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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-11-01 · 21 (1.11.1937) · p. Seite 373

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
21 (1.11.1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 373 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 Jüdisches .Gemein deblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 373 Gipfel sich , aius dem'Meer der Sintflut .erhob. Afber die Gründung-, die eta 'christlicher Freund Noahs, ein amerikanischer Geistlicher, feierlich idlurch Pretdiiigit und Bibelwort eingeweiht haitte, wurdie von jüdischer wie von christlicher Seite hier spottend, didrt ernst abgelehnt. Alle die Rabbiner, die er als Bürgen angerufen hatte, Forscher wie Zumz und Gans (der kurz. darauf .dias Judentum verließ) — alles weigerte sich_der Gefolgschiaft; selbst Heime beteiligte sich am Spott über die neue Gründung. Dieser Spott mag wohl zum Teil der abenteuerlichen Gestalt des Gründers (gegolten (halben; zum größeren Teile freilich war es der Widerstand des emianziipatiiionsstolzenJuden igegen die „Rückkehr ins Ghetto" — wir kennen die Weise... Nur Gabriel Rießer und sein Vaiier sahen schon damals weiter. „So klein oder sogar lächerlich die Sache jetzt schieinen miaig, so mögen Not und! Zeit . . . 'unsere Nachkommen die Sache ganz anders beurteilen lassen..." schreibt damals Jacob Rießer •an seinen Sohn. Daibei vertritt Naaih manchen Gedanken, der ums erst heute in* seiner 'ganzen Bedeutung klar wunde wie etwa die Rüdkführung der Juden zu 1 arid wir tsc halft Meinen Berufen, den Wert eines jüdischem Zentrums für idCe Juden an allen Eniiem der Erde, aiuch wenn sie selbst nicht alle dorthin auswandern könnten u. a. Der tapfere Mann war übrigens durch den FehlscMag diieses Anarait-Plans nicht im mindesten entmutigt; er hat bis tax seinem Lebensende an ähnlichen Plänen weiter (gearbeitet and äst schließlich auch diabu gelangt, die Bedeutung Palästinas für dire Zukunft der Juden einzusehen und dem amerikanischen Publikum klar zu machen. Schon im Jahre 1844 trat er mit konkreten Vorsahlägen zur Lösung der Judenfrage durch Schaffung eines j ü d i s c h e n Zentrums vor die Öffentlichkeit — auch hierin ein Pionier, dem erst viel später Nachfolger beschieden waren. Bertha BadiSStrauß. Geschichte der Juden in Palästina nach dem Peel-Bericht Im Laufe des zweiten Jahrtausends v. Chr. waren die Länder längs der Ostküste des Mittelmeeres wiederholten Einbrüchen semitischer Volksstämme ausgesetzt, die aus den kahlen Steppen des Nordens durch die arabische Wüste gegen das Meer hindrängten. In Palästina wurden diese Einwanderer als He- .bräer bekannt, und ein Stamm oder eine Gruppe von Stämmen, die ihre Herkunft von Abraham aus Ur ableitete, nannte sich nach Abrahams Enkel, Jakob oder Israel, Israeliten. Aus der alten Uberlieferung über eine Wanderung dieser Israelitennach Ägypten, über ihre Verfolgung durch die Pharaonen und ihre Rückkehr nach Palästina unter der Führung von Moses hebt sich die historische Tatsache heraus, daß etwa um 1100 v. Chr. die Israeliten den größten Teil des palästinensischen Berglandes besetzt hatten, und daß sie von den Völkern an der Küste (den Phöniziern oder Philistern) sowie von den Semiten in der Wüste jenseits des Jordans, durch ihre beondere Religion unterschieden waren. In scharfem Gegensatz zu dem heidnischen Polytheismus der ganzen alten Welt hatten die Israeliten den Gedanken von Einem unsichtbaren Gott gefaßt und hatten das, was nach ihrem Glauben Seine Gebote waren, in dem Mosaischen Gesetzbüch zusammengefaßt. Der Aufstieg dieses Volkes zu einem, bevorzugten Platz in der Geschichte ist aus den Seiten des Alten Testaments so bekannt, daß er für den vorliegenden Zweck nur ganz summarisch behandelt zu werden braucht. Die Periode der Richter war eine Zeit der Uneinigkeit unter, den Stämmen und des dauernden Konflikts mit den benachbarten Feinden. Der feindliche Druck, besonders seitens der Philister, führte zur Errichtung einer Monarchie. Und unter dem König David (etwa 1010—970 v. Chr.) vom Stamme Juda.und unter seinem Sohn und Nachfolger, dem König Salomo, waren die Israeliten in ihrer Gesamtheit tatsächlich geeinigt, die Philister und sonstigen Feinde waren entscheidend geschlagen, und die Macht des neuen Königreiches erstreckte sich zeitweise nicht nur über ganz Palästina, sondern auch über den größten Teil des Territoriums im Norden und Süden, das zwischen den rivalisierenden Großreichen Ägypten und Assyrien lag. Mit Salomos Tod setzte der Niedergang ein. Das Küstenvolk gewann 1 Wir haben die Bedeutung diieses Dokuments (in deutscher Sprache im Schocken-Verlag erschienein) in der Nummer vom 1. September dieses Jahres ausführlich gewürdigt. Lehrhaus der Kultusgemeinde München Sonntag, den 14. November, abends 8.30 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde Herzog-Max-Strafce 7 Vortrag von Dr. Abraham Heschel (Mittelstelle der Reichsvertretung für jüdische Erwachsenenbildung) Vom Sinn des Beiens Eintritt frei Am Saimstag uinid Sonntag, den 13. tunid 14. November, hält Herr Dr. Heschel einen Wochenend-Lehrgang für Jugendliche, und zwar einen Bibelkurs: „Mose zwischen Gott und Volk" (Lektüre von II. Buch Masie, Kap. 32 <u. 33). Zu dieser Arbeitsgemeinschaft (im gemeindll. Sitzungssaal) sind alle Jugendlichen bei freiem Eintritt eingeladen. Für Erwachsene ist der Kurs nur iin beschränktem Umfang zugänglich (nur nach vorheriger Aiumelidarag in der Gemeindekanzlei, Abtig. Lehnhaus). Stundenernteilung: Samstag Km—H\ Uhr vorm., 3—5 Uhr nachm.; Sonntag 10—12 Uhr vorm. im gemeindll. Sitzungssaal. seine Unabhängigkeit zurück. Die nördlichen Stämme trennten sich und errichteten ein eigenes Königreich Israel mit dem Mittelpunkte Samaria, das sich dem Königreich Juda entfremdete und öfter im Krieg mit ihm lag. Das Südreich verkörperte von nun an die Uberlieferung der hebräischen Idee und Kultur, besonders auch deshalb, weil der von Salomo erbaute Tempel in Jerusalem das dauernde sichtbare Symbol des hebräischen Glaubens war. Diese Zweiteilung Palästinas erleichterte seine unausbleibliche Unterwerfung unter das jeweils stärkere der benachbarten Reiche; aber den beiden Königreichen und den Küstenstädten gelang es immerhin, eine schwankende Unabhängigkeit für etwa 200 Jahre zu behaupten — eine Zeit, die vor allem anderen durch das Leben und die Schriften der Großen Propheten ausgezeichnet ist. Zwischen 721 und 715 fiel der erste Schlag. Das Nordreich wurde der Assyrischen Herrschaft unterworfen, Samaria wurde zerstört, und der tüchtigere und begütertere Teil der Bevölkerung wurde in ferne Länder deportiert. Das Südreich unterwarf sich der Assyrischen Oberhoheit und entging dadurch für einige Jahrzehnte edner ähnlich grausamen Behandlung; aber um 585 v. Chr.. erlitt Juda durch Nebukadnezar, dem König des neuen Babylonischen Reiches, das an die Stelle Assyriens im Irak getreten . war, . das gleiche; Schicksal wie Israel. Jerusalem wurde erstürmt und zerstört und ein größer Teil des Volkes nach Babylon überführt. Die „Gefangenschaft" dauerte nicht lange. Im Jahre 539 v. Chr. eroberte Cyrus, der Gründer des Perserreiches» Babylon und erläubte im Jahre 538 den Judäern im Exil, nach Judäa zurückzukehren. Manche von ihnen blieben im Irak, aber die Mehrheit — ihre Zahl ist mit 40 000 berechnet worden — kehrte in ihre historische Heimat zurück und begann den Tempel neu auf-* zubauen und ihr nationales Leben in einem kleinen Binnenstaatwiederherzustellen. Für die nächsten drei oder vier Jahrhunderte ist die Geschichte der „Männer von Juda". oder der Judendunkel, abgesehen von der nackten Tatsache,, daß sie als Teil, der fünften Satrapie des Perserreiches regiert wurden und da- MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII Stadtfiliale Hochbrückenstr. 14, Ecke Herrnstr.

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