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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 31

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 31 (sequence 30)
Language
German
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in unserer Zeit beschaffen sein? 31 Leben gebannt werden. Die Triebfeder der Bewegung war der im Sinnlichen befangene Verstand, nicht die vom Göttlichen begeisterte Vernunft. Die Alten in der Unmittelbarkeit ihres Glaubens an dessen verstandesmäßige Verfechtung nicht gewöhnt, wußten diesem Treiben nur wirkungslose Anatheme entgegen zu setzen, traten unverrichteter Sache vom Schauplatze und räumten, sich passiv verhaltend, das Feld den Neuerern. Israel war in zwei Lager getheilt. Dieser Periode, die erst in unserer Zeit ihren Culminationspunkt erreicht zu haben und nun ihren Wendepunkt zu nehmen scheint, entsprangen jene Resormvorschläge, die es entweder deutlich aussprechen, oder denen man es von der Stirn ablesen kann, daß es ihnen mehr um Accomodation als um Erhaltung des Glaubens zu thun ist; die den Glauben, als ein für gewisse Classen nothwendiges Nebel, wenigstens so weit möglich künstlich zustutzen, daß er dem leiblichen Wohle nie im Wege stehe, d. h. auf das Leben keinen Einfluß übe. Wir führen beispielsweise M. Creizenach's Reformschristen an, in welchen der Verfasser von seinem Standpunkte mitleidig auf die armen, geplagten Orthodoxen herabsehend diesen darzuthun versucht, wie auch sie es sich bequem machen könnten, wenn sie mit dem ihnen als Norm geltenden Talmud nur ein wenig Komödie spielen, und sich den unschuldigen Scherz erlauben wollten, mit Hülse der gemißbrauchten Grundsätze des Talmuds biblische s Gebote auszuheben. Kurz, kein Weg sollte unversucht bleiben, um das religiöse Gemüth zu ertödten und aus Unkosten desselben Concessionen für das Leben zu erlangen. Diesem Ziele gemäß sollte auch der Religionsunterricht alles Confessionelle, namentlich das Ceremonialgesetz ausscheiden, oder nur mit einigen Phrasen von Kern und Schaale abfertigen; sollte die Messiaslehre möglichst farblos und Allen mundrecht gemacht werden; sollte von Tradition kaum die Rede sein: so daß der Schüler in der That in Verlegenheit gerathen mußte, wenn er sich fragte, was denn nun eigentlich sein Judenthum, als solches sei, und worin cs sich von andern Religionen unterscheide? Dieser Zeit verdanken wir jene kleinen, bequemen Religions- Catechismen, die nicht mehr enthalten, als was man in jedem trockenen Moralsysteme lesen kann, und die gleichwohl den Unterricht in der Urquelle, der heiligen Schrift, verdrängen oder einem stümperhaften Winkellehrer überweisen sollten. Unter diesen kann der Leissaden „ncK ruißNl" von Peter Beer, als Muster, fteilich nicht im guten Sinne, angeführt werden.

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