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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 14 (sequence 13)
Language
German
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14 Ucber Reformen im Judrnthume. reformirte Judenthum keine Befriedigung des Gemütheö bietet, die sie daher auf einer Seite suchen werden, wo das Judenthum nach eben den ihm innewohnenden hohen Ideen sie nicht finden konnte, nicht finden durfte. Eine Lüge ist ferner, daß eS ihnen' um den Sieg des Göttlichen zu thun fei: das Göttliche ist wohlthuend und heilbringend; sie wollen in wildem Sturm zerstören, jedes stomme Gefühl vernichten, jeden innern Frieden in innern Zwiespalt umwandeln; eine Lüge ist, daß sie das Wohl ihrer Brüder im Auge haben, denn da wäre ihre erste Pflicht den Boden zu sondiren, mit tiefforschendem Blicke dessen Beschaffenheit zu erkennen, zum Judenthume, wie es in den Herzen seiner meisten Bekenner lebt, hinabzusteigen und zu prüfen, ob es für ihre Vorschläge und Pläne empfänglich sei, ob sie heilende Arzenei oder tödtendes Gift ihm bringen; eine Lüge endlich, da sie dem Judenthume seinen hohen Triumph, daß es äußerer Anfechtung und Bedrückung nicht erlag, entreißen, seine Trophäen mit Füßen treten wollen und ihm um äußere Vortheile zu erlangen anrathen, daß es seine Pulsadern öffne, seine Lebensgeister entfliehen lasse und im Staube kriechend seiner großen Vergangenheit sich schäme, seine eigene göttliche Geschichte auslösche und zum feilen verächtlichen Verräther an sich selbst werde. Wir wenden uns nun zu einer dritten Partei, die aus dem Schoße der ersten hervorgegangen nicht nur im Judenthume stehet, sondem mit dem aufrichtigsten Eifer für dessen Erhaltung und Dauer erfüllt ist, es treulich den Nachkommen übergeben und als Gemeingut aller Zeiten aufbewahrt sehen will. Diese Partei stehet im denkenden Glauben; sie erkennt, daß die nächste Aufgabe des Judenthums Thätigkeit sei, aber sie will, daß die Thätigkeit nicht zur Werkheiligkeit herabstnke, ihr nicht der Geist entfliehe und die Hülle allein sestgehalten, die Hülle als das Wesen angesehen werde. Sie ist ferner zu der Einsicht gelangt, daß diese Thätigkeit selbst auf ein zu hohes Maß hinaufgetrieben worden sei, daß ihre Forderungen eine exorbitante Höhe durch die vielfachen Deutungen, die man ihr gab, erreicht habe und man mitunter ihr Gebiet auf sehr unbedeutende Handlungen erweitert, die weder mit den hohen Ideen noch mit den durch die geoffenbarten Gesetze bezeichneten Formen in eigentlicher Verbindung stehen. Es will der Geist, sobald er aus der Sphäre des naiven Glaubens heraustritt, sich einer solchen Thätigkeit nicht fügen; er kann nicht in ihr die hinlängliche Autorität erblicken, der er die vielen Zweifel an der Nothwendigkeit eines solchen weit ausgedehnten Thuns blindlings unterwerfe. Und auf welchen Widerstand

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