Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 13 (Ausgabe B) (1937)
- Issue
- 16 (15.8.1937)
- Date
- 1937-08-15
- Page
- Seite 295 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mr. 16 - Jüdisches Gemeirideblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 295 BAMBERGER&HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE G a h n seine Teichen •Erfahrungen! ehrenamtlich zur Verfügung Restellt. Die vortreffliche Raumgestaltung und die rechtzeitige Fertigstellung ist vor allem auch dien Bemühungen des Herrn Architekten L e b r e c h t zu verdanken. Bei der Eröffnung des Betriebs hatten sich die Mitarbeiter des Verbiandes, einige Ehrengäste und die Schüler eingefunden. An i edlem Arbeitsplatz lag das gesamte Werkzeug, das Besitz der Schüler wird und' nach der Ausbildungszeit sie in ihren Berulf begleiten wird. Namens des Bayeraverbandes begrüßte Herr Rechtsrat Dr. Otto Weiler die Jungen. Er dankte den erwähnten Persönlichkeiten, deren wertvolle Mitarbeit das Werk gestalten half. Eindringlich stellte er der Schülerschaft voir Augen, unter welcher doppelter 'jüdischer Verantwortung ihre Arbeit .stehen muß: die Verantwortung nicht nur vor den Eltern und vor der eigenen Zmkumft, sondern auch vor unserer Gemeinsch'äift, der jeder von uns auch naich der Auswanderung als Wegibereiter ziur Verfügung zu stehen hat. Dr. Weiler wies .ferner mit ernsten Worten darauf hin, daß nur bei größter Arbeitsdisziplin und .innerer Hingabe das Lebrziel erreicht werden könne: wirkliche 'handwerkliche Fachleute heranzubilden, die überall in der Welt ihre Existenz werden finden können. Im übrigen haben wir, schloß Rechtsrat Dr. Weiler, zu unserem bescheidenen Teil an der geschichtlichen Aufgabe mitzuwirken, eine Gesundung und Normalisierung des Berufsaufbaus der Juden, zu erreichen. Mit dem Bewußtsein unserer hohen Verpflichtung gegenüber der großen Aufgabe und voll Stolz aulf die vorbildlichen Werkstätten, die in dieser schweren Notzeit ein Zeichen unseres Lebenswillens sind, wollen wir 'an die Arbeit gehen. — OipL-Ing. R o s e n t h a 1 dankte den. leitenden Stellen des Verbandes, an ihrer Spitze Herrn Dr. Neuineyer, dem Dezernenten Dr. Weiler, Frau 'Dr. Remiuer, der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und der Gemeinde München, Dr.-Ing. Cahn und den Meistern und Gesellen. Den Jungen stellte er vor Augen, daß 'ihre neue Arbeit geistige Umstellung und pflichtbewußte Handwerksgesinnung verlangen. Allein ernste sachliche Arbeit verheißt. Erfolg in der Werkstatt und nirgends gilt mehr als hier das Goethe-Wort: Das Was bedenke, / Mehr bedenke das Wie! Auch er" forderte von den Lehrlingen, die er an den alten Handwenkerspruch: Lehrjahre sind keine Herr entfahre, erinnerte, freudige Kameradschaft und Unterordnung. — Als Letzter gab Herr Dr.-Ing. Cahn1 der Werkstätte und ihrer Belegschaft herzliche Worte mit auf 'den Weg: mit seinem Dara'k verband er einen Hinweis auf die Weihe, die von denn Beginn der treuen Arbeit, zu der die Jungen nun berufen sind, ausgeht und auf ihren 'jüdischen Chiaralkiter, der alle zu. einer Gemeinschaft zusammenfügen möge. — Anschließend nahm die Lehrwerkstätte — ein Drittel der Schüler wird Tischler, zwei Drittel Mechaniker und Elektrotechniker — sofort ihren Arbeitsbetrieb aulf. Die gute Ausrüstung mit Arbeitsgeräten und Maschinen wird von Anfang an ermöglichen, gründliche Arbeit zu leisten und beispielsweise durch Herstellung von neuen Schränken, Tischen u. ä. zur Ausgestaltung der eigenen Räulme beitragen). Die Arbeitszeit beträgt 9 Stunden; in der .Mittagspause wird gemeinsam in einem der Küche benachbarten Speiseraum gegessen. Nach dem Arbeitsschluß um 17.16 Uhr wird in den Wohnräumen der Lehrlinge (Bäte Chaluz, Lehrllngsbeiirn usw.) für die geistige und jüdische Fortbildung der Lehrlinge sachgemäß gesorgt. In den Lehrwerkstätten selbst wird die theoretische Fachbildung vorgenommen: es steht hierfür ein eigener großer Unterrichtsraum zur Verfügung. — Die Eröffnung und Besichtigung der jüdischen Lehrwerkstätten des Verbandes Bayerischer Israelitischer 'Gemeinden hinterließ bei allen Anwesenden den Eindruck, diaß hier eine Ausbildungsstätte entstanden ist, die sich nicht nur würdig einfügt in den Kreis der schon bestehenden Umschichtungs- und Schutangsst'ätten der Juden Deutschlands, sondern, die — dank ihrer trefflichen Lehrkräfte und ihrer vorbildlichen Ausstattung — wohl bald eine führende Rolle spielen wird. Hans Lamm. MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII Stadtfiliale Hochbrückenstr. 14, Ecke Herrnstr. Aus der Gemeinde München Zionistische Ortsgruppe München schwer«*. 2/1 Tei.53052 Das Ergebnis der Schekel-Aktion in München Über das 'Gesamtergebnis der Scheikelaktiom in Deutschland sind in der jüdischen Presse bereits ausführliche Würdigungen erschienen. 'Mit fast 100 000 Schekalim ist ein außerordentlicher organisatorischer und moralscher Erfolg erzielt worden. Auch das Ergebnis in der Münchner Gemeinde steht hinter diesem Gesamtergebnis nicht zurück. 2228 Schefcalim wurden hier erworben, ein Zeichen idafür, welch fruchtbaren Baden der Gedanke des Palästinaaufbaus in unserer Gemeinde findet. Besonderer Dank gebührt den Helfern bei dieser Aktion. Sie haben durch ihre Werbearbeit über den unmittelbaren Erfolg hinaus in wertvoller Weise dazu beigetragen, die Beziehung zu diesem Werk in einer entscheidenden Stunde zu festigen. Aus der Gemeinde Augsburg Umzug des Beth-Chaluz, Augsburg Schon lange waren den Chaweriim des Beth-Ghaluz, Augsburg, die schönen Räume in der Friedberger Straße zu eng geworden. Ein neues Heim 'fanden sie in der Armenhausgasse B 121a, wo ein großes Haus mit einer riesigen Halle leer stand. Danlk der großzügigen Unterstützung der Augsbunger Synagogengemeinde konnte ein günstiger Mietsvertrag für ein Jahr abgeschlossen werden. Besonders der von der Gemeinde als Betreuer des Beth-Chaluz eingesetzte Herr Walter E. Katz und der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Justizrat Dr. Stauß, setzten alles daran, die Unterbringung der Chaluzim. in ihr neues Heüm zu ermöglichen. Am 30. Juni wurde mit Handwagen und Lastauto (Herr Eigner, vom Möbelhaus Eigner, ließ es sich nicht nehmen), persönlich >mit seinem Lastwagen vorzufahren) der Umzug bewerkstelligt. Mit Begeisterung und Humor wurde innerhalb 1% Tagen das leere Haus in ein wohnliches Heim verwandelt. Noch sind nicht alle Wünsche der Chaluzim erfüllt. Die große Halle muß durch Umbau in gemütliche Räume aufgeteilt werden. Der Plan der Firma Kleofaß &. Knapp liegt bereits vor und bedarf nur noch der baupolizeilichen Genehmigung. Dann werden die Chaluzim unter Leifcuinig eines Ingenieurs der obigen Firma den Umbau vornehmen. Durch diesen Umbau ist es möglich, ihre Zahl auf 40 'Zu erhöhen, so daß das Beth-Chaluz das größte in Bayern werden wird. Zur Einrichtung benötigten sie vielerlei Gegenstände, wie Möbel, Hausgeräte, Tisch- und. Bettwäsche und dergleichen. Es hat sich gezeigt, daß auch die Augsburger Gemeindemitglieder sich dem Beth-Chaluz verbunden fühlten, indem sie tatkräftig diese Gegenstände spendeten. Das Beth- Ohaltüz fühlt sich verpflichtet, an dieser Stelle allen danien zu danlken, die mitgewirkt halben, das neue Heim 'gemütlich und Aufbaumöbel, Ein- und Zweibett- CouchBS sowie komplette Zimmer-Einrichtungen MOBEL-BALLIN TheatinerstraßeT, Eingang MaffelstraBe Billige Preise bei gediegener Qualität