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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-08-15 · 16 (15.8.1937) · p. Seite 294

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
16 (15.8.1937)
Date
1937-08-15
Page
Seite 294 (sequence 4)
Language
German
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294 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nr.: 16 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig f mifelder &mJ>A tHündjen, im Worsntal den, findet sich auch im Schwabenspiegel und im Rechtsbuch des Rupprecht von Freising. Weitere Bestimmungen in dieser Richtung, wie das Verbot, bei Juden in Dienst zu treten, mit ihnen zu speisen, sie zu Hochzeiten oder in Wdrtschaften einzuladen, die sich in dem den Juden grundsätzlich nicht gutgesinnten Schwabenspiegel finden, sind im Augsburger Stadtbuch von 1276 nicht verzeichnet. Schließlich ist noch eine Bestimmung — eine ähnliche ist auch im Rechtsbuch nach Distinktionen — zu erwähnen, die sich mit der Verwertung von rituell geschlachtetem Vieh beschäftigt Zunächst ist vorgeschrieben, daß die Juden, selbst das Vieh, das sie brauchen, töten müssen. Soweit das Fleisch von ihnen selbst nicht verwendet wird, muß es auf einer besonderen Fleischbank von einem Juden, der den Judenhut aufsetzen muß, verkauft werden. Dr. Ludwig Mayer. II. Auswanderung aus Augsburg Herr Bezirksrabbiner Dr. Ernst Jacob in Augsburg berichtet in der C.-V.-Zeitung vom 1. Juli 1937 über die jüdische Auswanderung aus Augsburg in den letzten vier Jahren; der Verfasser schreibt: Im Frühjahr des Jahres 1935 berichtete ich über zwei Jahre Auswanderung aus Augsburg. Es waren damals genau hundert Personen fortgegangen; ich konnte zeigen, auf welche Länder, Altersstufen usw. sich diese Auswanderung verteilte. Dabei wurde ausdrücklich betont, daß von einer Mittelgemeinde mit ungefähr tausend Seelen natürlich nur mit größter Vorsicht Rückschlüsse auf die gesamte Judenheit in Deutschland gezogen werden können. Das muß in gleichem Maße von den folgenden Feststellungen gelten. In weiteren zwei Jahren haben wiederum gerade hundert Personen unsere Gemeinde verlassen, wobei aber das nunmehr vierte Auswanderungsjahr den größten Anteil gehabt hat. Unsere 200 Auswanderer gingen nach zwanzig verschiedenen Ländern in allen fünf Erdteilen, nach Europa 68 Personen, Amerika Stru > Der raBtrumpfladen Filialen: Hohenzollernstr. Ecke Wilhelmstr. SchwanthalorstraBe 133 Max Schoenemann •m Staehus BayerstraBe 1 mm wie 8ioh8 jeder wünscht, formschön, ■MaWMaM gut verarbeitet und b i 11 i g im Möbelhaus Emil Eben Sch wanthalerstraße 9 | nächst SonnenstraB» l 81, Asien 36, Afrika 14, und nach Australien ging eine Person. Nach einzelnen Ländern geordnet, gingen nach USA.................51 Personen Palästina...............33 Frankreich............. . 31 „ Brasilien............... 23 „ Südafrika.............. 14 Italien................12 „ England.............. . 7 Tschechoslowakei...........6 Schweiz . . -.............6 Argentinien..............5 Holland............... 2 Spanien . . . . ..........2 Belgien ..........1 Schweden.............. 1 Cuba................1 Chile................ 1 China . ................ 1 Indien................ 1 „ Straits Settlements........... 1 Neuseeland..............1 „ Insgesamt 200 Personen Die Verteilung auf die sechs Hauptauswanderungsländer in den einzelnen Jahren war folgende: USA. Palästina Frankreich Brasilien Südafrika Italien 1. Jahr 1 5 16 3 2 4 2. Jahr 20 9 14 2 1 2 3. Jahr 2 9 — 4 4 1 4. Jahr 28 10 1 14 7 5 51 33 31 23 14 12 Von den Ausgewanderten standen im Männer Frauen 1.—15. Lebensjahr........ 15 15 16.—25. „ ........ 52 25 26.-35. „......... 33 15 36.-45. „ ........ 11 13 46.—60. „ ........ 11 8 über 60 Jahre alt waren .... _._ 1_1 ' ' 123 77 Es ergibt sich also, daß etwa drei Viertel der Auswanderer, nämlich 155 Personen, unter 35 Jahren alt waren, daß innerhalb dieser Zahl an Kindern unter 15 Jahren genau so viel Knaben wie Mädchen wegzogen, im übrigen aber 85 Männer gegen nur 40 Frauen, also mehr als doppelt soviel Männer. Das letzte Viertel der Auswanderer, das die über 35jährigen umfaßt, setzt sich aber aus fast genau gleich viel Männern und Frauen zusammen, 23 Männer gegen 22 Frauen. Eröffnung der Lehrwerkstätte des Bayerischen Landesverbandes In der zweiten Auigustwoche nahmen die jüdischen Lehrwerkstätten des Verbanides Bayerischer Israelitischer Gemeinden m München mit einer schlichten Werkfeier Ihre Arbeit auf. Seit mehr als Jahresfrist hat 4er Verband diese AusSbldiungsstätte geplant und sorgfältig vorbereitet. Bei der Inbetriebnahme hatten sich 40 Lehrlinge (vier Fünftel ans dem Land, ein Fünftel aus München) eingefunden; die Schill erzähl wird rasch' (beträchtlich (gesteigert werden. Die Lehrwerkstätten sind für Holz- und Metallbearbeitung (Feinmeohiainiker, Bau- •uinid Maschinen-Schlosser, Elektrotechniker) mit ausgezeichneten Werk»eu'g-Masohinen eingerichtet. Bei der eingehenden Werfeführumg konnten die modernen Arbeitseinrichituiigen, wie Drehbänke, Fräsmaschinen, Shapings, Schmiedevsaäi Schweiß- Anlaigen, sowie die lückenlos maschinell ausgerüstete Tischlerei vorgeführt werden. Besonders hervorzuheben sind die idealen Arbeitsräulme — neben den Arbeitsstätten der Tischler, Schlosser und Schmiede, Lehr-, Kochaind Speise-Räume, Bad" mit Duschen, Material^Laiger und -Ausgabe, die in eiinietn früheren F-äbrikigeibäuidie duch'(großzügigen Umbau'gewonnen1 wurden und die an freundlicher Helle'und Geräumigkeit schwer zu übertreff en sinid. Die Leitung der Aüsbildunigsstätte ist Herrn Diplom-Ingenieur Werner Rösenthal übertragen worden, dem eine Reihe «tesch-Mter Mleister und -Gesellten :'#u.r: Seife steht. Seit Beginn-der Vorbereitungen hat .He'Fr'Dr.*rhg.-Erteh

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