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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-10-15 · 20 (15.10.1937) · p. Seite 353

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
20 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
Seite 353 (sequence 3)
Language
German
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^^»^^^depy^bWc^Lg ^v^-vr-^1 ~ V /- -Auswanderung. Die schon in der'ersten'Tabelle mitgefeilten Auswanderungszahlen zeigen, daß Württemberg:jm ersten Kalendervierteljahr von den vier süddeutschen Ländern die stärkste jüdische Auswanderurig aufweist; Sie ist um etwa zwei Drittel höher, als es dem Anteil der jüdischen Bevölkerung in Württemberg entspricht. In Hessen übersteigt die Auswanderung prozentual nur etwa um ein t Viertel den Bevölkerungsanteil. Die oben gemachten Ausführungen über die Bedeutung der Gemeinde Frankfurt als Umschlagszentrum für die Auswanderung gerade hinsichtlich der jüdischen Gemeinden des Landes Hessen rechtfertigen aber die Annahme, daß auch in Hessen ein mindestens gleich starker Aüswanderungsprozeß vor sjch geht. Die süddeutsche-Auswanderung richtet sich in besonders starkem Maße nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Das hängt mit den vielfachen familiären Beziehungen der amerikanischen Juden gerade zu den jüdischen Gemeinden in Süddeutschland zusammen. In .welcher Weise sich die Auswanderung auf die einzelnen Länder verteilt, zeigt die folgende Ubersicht: Auswanderungsziel Bayern Baden Hessen ^Württemberg Westeuropa Mittel- Uj Nordeuropa (Österreich, Italien, Ungarn, Schweiz, Tsch.-Slow., Skandinavien) Ostu. Südeüropa - Palästina Südafrika Vereinigte Staaten ■ von Nordamerika Argentinien Brasilien . Sonstiges Amerika Sonstige Ausr ....... Wanderungsgebiete .;,Uribefeannt" od.- „Auf; Reisen" labgemetdet Insgesamt. . I 48 17 7 ' 26 26 10 2 16 46 ■ 20 10 28 23 11 4- 15 ■ 2 8 1 _ 2 2 . 1 — \ 67 28 13 10 29 11 4 - 5 16 7 19 11 ö 5 10 , 3 157 81 1.09 53 73 46 51 26. 17 13 15 14 7 7 6 7 11 9 13 6 6 5 5 . 2 11 6 16 1 6 1 '5 — 3 . ■ ■ — 6 ..■ 1 1 —- 1 — 16 16 * 6 18 6 7 1 6 394 . 205 215 168 185 99 90 80 (Die schräggestellten Zahlen stellörs die in den oberen großen Zahlen enthaltenem.weiblichen Personen dar.) Für Bayern, Baden und Hessen stellen die Vereinigten Staaten das bei weitem bedeutendste Einwanderungsland dar. Für -Hessen-übersteigt sein Anteil sogar 50%, -während im Reichsdurchschnitt-die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten nur 26% der Gesamtauswanderung ausmacht. Rechnet man die Auswanderung nach den sonstigen amerikanischen Staaten dazu, so umfaßt sie für Hessen^ fast 75% der Gesamtauswanderung.: .Auffallenderweise liegen die Verhältnisse für die jüdischen Gemeinden in Württemberg anders. Hier übersteigt die Auswanderung nach Europa die Zahl der Auswanderer nach den Vereinigten Staaten. Immerhin liegt die gesamt-amerika- .■nische Auswanderung auch hier an der Spitze. ' Die von der Meldestelle des Preußischen Landesverbandes angestellten Auszählungen sowohl der Binnenwanderung als BAMBERGER& HERTi DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE I auch der Auswanderung nach Alters- und Berufsgruppen sowie nach dem Familienstand und der Staatsangehörigkeit" würden weitere interessante Einblicke in die Struktur der jüdischem Wanderungsbewegung vermitteln, die darzustellen der Platz hier aber nicht ausreicht. Es bleibt vorbehalten, auch auf diese Probleme einzugehen, sobald die Ergebnisse der nächsten Quartale vorliegen werden. . Das neue Heft des Hilfsvereins über jüdische Auswanderung Das eben erschienene neue Korrespondenzblatt des Hilfsvereins der Juden in Deutschland über Auswanderungs- und; Siedelungswesen ist eine stattliche Großquartbröschüre von 100 Seiten von größter Wichtigkeit für jeden von uns, an den die Frage derneuen Existenzgründung im Ausland herantritt. Das Heft behandelt die Länder Australien, Neuseeland, Mexiko, Kenya und Süd-Rhodesien. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum hieraus zu folgern, daß die Auswanderung gerade nach diesen Ländern vom Hilfsverein besonders empfohlen werden soll. Die ausführliche und überaus anschauliche Darstellung der Verhältnisse gerade in den genannten Gebieten hat vielmehr ihren Grund darin, daß der Hilfsverein bestrebt ist, möglichst alle Länder nach ihren Auswanderungsmöglichkeiten für Juden aus Deutschland nach dem neuesten Stand zu behandeln. So war das letzte*.noch keines-? wegs überholte vorzügliche Heft Südamerika gewidmet. Die neue Veröffentlichung beschäftigt sich in allen Einzelheiten mit den Einwanderungsbedingungen jedes einzelnen Landes, ferner mit Land und Leuten, "der Wirtschaft, den. Lebenshaltungskosten und den Besonderheiten der Lebenshaltung, mit dem sozialen und kulturellen, insbesondere dem jüdischen Leben, den Aussichten für Einwanderer und bringt zum Schluß jedes Länderteiles höchst instruktive Briefe von jüdischen Einwanderern über ihre Erfahrungen. Besonderen Wert bekommt das neue Heft auch dadurch, daß es eine eingehende Darstellung der Einwanderungsbestimmungen der Vereinigten Staaten und die deutsche Wiedergabe des neuesten Südafrikanischen Einwanderungsgesetzes von 1937 enthält, außerdem einen sehr wichtigen Südamerika-Nachtrag, mit den Veränderungen in den Einwanderungsvorschriften seit dem letzten Südamerika-Heft für Argentinien, Brasilien, Columbien, Ecuador, Paraguay. 'Peru und Uruguay. Der einleitende Teil des Heftes beschäftigt sich mit „Typischen Fehlern unserer Auswanderer", mit der Klimafrage und Haushaltungsführung sowie der häuslichen Hygiene in den Tropen. In einem Anhang befindet sich eine wertvolle Liste von Büchern zum Sprachstudium (Englisch, Spanisch und Portugiesisch). Es Kann nicht nachdrücklich genug Einwanderungsinteressenten das Studium des neuen Hilfsvereinsheftes empfohlen werden. Außer beim Hilfsverein selbst (Berlin W 35, Ludendorffstraße 20) ist=das Blatt zu RM. 1-50 auch im Geschäftszimmer der Beratungsstelle des Hilfsvereins in München, Herzog-Max- Straße Nr. 5/1 (im Rückgebäude) zu beziehen. x L. F. Jüdische Winterhilfe 1037/3S Hilfebedürftige - meldet Euch sofort in den Sprechstunden Herzog-Max-Straße 7/o Montag mit Freitag von 10—12 Uhr Montag mit Donnerstag von 4—6 Uhr Äuch wer im vorigen Jahr betreut wurde, muß sich neu melden, wenn er nicht lautende Unterstützung bei der Jüdischen Wöhlfahrtsstelle hat. -

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