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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-04-01 · 1 (April 1844) · p. Seite 8

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
1 (April 1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 8 (sequence 7)
Language
German
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8 Ueber Reformen im Judenthumc. regsamen, nicht schlummernden Wächter des Heiligsten; sie haben die Bürgschaft übernommen, jene höchsten Wahrheiten zu beschirmen und sind bis auf den heutigen Tag ihrem Aufträge treu nachgekommen. Es haben, wie das Judenthnm sie aufgefaßt, diese Offenbarungsgesetze einen zweifachen Zweck, der vorzüglich bei Reformversuchen nach seiner doppelten Richtung verfolgt werden muß. Sie haben einen Selbstzweck, ihre Legitimation liegt in ihrer Tendenz, die wenn sie auch nicht bei jedem einzelnen Gebote nachzuweisen ist, doch in dessen Verbindung mit andern hervortritt; so zielen z. B. die Speisegesetze auf Enthaltsamkeit, die Serualgesetze auf Keuschheit und Sittenreinheit hin, andere Gebote sagen offenbar, daß durch sie die Macht Gottes in seiner Schöpfung, die Wunder, die er vollbracht re. zurückgerufen werden sollen. Aber sie haben auch den Beruf, unmittelbar an Gott zu erinnern, durch ihre Ausführung soll der Mensch an das Göttliche unauflösbar geknüpft werden und das Himmlische und Geistige in ihm den Sieg über das Thierische und Materielle gewinnen. Dieses wird durch die Betrachtung klar, daß der Mensch zur Erfassung der höchsten Ideen einer sinnlichen Handhabe bedarf; jene sind nicht dem menschlichen Geiste stets in ihrer Klarheit gegenwärttg, er kann sich nicht zu jeder Zeit zu ihrer Höhe erheben; der größeren Menge vollends gehen sie im Gewühle des Lebens fast ganz verloren, die Abstraction und Vertiefung in Ideen genügt nicht, das Gemüth will sinnliche Anschauung und Verehrung, die Idee muß sich ihm in ein körperliches Gewand hüllen, sonst kommt sie ihm ganz abhanden. Das Judenthum mußte vollends diese Gefahr empfinden, da es von allen Seiten mit Elementen, die seinem Wesen — dem Monotheismus — widerstrebten, umgeben war; was konnte es dem sinnlichen Begriffe bieten? Bilderdienst, Verkörperung in plastischer Darstellung verabscheute es als Entwürdigung der Gottheit und den Uebergang zum Polytheismus; in jenen Gesetzen, in jenen stets sich wiederholenden practischen Erinnerungen an Gott fand es eine Befestigung, diese Ausübungen boten eine sinnlich-geistige Verehrung dar, durch sie trat die Abstraction zur Ausführung über, die ein Mnemosynon, eine anschauliche Erinnerung an den war, von dem sie ausgingen. So wurden nun die Gebote auf andere Weise Selbstzwecke, es lag in ihnen eine Verehrung und Anerkennung des göttlichen Willens; die Form selbst wurde ein Geistiges, ein Belebtes, das einen hohen Gedanken in sich trug, und der th ätigen Religiosität ein angemessenes Feld darbot. Durch dieses gegebene, gesetzte, nicht in der Idee nur schwebende

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