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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 30 (sequence 29)
Language
German
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30 Wie soll der Religionsunterricht der isrcielitischen Jugend Jener Zeit, der wir noch großentheils in unserer Jugend angehörten, danken wir den Fond von Religiosität, die sich noch jetzt, trotz innerer Gährung und äußerer Stürme, bei der Volksmasse erhält, ihr jene treueMusdauer, ihr die Eristenz des Judenthums. Ihr aber verdanken wir auch jene unterschiedslose Anhänglichkeit selbst an Unwesentlichem; jene unmännliche Furcht, die auch den bessern, oft ganz unschuldigen Reformen Hartnäckig den Eingang erschwert. Je tiefer diese Eigenthümlichkeiten in jener Periode wurzelten, desto greller trat der Contrast in der folgenden hervor. Ein müderer Sinn trat ein, der den Juden an ihrer Mitbürger Streben und Treiben, an den Blüthen und Früchten des Lebens eine theilweise Berechtigung zugestand, den andern Theil aber noch in bis heute unerfüllte Aussicht stellte. Da strömte ein neues Leben in die Juden; das Zeitliche gewann Interesse für sie, die Hoffnung auf eine enge Verbrüderung und Verschmelzung mit ihren bisherigen Bedrückern bewegte sie stürmisch und erzeugte Bestrebungen entgegengesetzter Art. Die schwerfälligen, in der srühern Periode ergraueten Alten, mit unerschütterlicher Innigkeit an ihren Gewohnheiten hangend, sahen mißtrauisch und furchtsam der neuen Bewegung zu und bemühten sich sie zu hemmen; die stische Jugend dagegen, von Freiheit und Ehre schwindelnd, vom Reize der Neuheit gewonnen, stürzte sich freudetrunken in das weltliche Treiben, und strebte ungeduldig jede Kluft zu Men, jeden Berg zu ebnen, die zwischen ihrem positiven Glauben und ihren weltlichen Hoffnungen stehend, ihren eilenden Schritt hemmten. Da war kein Opfer zu groß, kein Schritt zu kleinlich, den man nicht versuchte, um mit übergroßer Freundlichkeit und mehr als zuvorkommend denen zu huldigen, die ihnen endlich den Zutritt in den Wartesaal gestatteten; denen in die Arme zu eilen, die fernstehend ihnen den kleinen Finger entgegen hielten, und denselben zuzurufen: Sehet, wir haben Alles ausgeglichen, sind wie Ihr, ganz wie Ihr! Die Religion war nicht mehr ihr Selbst, ein ihr fremdes Element erfüllte ihr Herz und so konnten sie es über sich gewinnen, Alles, was sie in den Augen ihrer vermeinten neuen Brüder anstößig, ihren Bestrebungen entgegen fanden, als ein Anderes sich gegenüber zu stellen und dem Urtheile zu unterwerfen. Dieses aber war von vorn herein durch das Mottv der Operatton bestochen, die nicht sowohl von innerer Anregung als von äußerm Anstoß veranlaßt wurde; und so sollte, ohne Rücksicht auf die schmerzlichen Wunden, die man dem Glauben und dem innern Frieden Israels schlug, Alles ohne Unterschied, was vor dem Forum des großen Publikums keinen Beifall fand, wegdemonstrirt und aus dem

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