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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-06-15 · 12 (15.6.1937) · p. Seite 234

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
12 (15.6.1937)
Date
1937-06-15
Page
Seite 234 (sequence 6)
Language
German
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2ä4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig 1 Umfelder GmJtfr tnündfen. im Korental besten der einen Begriff machen, der die Fragmente mit den verschiedenen Systemen in den berühmten Lichtbilderwerken von Paul Kahle (besonders die 70 Tafeln in dem Werk „Die hebräischen Bibelhandschriften aus Babylonien"; 1928. — Ferner: „Masoreten des-Westens", mit Beiträgen von Israel Rabin und 30 Lichtdrucktafeln; 1927. — Die Fortsetzung dieses Werkes mit R. Edelmanns Beitrag über den Bibeltext des Ben Naftali; 1930 — „Masoreten des Ostens"; 1913) verglichen hat. Es gibt gute Kenner des Hebräischen, die nie „Iwrith" getrieben haben, und bei den meisten zur Thora Aufgerufenen in Deutschland ihren Heimatdialekt ohne weiteres heraushören. Ein gutes Mittel, mit dem Urteil über die „richtige" Aussprache des Hebräischen sehr zurückhaltend zu sein, ist das Studium der vier Beiträge von Kahle zu Bauer-Leanders Historischer Grammatik der Hebräischen Sprache des Alten Testaments. Diese Kahleschen Kapitel behandeln die masoretische Überlieferung des hebräischen Bibeltextes, die Zeichen für die Vokale, ferner die Zeichen für die verschieden zu lesenden Konsonanten und die Zeichen für den Wortdruck und den Vortrag des Textes (Niggunim). . Die Schrift verhält sich zur gesprochenen lebendigen Sprache (nicht zu dem papierenen „Iwrith") wie eine Skizze zu einem mit der größten Sorgfalt in Farben ausgemalten Gemälde. Jeder Jude, der noch aus der Tradition Hebräisch kann, setzt für jeden Buchstaben und jede Buchstabenverbindung den Laut und die Lautverbindung ein, die er in seinem eigenen Dialekt damit zu verbinden gewohnt ist. Wenn einer ein Exemplar „Bowe-mezie" von mir haben will, so werde ich ihn nicht schulmeisterlich verbessern und „Baba-mezia" sagen. Verlangt aber jemand „Babakamma" von mir, so weiß ich, daß er zu den Beflissenen, aber noch nicht zu den Kennern gehört. Die besondere Bedeutung der griechischen und lateinischen Transkriptionen des Hebräischen aus den ersten vier Jahrhunderten unserer Zeitrechnungen, geht am deutlichsten aus den bekannten Werken des Eichstätter Professors Franz Wütz hervor. Das letzte monumentale O^u^^^iJleM^ <>tJ2M o~a~K~ SCHREIBWÄREN FÜLLHALTER SPIELKARTEN in großer ÄüsWahl M AIERSCHE PAPIERHANDLUNG Rudolf iStern Karlstr. 8, Ecke Barerstr. Tel. 57624 Werk von Wutz „Systematische Wege von der Septuaginta zum hebräischen Urtext" (Stuttgart, Verlag W. Kohlhammer; XXII, 1027 Seiten) mit seinen rekonstruierten Bibeltexten hat Sister noch nicht gekannt, da es erst nach seinem Vortrag erschienen ist. Sister kommt zu dem richtigen Schluß, daß die einzige sichere und echte Basis für die Aussprache des Hebräischen der jeder jüdischen Gemeinschaft überlieferte Dialekt ist. Wie eine künftige sogenannte literarische Aussprache in Palästina sich gestalten wird, wissen wir vorläufig nicht. Es bleibt nur übrig, geduldig auf der natürlichen Grundlage des gegebenen Dialekts zu bauen und keine weiteren Experimente zuzulassen. Dr. Ludwig Feuchtwange r. II. Zehn Radio-Vorträge am Palästinasender über eine klare und natürliche hebräische Sprechweise Die 10 Radiovorträge am Palästinasender von Dr. Torczyner (Hamivta Healiz, Jerusalem 5697) dürften weitere Kreise der Hebräisch-Lernenden und -Lehrenden interessieren. In lebhafter und volkstümlicher Rede hat Torczyner am Radio versucht, die Hauptfehler, die beim Sprechen gemacht werden, zu korrigieren und gleichzeitig einige der Hauptschwierigkeiten, die die hebräische Schrift in der Wiedergabe der Laute bietet, zu erläutern und ihre Beseitigung anzubahnen. Er weist wiederholt daraufhin, daß die Schwierigkeiten, die entstanden sind, vor allem ihren Grund darin haben, daß man jahrhundertelang die hebräische Sprache nuraus dem geschriebenen Worte, aber nicht von dem - gehörten Laute lernte. So haben sich überall Abweichungen eingeschlichen, die auf den Einfluß der jeweiligen Umwelt zurückzuführen sind. Gewisse Unterschiede in ähnlichen Lauten sind verschwunden, einige in der .Sprachenumwelt nicht vorhandene Laute wurden gänzlich vernachlässigt, so daß man schließlich oft jetzt gleichlautende Wörter nur durch die Schrift unterscheiden konnte. Eine andere Schwierigkeit liegt darin, daß ursprünglich die Vokale in der Schrift so gut wie gar nicht bezeichnet wurden und ein System der Vokalzeichen erst verhältnismäßig spät nach Abschluß des Talmud von Grammatikern aufgestellt wurde. So kam es, daß einmal verschiedene solcher Systeme aufkamen, andererseits gleiche Zeichen für verschiedene Laute oder verschiedene Zeichen für ein und denselben Laut in Gebrauch kamen. Eine Schreibweise gewann schließlich die Oberhand. Aber die gesprochene Sprache wies eine ganze Reihe dialektischer Unterschiede auf. Die beiden Hauptdialekte — es gibt deren wohl noch sieben andere — die für uns in Betracht kommen — sind das Aschkenasische und das Sephardische. Für die hebräische Umgangssprache hat man sich für das Sephardische entschieden. Warum, kann hier nicht erörtert werden. Torczyner will nun in seinen mit gutem Humor und auch zusammenfassenden Versen gewürzten Vorträgen gewisse notwendige Forderungen für eine reine, klare, deutliche, schöne und natürliche Sprache aufstellen, wie sie geeignet ist, dem Neuaufbau, einer kultivierten Form und der Beseitigung offenbarer Irrtümer dienlich zü sein. Von dem Vokalzeichen Kamaz ist zunächst die Rede, das im Aschkenasischen überall Zeichen für „o" ist, im Sephardischen aber meist „a" bezeichnet. Man hat zu lernen, in welchen Fällen dieses Zeichen ein kurzes „o" wiedergibt. Die Regel ist bekannt. Im Laufe der Zeit, da man, wie gesagt, nur aus der Schrift lernte, hat man vergessen, zwischen Aleph und Ajin, zwischen Chet und Chaf, Tet und Tav, Kof und Kai einen Unterschied zu machen, während tatsächlich ein Unterschied besteht und auch beim Sprechen nach Torczyners Ansicht gemacht werden sollte. Man sollte das Ajin, das Chet, das Tet und das Kof mit einem gewissen „Schlucklaut" sprechen, so daß z. B. ein deutlicher Unterschied hörbar wird zwischen atta du und atta jetzt, zwischen kara rufen und kara zerreißen, zwischen im wenn und im mit. Wenn man sich daran gewöhnt, diesen Unterschied hörbar werden zu lassen, wird man natürlich die Orthographie leichter erlernen. Jedenfalls sollte man in den Schulen und auch beim feierlichen Vortragen, wie beim Vorlesen der Thora und der Propheten, die Unterschiede beachten. Darin wird man auch auf Grund gewisser phonetischer Kenntnisse leichter begreifen, warum man. ladaat, lakachat,. aber laredet, laschewet sagt; warum man meschubachat, aber nimschechet; warum man mach, noach, madua, gäwoa usw. sagt. Kein Gcmemdemitglicd ohne die blaue Karte für Hilfe und Aufbau

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