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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-07-01 · 13 (1.7.1937) · p. Seite 251

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
13 (1.7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 251 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 251 Grundschriften des Judentums zuzurechnen. Eine Ausgabe der Tora mit den alten klassischen Kommentaren bedeutet daher ein Sammelwerk wichtigster jüdischer Grundwerke. Die in korrigiertem und verbessertem Neudruck vorgelegte Ausgabe Netters von 1859 enthält in klarem Druck u. a. die klassischen Kommentare von Raschi, Ramban (Nachmanides), Awraham Ibn Esra, Raschbam (R. Schmuel ben Meir), R. Owadja Sforno usw. Sie ist wegen ihrer schönen Anordnung und reichen Beigaben als Vorlage für den Neudruck gewählt worden. Besonders wertvoll ist die Beigabe der Megillot samt ihren klassischen Kommentaren und Targumen. Das Baer'sche Gebetbuch" Bei diesem Buch handelt es sich um die berühmte, erstmalig 1868 in Rödelheim bei Lehrberger gedruckte Ausgabe des bekannten Grammatikers und Erforschers der jüdisch-liturgischen Texte Dr. S. Baer. Sie zeichnet sich vor allen anderen durch die wissenschaftlich gediegene Korrektheit der Texte, durch den als grundlegend anerkannten, Text und Liturgie erläuternden (hebräischen) Kommentar, sowie durch besonders schönen, klaren Druck aus. Das Baer'sche Werk, aus diesen Gründen allen Kennern als die unerreichte Leistung auf dem einschlägigen Gebiet bekannt, ist seit Jahrzehnten vergriffen und sehr gesucht. Selbst der (ebenfalls seit langem vergriffene) anastatische Nachdruck aus jüngerer Zeit ist antiquarisch nur zu sehr hohem Preise erhältlich. Der neue Nachdruck ist technisch vorzüglich geglückt, in jeder Hinsicht bestens ausgestattet und wird zu einem Preis abgegeben, der dem Buch nunmehr zu weitester Verbreitung verhelfen soll. Die neue Bücherreihe hat mit den drei beschriebenen umfangreichen Grundwerken einen verheißungsvollen Anfang genommen. Die Faksimile-Ausgaben — Beweise einer vollendeten buchgewerblichen Technik — sind sowohl Zeichen unserer eigenen erlahmten Schöpferkraft, selbst in der äußeren Neugestaltung unseres alten Gutes, als auch Anzeichen einer Wiederanknüpfung an das Verlorengegangene und vorschnell Preisgegebene. 3 ViOli^ rYTDy "HD Vollständiges Gebetbuch für das ganze Jahr, einschl. aller Einschaltungen für die ausgezeichneten Sabbate und Werktage sowie die Fasttage, mit einem erklärenden Kommentar herausgegeben v. Dr. S. Baer. Ausgabe A, für den altdeutschen (rheinisch-südwestdeutschen) Ritus: S50 Seiten Ouart (19,5X27.5 cm). In Ganzleinen RM. 9.80. Ausgabe B, für den deutsch-polnischen (im übrigen Mittel- und Osteuropa gültigen) Ritus: 912 Seiten Ouart (19.5X27.5 cm). In Ganzleinen RM. 9.80. 1 H Unser Straffalaine-Sakko Das ideale sportliche Sakko für Beruf, Sport und Reise aus einem leichten knitter- # « freienTrikotstofiSehrschöneFarben! 41.- B AMBERGER & HERTZ Die zuverlässigen Kleiderfachleute Von den neu erstandenen Büchern sind nur typographisch und textlich schlechte Ausgaben auf dem Markt, gute Ausgaben aber nur im Antiquariat, und zwar zu sehr hohen Preisen. Das hat seinen Grund darin, daß es sich meist um außerordentlich umfangreiche Werke handelt, deren Neuherstellung mit übermäßigen Kosten verbunden wäre, wenn nicht alle Qualitätsrücksichten außer acht gelassen werden. Aus dieser Schwierigkeit schafft die neuzeitliche Vervollkommnung der auf der Photographie beruhenden Vervielfältigungsverfahren einen glücklichen Ausweg. Sie ermöglicht nicht nur die originalgetreue Wiedergabe der guten alten Drucke, sondern sogar die Verbesserung mancher ihrer Fehler. Diesen Weg geht nun nach langwieriger Vorbereitung der Schocken Verlag. Durch verantwortliche und systematisch verfahrende Auswahl der aufzunehmenden Werke (zu denen auch wichtige Hand- und Gebrauchsbücher gehören sollen), sorgfältige Wahl der Vorlagen und ihre sachkundige Korrektur, sowie Sorgfalt um technische Vollkommenheit der Wiedergabe und einwandfreie Qualitäten von Papier und Einband hofft er, auf diesem Gebiet Vorbildliches leisten zu können und so der Verbreitung der hebräischen Quellenschriften des Judentums zu dienen. Manche besonders umfangreiche Werke erscheinen, um allen Bedürfnissen Genüge zu tun, in zwei verschiedenen Ausgaben: in originalgroßen Studienausgaben und in stark verkleinerten, aber noch gut lesbaren einbändigen Handausgaben auf Dünndruckpapier zu äußerst billigen Preisen. Vorkämpfer jüdisch-nationaler Musik im Osten Von Dr. Ernst Petuchowski (Berlin). Wenn ich vor einiger Zeit an dieser Stelle von einem bedeutenden jüdischen Musiker sprach — es war dies Ernest Bloch, der mir als einer der wenigen Komponisten des Westens berufen erscheint, einer jüdisch-nationalen Musik die Wege zu ebnen —, so war es mir doch klar, daß dieser Komponist gewissermaßen eine Ausnahmeerscheinung unter den zahlreichen jüdischen Komponisten darstellt. Ganz anders liegen die Verhältnisse in dieser Beziehung im Osten Europas, besonders in Rußland. Rußland war es, das seinerzeit fast als erstes Land Interesse dafür zeigte, eine Nationalmusik zu schaffen. Ich brauche da nur Namen wie Mussorgskj, Rimski-Korsakow anzuführen, die als die Schöpfer der russischen Nationalmusik anzusehen sind. Durch diese Komponisten angeregt, die selbst als Nichtjuden gar oft jüdischer Volksmusik Beachtung schenkten, begannen die jüdischen Musiker Rußlands — und deren gab es viele, mehr als in anderen Ländern — sich auf ihr Volk und ihre Abstammung zu besinnen. Man holte die Synagogalmusik hervor, die mit ihren „Tropen" am ehesten und unverfälschtesten jüdische, jahrhundertalte Melodik aufwies. Diese Tropen sind die melismatischen Wendungen, mit denen man seit alter Zeit in den Synagogen die Abschnitte der Thora vorzulesen pflegt. Und das Bemerkenswerteste ist es, daß es sich, wie gesagt, nicht um Ausnahmeerscheinungen handelt, die vereinzelt etwa sich um die Schaffung einer jüdisch-nationalen Musik verdient machten. Nein, es ist hier die Mehrheit der schaffenden Musiker, die diesen Weg beschritten. Kommt Sonntag, den 4. Juli 1937 zu den Leichtathletik-jfleisteFischaften der jüd. Sportler Bayerns auf den Sportplatz des Jtus, Marbachstraße (Linie 6 oder 26) Yorkämpfe ab V210 Uhr vormittags Entscheidungskämpfe ab V23 Uhr nachmittags.

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