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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-06-15 · 12 (15.6.1937) · p. Seite 237

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
12 (15.6.1937)
Date
1937-06-15
Page
Seite 237 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 237 J v»? / "TS-l'iiVC'P KEREN KA7EMETH LEJIS RAE L 20. bis 27. Juli Bttchsenleerung des KKL Die blaue Büchse in jedem jüdischen Haus erwirbt den Boden Palästinas für unsere Heimstätte JÜDISCHER NATIONALFONDS E.V., ZWEIGSTELLE MÜNCHEN, Schlosserstr. 2/1 fahrteten zu ihm und wußten wohl warum. Traube besaß einen Reichtum des Geistes, des Gemütes und der Nächstenliebe, der nicht fragt: Was gebe ich hin — was behalte ich für mich? So kommt es, daß ihn, der keine Kinder hinterläßt, viele verehren wie einen Vater. Wie einen Vater — ich muß das Wort noch überbieten: wen er liebte, gegen den war Traube von. einer Sorgsamkeit, von einer Wärme, der auch nur das wärmste Wort Genüge tut, das Menschen zur Verfügung steht; er war wie eine Mutter. — Wir sind nicht ohne Freunde nach Traubes Scheiden; jeder von uns hat wohl noch manchen guten, vortrefflichen, treuen Freund; aber einen von solcher Grazie der Liebenswürdigkeit, von solcher Zartheit, solcher Tiefe, von solcher Mütterlichkeit der Teilnahme haben wir nicht mehr. Wir bleiben alle in seiner Schuld; nur unsern Dank können wir sagen, und wem der Kern seines Wesens, wie es Traubes persönliche Überzeugung war, unsterblich ist, wem sein wissenschaftlicher Name währen wird, solange es eine Philologie gibt, — sein Andenken als eines liebevollen Menschen unter Menschen soll dauern, unvergeßlich, lebendig und gesegnet bleiben wenigstens solange, als wir auf dieser Erde stehen." Die Bestattung erfolgte auf dem alten jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorf hielt die Gedenkrede. Ludwig Traube ruht zu Füßen seiner ihm im Tode vorangegangenen Eltern. Die Erinnerungen Paul Lehmanns an Ludwig Traube in der Beilage der „Allgem. Zeitung" (24. und 25. Sept. 1907) weckten einmütigen Widerhall in Deutschland und Österreich, Frankreich und Italien, in Belgien, Finnland, Dänemark, England und Amerika. Uberall der gleiche Grundton der Klage um einen Unersetzlichen und wieder der dankbaren Freude, ihm näher getreten zu sein. „Niemand von uns kann hoffen, je wieder etwas Ähnliches im Leben zu finden. Preisen wir uns wenigstens glücklich, es einmal gekannt und besessen zu haben." Professor Dr. Ludwig Traube (1818—1876) Begründer der experimentellen Pathologie, bahnbrechender Forscher der Herz-, Lungen- und Nierenkrankheiten, führte die Digitalisbehandlung bei Herzkrankheiten ein, Vater des Münchener Universitätsprofessors und Begründers der mittellateinischen Philologie Ludwig Traube (1861—1907). Aus der Gemeinde München Vortrag von Dr. Sukenik in München im Juli. Der Archäologe der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. Sukenik, wird voraussichtlich in der ersten Juli-Hälfte nach Deutschland kommen und im Lehrhaus einen Lichtbild-Vortrag über „Die neuen Ausgrabungen in Samaria" halten. Nähere Ankündigung erfolgt in der Nummer vom 1. Juli. Dr. Sukenik hat die Ausgrabungen über die antiken Synagogen in Palästina, namentlich in Galiläa geleitet, und darüber weltbekannte Veröffentlichungen herausgegeben. Singkreis des Lehrhauses. Wegen des Urlaubs von Herrn Kantor Hohenemser fällt der Singkreis die nächsten vier Wochen aus. Jüdischer Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München 8. Symphoniekonzert des Kulturbundorchesters München Mit diesem Konzert erhielt die Spielzeit des Kulturbundes einen Abschluß, wie er festlicher nicht hätte sein können. Man hatte diesmal von der Verpflichtung eines namhaften Solisten abgesehen; um so mehr war unser Orchester auf sich selbst gestellt, und um so eindeutiger vermochte es sein hohes Können, seine glänzenden Fortschritte unter Beweis zu stellen. Wohl verliehen die mitwirkenden Bläser des Berliner Kulturbundes dem Konzert erhöhten Glanz und alle bunten Farben des großen Orchesters; ausschlaggebend aber war der Elan des Streichkörpers, der mit erlesener Tonschönheit, mitreißender Frische und mustergültiger Disziplin musizierte und damit abermals zeigte, wie er durch unermüdlichen Fleiß und strenge hingebungsvolle Arbeit von Mal zu Mal seine Leistungen zu steigern vermag. Dies ist das Bezeichnende an diesem doch zumeist aus Liebhabern bestehenden Orchester: daß es nicht wahllos ein Werk nach dem andern in Angriff nimmt und mit mehr oder weniger Gelingen vorträgt, sondern daß es systematisch an seiner Vervollkommnung arbeitet, nach bestimmten technischen Gesichtspunkten seine Programme wählt und dann nicht eher ruht, bis es alle Probleme vollkommen erfaßt, alle Schwierigkeiten überwunden und eine solche Sicherheit erlangt hat, daß es sich unbehindert in den Dienst des musikalischen Vortrags stellen kann. Vollkommener denn je wurde dieses Ziel diesmal erreicht; nicht mehr das Orchester sprach zu den Hörern, sondern die Musik selbst in unmittelbarster Weise, wie sie von ihren Schöpfern gedacht und geschaffen wurde. Kein schöneres Lob wüßten wir unserem Orchester zu sagen. Zwei große Werke umfaßte das Programm: die 3. (Schottische) Symphonie von Mendelssohn, und die 5. Symphonie von Dvorak. Mendelssohn schuf seine 3. Symphonie in den Jahren 1848/49; sie ist als das bedeutendste in der Reihe seiner symphonischen Werke anzusprechen. Der Hinweis des Untertitels Jetzt Ihren alten RADIO umtauschen! Nur für kurze Zeit: Sie zahlen für ein neues Gerät 15% weniger, wenn Sie Ihren alten Apparat drangeben. MUSIK HAUS MÖNCHEN 2M Neuhauserstr. 50

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