Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 12 (15.6.1937)
- Date
- 1937-06-15
- Page
- Seite 231 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 231 Läßt er sich dauernd nieder, «Hann verfällt sie. Als Einwande- rungsiand (kommt Panama nur in sehr geringem Maße ins Frage. Zur Beratung von Durchwanderern, 'deren Ziel die westEchen Länder Südamerikas sind, steht dn Colon 'dias „Central Israelita Guttural" zur Verfügung. Guatemala 'bat 2 'Millionen Einwohner, davon 116 000 in der gleichnamigen Hauptstadt. Em Fünftel der Gesamtbevölkerung Weisse. Hauptkultur ist Kaffee. Die jüdische Bevölkerung besteht aus drei. Gruppen: auf id'er einen Seite 22 aschkenasische und 80 sephardische Familien, zusammen rund 300 Personen, und auf ider ainideren Seite 'eine vordiesen 'beiden Gruppen eingewanderte ziemlich bedeutende Gemeinschaft vom Juden aus dem deutschen Sprachgebiet, die sich höherstehend dünken als die übrigen Juden, die sich von diesen fernhalten. Alle Versuche, sie zu einer Annäherung zu bringen, sind ergebnislos geblieben. Neue jüdische Einwanderung nach Guatemala kommt vorläufig überhaupt nicht in Frage. Ein vor zwei Jahren erlassenes Verbot gegen Personen aus Polen, Palästina, Syrien und der Türkei, neuie Geschäfte oder Filialen zu öffnen oder bestehende Geschäfte zu verlegen, das sich sogar auf die schon im Lande geborenen Kinder erstreckt, hat zur teilweisen Auswanderung in Nachbarländer geführt. In Mexiko, wo erst durch die 7000 eingewanderten Juden ein Mittelstand geschaffen wurde, besteht trotz der antisemitischen Strömung die Aussicht auf Milderung der Einwauderungsvorschriften. Vorläufig wenden nur zugelassen Eltern, Gatten und Kinder von Personen, die mindestens fünf Jahre in Mexiko ansässig sind, wenn der Lebensunterhalt garantiert wird; artiger forderte technische Spezialisten und Betriebsleiter aber nur für zwei Jahre gegen eine Kaution von «500 Pesos. Die von der Regierung anerkannte jüdische Handelskammer entfaltet eine wirksame Tätigkeit auf dem Gebiet der Einwanderung. Im allgemeinen ist zu sagem, daß von den latein-amerikanischen Ländern, die Direktor Asofsky besucht hat, einmal ein entscheidender Beitrag zu der Lösung des jüdischen Wanderungsproblems zu erwarten ist. 4 Das „Beth-Jisroel"-Werk in Haifa. Der Versuch einer religiösen Belebung in Palästina. Vor einem Jahr hat Dr. E1 k, früher Rabbiner in Stettin, in Haifa einen bemerkenswerten Versuch gemacht: Er hat eine Vereinigung — „Beth-Jisrael" — geschaffen, deren Ziel, ist, das kulturelle und religiöse Leben des Landes in besonderer Weise zu beeinflussen'. Grundvoraussetzung dieses Werkes ist die Überzeugung, daß eine organische Entwicklung der Religion, ihre Verbindung mit allen Strömen des Lebens, einzig und allein' in einem jüdischen Lande und im hebräischen Kulturzusammenhang möglich sein kann. Die religiöse Situation in Palästina ist außerordentlich schwierig. Streng konservative Haltung und Ablehnung jeder religiösen Bindung stehen unmittelbar nebeneinander und führen oltaals zu schroffen Gegensätzen. Während mit den ersten frühzionistischen Einwanderungswellen vielfach noch Menschen ins Land-kamen, die sich religiös gebunden fühlten, war die spätere Einwanidierung in starkem Maße religkmsinldiifferent oder sogar -verneinlend. Die Aiijah seit 1931 hat eine veränderte Lage geschaffen. Es kamen Menschen ins Land, die mit ihrer Zionsliebe starke religiöse Impulse verbanden. Diese Menschen fühlten die Verpflichtung, das Beste, was sie an jüdischen Werten mitgebracht hatten, .dem Aufbau des Landes einzufügen. Wie Vieles in der Entwicklung des westeuropäischen Judentums verkrümmt sein mag, das eine kann es der Entwicklung Palästinas geben: Das Wissen um die Möglichkeit einer Synthese zwischen Religion und Leben, zwischen Uberlieferung und modernem Weltgefühl. Aus mehrfachen Gründen war es ein Wagnis, ein solches Wenk zu schaffen. Es lag die Befürchtung nahe, einen Ableger dies jüdischen Liberalismus in Deutschland zu schaffend ..Das ist MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII Stadtfiliale Hochbrückenstr. 14, Ecke Herrnstr. Ein Menschlein von Arthur Silbergleit Es ist nicht viel, Was Du an Freuden hast: Ein Schattenspiel Von Blatt und Ast, Ein Bruderdu, Vom Wind gebracht, Die samtnen Schuh Der Mondbraut Nacht. Ein Vogelsang, Des Brunnens Märchenton, Ein Festempfang Verlornem Sohn; Ein Reh, liebkost Von Deiner Hand, Ein Himmelstrost, Wenn Welt entschwand. Gestreng umzirkt, Wohnst Du im engen Haus, Doch huldvoll wirkt Sich in Dir aus Erfüllte Pflicht Im Stundentrott: Als ewiges Licht Wohnt in Dir Gott. |\AAA/VVV\AAA/VVVVVVV\A/V*VVVVVVVVVVVV\^^ I alber nicht das Ziel der Bewegung. Davor ist sie durch ihre starke Verbundenheit mit dem nattanalen Aufbau des Landes geschützt. Die Impulse und die Aufgeschlossenheit der Menschen im werdenden Land sollen die Grundlage für ihre Hinführung zu dem zentralen Problem werden. — Menschen verschiedenster Richtung und Haltung haben sich zusammengefunden. Aber alle sind sie getragen und geeint in dem Gefühl, daß man neue Wiege suchen muß, um das religiöse Leiben zu erhalten, und organisch in den Aufbau des Landes einzugliedern. Da sind Leute, die noch ganz im Leben der Tradition stehen, aber bereits den Riß und die Entfremdung bei ihren Klindern fühlen. Da sind Menschen, die von dem kommen, was man in vulgärem Sinn liberales Judentum nennt, und die spüren, idlaß. hier in Palästina der alte Weg in der gewohnten Form nicht fortgesetzt werden kann. Da sind die Zionristen, denen Palästina von jeher Lebensideal war und die gerade in Palästina empfinden, daß der Zionismus von jüdischen Kulturwerten erfüllt sein muß. Und es ist bezeichnend, idaß nicht das Alter der Träger der Bewegung ist, sondern die Menschen zwischen 30 und 40 Jahren. Nach einem Jahr Arbeit zeichnen sich diie Linien des Werkes im Grundsätzlichen ab. Ein Teil ist geschaffen, ein Teil steht mitten in der Entwicklung. Und ein weiterer Teil wird im kommendien Jahr heranreifen. Im Mittelpunkt des Werkes steht der Gottesdienst. Viel Jugend nimmt daran teil, Schulkinder und berufstätige Jugend. Im Gottesdienst, werden die Lebensformen des neuen Palästina lebendig. Es wird versucht, diese in Palästina geschaffenen neuen Formen 15. Schwat Ghag habikurdirn —, die außerhalb und ohne- Beziehung zum religiösen Leben entstanden sind, religiös zu vertiefen. All dieses ist zunächst noch ein Tasten. Man versucht,' das neue Labensgeäühl ziu formen und es zugleich organisch dem Überlieferten einzufügen. Man kann gewiß' ' '.^äc^ifjB^':Löstragen sprechen. Aber es ist von Festtag zu- Festtag das Bemühen, den Rhythmus des palästinensischen Lebens mit den geschichtlichen Werten in Einklang zu; bringen; .Der ständig wachsende Teilnehmerkrers und die starke Beteiligung der Jugend ist -ein Beweis für die Lebendigkeit und Wirksamkeit der neuen Gemeinde,.........................' , - - -. Jtgb. _J