Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 9 (1.5.1937)
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 Sölten sie in dieser oder jener Form Wirklichkeit werden, so würde das für die Zutounft der jüdischen Heimstätte in Palästina eine Wendling bedeuten, «de nicht weniger bedeutsam ist, als der Erlaß der Balfour-Deiklarati'on. Die Haltung und die EntscShlüsse der Zionistischen Organisation zu diesen Plänen ist von entscheidender Bedeutung. Der Zioirmsten-Kongreß, der im August dieses Jahres zusammentritt, ist vor eine besonders verantwortnungsvolle Aufgabe gestellt. In diesem entscheidenden Augenblick kommt es mehr als jemals darauif am, daß das jüdische Volk sich geschlossen hinter die jüdische Heimstätte in Palästina stellt und damit der Autorität und dem Einfluß der Zionistischen Organisation, als der Schöpferin und Trägerin dieses Werkes, das notwendige Gewicht verleiht. Deshalb wird in der ganzen Welt auch in dfiesem Jahre von jedem Juden, der sich zum Basler Programm, zum Gedanken des jüdischen Palästinas bekennt, der S c h e k e 1 erhöben. Wer den Schekel zahlt, stärkt das Recht der zionistischen Bewegung in Deutschland, auf die zukünftige Gestaltung des Palästina- Aufbaus Einfluß zu nehmen. Der Erwerb des Schäkels ist nicht gleichbedeutend oder verbunden mit dem Eintritt in die Zionistische Organisation. Daher wird nicht nur jeder organisierte Zionist, sondern jeder Jude in Deutschland, der bereit ist, für die nationale Wiedergeburt des jüdischen Voükes in Palästina zu wirken, den Schekel zahlen und für ihn werben. Hebräische Sprachkurse München Unter Leitung der Lehrkräfte der Hebräischen Sprachkurse wird der Chug Iw>ri in regelmäßigem Abstand fortgeführt und ein Ohuig für weiter Fortgeschrittene neu eröffnet. Der letztere Zinke! tritt zunächst am Samstag, den 8. Mali, um %5 Uhr -nachmittags im Jugendheim, Herzog-Rudolf-Str. 1, zusammen. Der allgemeine Chug findet am Samstag, den 15. Mai um %9 Uhr abends, ebenfalls im Jugendheim statt. Zur Beteiligung sind nicht nur die Schüler der Hebräischen Sprachkurse, sondern alle Interessierten herzlichst eingeladen. Wizo, Ortsgruppe München Fräulein Ruth Szkolny. die Jugendfürsorgerin der Wohlfahrtsstelle München, sprach am Donnerstag, den 22. 4.. 37, über „Berufsfetaigen der Schulentlassenen". Der Bericht gab einen klaren Überblick über die praktischen Berufsmöglichkeiten der jüdischen Jugendlichen, besonders im Hinblick auf die spätere Auswanderung und schilderte dann die wesentlichen Ausbildungseinriehtungen der jüdischen Gemeinschaft. Aktuell uind sehr interessant war insbesondere die Schilderung der im Ausbau befindlichen Lehrwerkstätten der Münchner Gemeinde. Die Anwesenden dankten für die aufschlußreichen Darlegungen durch lebhaften Beifall. Weitere Veranstaltungen der Wizo werden jeweils durch die Gemeindezeitung bekanntgegeb en. Zum 50. Geburtstag des Malers Hermann Segall-München Am 3. Mai feiert der in München lebende Maler Hermann Segall seinen 50. Geburtstag. Bei diesem Anlaß sei ein weiterer iKreis auf das Schaffen des Künstlers hingewiesen, dessen Person, wie es bei vielen anderen Porträtisten der Fall ist, meist hinter, seinen Werken zurücktritt. So ist durch manche Wiedergaben das schöne, seelenvolle Bildnis von Rabbiner Bhrentreu bekannt geworden, eines der Beispiele für Segalls zugleich lebenswahre und durchgeistigte Porträtkunst. Dieses edle Gesicht mit dem gütigen Blick der Augen prägt jedem Betrachter unvergeßlich das Bild - des dargestellten Menschen. Damit ist das Wesentliche in Segalls Kunst hervorgehoben, die Fähigkeit in der treuen Wiedergabe der charakteristischen menschlichen Züge. Das Porträt ist das eigentliche Schaffensgebiet Segalls. Nicht nur im malierisch reizvollen Ölbild, sondern auch im sorgfältig ausgeführten PastellbiM und im der lebendigen Zeichnung bewährt Segall sein Können. Dem Ehrentreu-Bülfdnis sind die schönen Porträts Ca<rl von Marr und von Oberstlandesgerichtsrat Neumeyer an die Seite zu stellen. Neben ihnen sind die vielen B'flidmisse von Frauen zu nennen, deren Reiz und Anmut der Maier in feiner Weise zu gestalten versteht. Wie sehr Segall imstande ist, das Charakteristische, auch gerade das Jüdisch-Eigentümliche, in Haltung und Gebärde eines Menschen wiederzugeben, zeigen seine lebendigen Bleistiftskizzen deutlicher als die ausgeführten Ölbilder und Zeichnungen. So ergibt sich das Bild eines Künstlers von gediegener Schule (als Abschluß seines Studiums war er jahrelang Meisterschüler Carl von Marrs), der mit Erfolg um dauernde Vervollkommnung und Vertiefung in seinem Spezialfach Der Aristokrat unter den Mänteln 88.— 98.— 108.— 135.— BAMBERGER & HERTZ Die zuverlässigen Kleiderfachleute bemüht ist. Es ist zu wünschen, daß ein stärkeres Interesse des jüdischen Publikums für das künstlerische Bildnis dem Maler eine Fortsetzung seines Schaffens ermöglicht. Segall hat in seiner Werkstätte. Schellinigstraße 107/IV r., gegenwärtig eine seheiniswerte Auswahl seiner Werke zusammengestellt, die vom Sonntag, dem 2. Mai, ab täglich von 10—1 und 2—6 Uhr zu besichtigen ist. 85. Geburtstag Herr Alexander K r o n h e i m e r, Textilvertreter in München 2 SW. Paiul-Heyse-Str. 18, kann am 5. Mai 1937 seinen 85. Geburtstag feiern. Aus bayerischen Gemeinden Aus der Gemeinde Jebenhausen Unser seit Mitte Dezember 1936 vakant 'gewesenes Bezdrks- Rabbinat ist nunmehr wieder besetzt worden. Herr Rabbiner Gerhard Frank aus Ichenhausen wurde durch die einstimmige Wahl der Bezirksgemeinden als Rabbiner des Rabbinatsbezirks Ichenhausen berufen. Er wird am 1. Malt ds. Jahres sein Amt antreten. Möge ihm Glück und Erfolg beschieden sein! Aschaffenburg In dem neu eingerichteten Saal der Israelitischen Kultusverwailtung, mit dem sich die Gemeinde einen würdigen! Ver- Für kühle Tage: Kostüme, Gabardine-Mäntel, Slipons Für warme Tage: Complets, Kleider, Röcke, Blusen, Dirndlkleider Fachgeschäft für Damenbekleidung Leo Oppenheimer Dachauerstraße 9 (neben Cafe Rheinland) 5amt; Seide und Wolle geschmackvoll, haltbar u. preiswert bei HAIMANN am Schi II erdenkmal Fördert den Keren Hajischuw! Der KEREN HAJISCHUW dient dem Aufbau Erez Jisraels auf religiöser Grundlage. Postscheckkonto München 26780 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE