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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-11-01 · 21 (1.11.1937) · p. Seite 374

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
21 (1.11.1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 374 (sequence 6)
Language
German
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%0 in der Dienersfralje Das Haus Jür vornehm-gediegene Wäsche nach unter die Herrschaft der. Ptolemäischen Nachfolger Alexanders des Großen kamen. Aber die moderne Forschung schreibt dieser dunklen Periode eine Blüte der hebräischen Kultur zu. Es war, so ist die herrschende Meinung, die Zeit, in welcher das Mosaische Gesetz oder die Tora ihre endgültige Form bekam und der verbindliche Kodex für das soziale Leben wie auch für die religiöse Haltung wurde, eine Zeit, an der so verschiedenartige Meisterwerke der jüdischen Gedankenwelt und Kunst, wie Hiob, Ruth, das Hohe Lied, der Prediger Salomo und die Sprüche Salomos, und auch einige der schönsten Psalmen entstanden sind. - Die nächste Phase beginnt mit der Eroberung Palästinas durch die Seleucidischen Beherrscher Syriens und, als Folge davon, mit der ersten Verfolgung des jüdischen Glaubens. Der Hellenismus war jetzt im Aufstieg.-und es wurde versucht, die Juden zu zwingen, die Gesetze der Tora preiszugeben und die griechischen Götter und Lebensformen anzunehmen. Aber unter der Führung der Familie der Hasmonäer, unter denen Judas Makkabäus und Johannes Hyrkanus die bedeutendsten Erscheinungen waren, erhoben sich die Juden mit Erfolg. Von etwa dem Jahre 160 an errangen sie nicht nur wieder die lang entbehrte Unabhängigkeit Judäas, sondern dehnten auch ihre Herrschaft im Norden, Süden und Osten aus, bis sie ungefähr die Grenzen des Reiches Davids und Salomos erreichten. Aber schon drohte die nächste unter den vielen Eroberungen Palästinas: gegen die Macht des sich ausbreitenden Römerreiches vermochten die Juden ihre Freiheit nicht zu behaupten. Im Jahre 63 v. Chr. eroberte Pompejüs Jerusalem. Seit damals ist Palästina niemals wieder ein unabhängiger Staat gewesen. Trotz der wechselnden und tributpflichtigen Form der Regierung durften die einheimischen Herrscher, wie Herodes, den Königstitel führen, aber Palästina war jetzt in Wirklichkeit eine römische Provinz. Daß es sich als unruhig erwies, war teilweise der Unterdrückung und Aussaugung durch die römischen Oberherren zuzuschreiben. Aber so stark war einerseits der jüdische Geist und so bitter waren andererseits die unter den Juden üblich gewordenen Streitigkeiten, daß es auch der besten Regierung schwer geworden wäre, den Frieden aufrecht zu erhalten. Ein Jahrhundert ständigen Kampfes gipfelte schließlich in einem allgemeinen Aufstand des Jahres 64 n. Chr., der erst nach Jahren schwerer Kämpfe unterdrückt wurde, nachdem im Jahre 70 Jerusalem von Titus genommen und zerstört wurde und der Tempel, der Ort des letzten,Widerstandes, bis auf den Grund verbrannt war. Aber die Juden waren noch nicht vernichtet Wieder erhoben sie sich in den Jahren 115 und 132. Reisen „«& Nordamerika Südamerika Südafrika Palästina etc. durch PnlcstiiictixiH'cssCo. Vertretung: Reisebüro Carl Bierschenk Nachf. München, Karlsplatz 3 Telefon 13377 i Visen, Kreditbriefen« Bahnkarten, Hotelgutachelnen. Dieser letztere Aufstand war so erfolgreich, daß sich die Römer entschlossen, eine Wiederholung ganz unmöglich zu machen. Im Jahre 135 wurde Jerusalem zerstört und sein Grund und Boden unter den Pflug genommen. Von der Bevölkerung wurden viele hingerichtet, noch mehr als Sklaven verkauft. Von dieser Zeit an sank Palästina unaufhaltsam ins Dunkel. Seine deziniieite Bevölkerung verringerte sich immer weiter. Während die Juden, die sich über den größten Teil der Welt verbreiteten, erstarkten und sich vermehrten, gab es in ihrer Heimat baid nur noch ein paar Tausend von ihnen. Die Geschichte des jüdischen Palästina, die damit endigt, ist im wesentlichen der Geschichte eines Landes vom Umfang von Wales vergleichbar; aber sie bildet eines der erhabensten Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Infolge von zwei elementaren Leistungen — der Entwicklung der ursprünglichen primitiven Verehrung Jehovas zu einem hochgeistigen Monotheismus und der sozialen und politischen Ideale, die dieser Glauben zeitigte — gab das jüdische Palästina die Inspiration zu unsterblichen Werken der Prosa und Dichtkunst. Infolge dieser Leistungen müssen die Errungenschaften des Hebräertums im antiken Palästina für die heutige Welt mit den Errungenschaften des antiken Griechenlands und Roms in einer Reihe stehen. Christen zumal können nicht vergessen, daß Jesus ein Jude gewesen ist, der auf jüdichem Boden gelebt und sein Evangelium auf der Grundlage des jüdischen Lebens und der jüdischen Gedanken aufgebaut hat. Aus der Gemeinde München Israel. Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern Chanukka in diesem Jahr schon am 28. November! Wir müssen uns auch in diesem Jahr wieder an alle unsere guten Freunde wenden mit der herzlichen Bitte: Helfen Sie uns wieder, all den Kindern, die uns darum bitten und die sich darauf freuen, ein schönes Chanukkafest zu bereiten, indem wir ihnen, wie nun schon seit Jahrzehnten, die Sachen schenken können, die sie nötwendig brauchen, um den Winter gesund zu überstehen und nicht zu frieren. Unsere Mittel sind durch die Entsendung in die Ferienkolonie (50 Kinder für 5 Wochen) völlig erschöpft! _ Wir bitten um Geld- und neue Sachspenden, Schuhwerk, Wäsche, Pullover, Kleider, Anzüge, Mädchen- und Bubenmäntel, Strümpfe und Handschuhe — alles für das Alter von etwa 6 bis 12 Jahre. Bitte denken Sie möglichst bald an uns und senden Sie Geldspenden auf unser Postscheckkonto München 3 5 24, Isr. Verein für Ferienkolonien u. z. Bekleidung von Schulkindern. Sachspenden an die Wohlfahrtsstelle der Isr. Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 3/1, mit d e u 11 i c h e r Bezeichnung: Bekleidungsverein für Chanukka. Isr. Verein für Ferienkolonien u. z. Bekleidung von Schulkindern Jenny Baerwald, Vorsitzende. Lehrhaus der Kultusgemeinde Die .in der vorigen Nummer angekündigten LehrkuTse werden im November nach den Ankündigungen der Vortragenden in den Lehrstuni(ien.fof%es>etzt. . Am Mittwoch, dem 3. Noivenuber (abends 9.15 Uhr), beginnt ' im gemeindl. Sitzungssaal der Kurs von Herrn Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Benno Silberschmidt: „Hauptströmungen in der modernen Philosophie." Der Kurs von Herrn Rabbiner Dr. H e r b e r t F i n k e i - scher er über „Jüdisches Brauchtum", mit Lichtbildern urn-ter Vorweisung von Ritual-Geigetnistäniden, ist auf Dienstag, abends 8:20 Uhr, vorverlegt; der Besuch dieses Kurses kann auch noefh im November begonnen werden. Kapellmeister Erich Eisner setzt die begonnene Vortragsreihe „Eiiniführu-ng in die KonzertmusMk" fort. Es wenden die in der Komzeritmusik vorkommendem' Formen (Kanon und Fuge,- Sonate und Symphonie, -Suite und Variationen," Arie und Lieidl) behandelt und durch Beispiele aus der Literatur am Klavier erläutert. Kursstände Donnerstag, 20.15 Unr, im Bibliol'Jheksaal dies Gern eindegebäiuides. Anmeldtanlgen wenden -auch naohträglioh noch entgegengenommen.

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