vor denselben befördert, was um so nöthiger und ersprießlicher ist, wenn die Gegensätze im Leben eristiren; diese Forderung im Unterrichte über die Grundlehren des Judenthumes, ist um so unabweisbarer, als unsere Jugend andererseits nicht nur den Gegensatz anempfehlm, sondern auch die Grundwahrheiten des Judenthums in ein falsches Licht setzen, verdächtigen hört, und eine allzuweit getriebene Delikatesse in so entscheidenden Fragen ein Verrath an der guten Sache wäre. Wenden wir, zur nähern Erläuterung, das Gesagte auf die Grundlehre von der „Einheit Gottes" an. Diese Lehre mit den trocknen Worten „Es ist ein einziger Gott" abgefertigt, und mit einigen Bibelvcrsen belegt, wie sie in den meisten israelitischen Catechismen aufgestellt wird, kann weder Ueberzeugung noch Begeisterung in der Seele des Schülers bewirken. Erkenntniß darf nicht auf Autorität beruhen, am wenigsten die, welche Gmndbedingung der Autorität ist. Der Schüler denkt und suhlt nichts dabei; die Lehre geht spurlos an ihm vorüber. Wir müssen, soll der Schüler den großen Inhalt der Worte ahnen und sich für denselben begeistem, ihn von der Wahrheit, dem Begriffe und der Wichtigkeit desselben überzeugend, die Lehre ihm zu Gemüthe sichren, sodann die Lehre durch die Gegensätze noch mehr ins Licht setzen und endlich in den dieselbe betreffenden religiösen Formen veranschaulichen. Etwa auf folgende Weise: Wahrheit derselben. Das Dasein des Ordnung und höchste Weisheit bekundenden Weltalls, weist auf einen höchst weisen Schöpfer hin, der als Uranfänger selbst unerschaffen und also unkörperlich sein muß. Gott, als Schöpfer aller Geister und alles Fleisches ist der unerschaffene, ursprüngliche, vollkommenste Geist; Geister können nicht quantitativ, sondem nur qualitativ verschieden sein, daher es nicht zwei vollkommenste Geister, und es folglich nur einen Gott geben kann. Begriff derselben. Eine ursprüngliche, allumfassende Macht und Weisheit durchströmt, überwacht und leitet die tausend und aber tausend entgegengesetzten Kräfte der Natur, die sich alle vor Gott beugend, nach Einem hohen Ziele, dem göttlichen Willen,.dem sie erttspmngen, hinstreben. Von ihm kommen sowohl die scheinbar zerstörenden (bösen),