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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-05-01 · 9 (1.5.1937) · p. Seite 187

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
9 (1.5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 187 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 187 ■www ,\vvvvVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV\'^^ Dank der .likdisclien Winterhilfe 1936/37. Die Jüdische Winterhilfe 1936/37 hat ihre Arbeit beendet. Trotz Rückganges unserer Wirtschaftskraft und der gegenüber dem Vorjahre außerordentlich gestiegenen Not war es uns möglich allen Hilfsbedürftigen unserer Gemeinschaft in Stadt und Land unsere Hilfe zu bringen, sie vor Hunger zu schützen und vor des Winters Kälte zu bewahren. Wir haben unseren Hilfsbedürftigen darüber hinaus die Gewißheit gegeben, daß sie in unserer Gemeinschaft nicht allein gelassen werden und daß ein gemeinsames Band Helfende und Bedürftige umschließt. Dieser Erfolg konnte nur erzielt werden durch die vorbildliche Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber der Jüdischen Winterhilfe sowohl in unserer Gemeinde als auch in den Gemeinden des Landes. Es ist uns ein ganz besonderes Bedürfnis allen Spendern und Helfern für ihre Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft am Ende des gemeinsamen Werkes unseren aufrichtigsten und herzlichsten Dank auszusprechen. München, 30. April 1937 Israelitische Verband Bayerischer Kultusgemeinde München Israelitischer Gemeinden Hünchen Dr. Neumeyer ■vw\ vvvvvVvwvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvv^ eine gute Leistung zeigt. Bei dem Bilde eines „Schlafenden", ein rötlichibliondier Männerkopf vor zweifarbig — Miau unid graugrünifich — geteiltem Hintergrund, lassen uns Technik und Farbe an van Gogh denken. Das Gemälde „Bärtiger Mann", ein Judentypus mit einem merkwürdig pastellartig wirkenden lilarötlidheni Incarnat. führt zu zwei ausgestellten Bildern mit sozialem Thema: das „Rast" genannte Bid im Hoohiformat, mit seinem barfuß dasitzenden, die Hand nach Gaben öffnendem Bettlertyp, verlangt ebenso unsere Aufmerksamkeit wie die „Anrufung", dieser Komposition sich nach oben streckender, ringender Arme und Hände. Die interessante Verteilung der Farben bedingt hier wohl den Haupteindruck. — Von den Landschaften der Künstlerin ist eine „Winterkndscha'ft" deshalb besonders initeressant, weil auch der Dritte dieses Münchner Künstler-Trios, Rudolf Ernst, das gleiche Thema zum Vorwurf niirnrnt. Gibt Lui-ko dieser großen weißen Fläche ihren Akzent durch die ornamentale Anordnung einer beschneiten Bauimreihe, so geht bei Ernst's Gestaltung des gleichen Themas die Wirkung hauptsächlich von der ausgezeichnet erfaßten eislbläulichen Luft aus, die über der großen weiten Feldlandsehaift mit einer Baumredhe liegt. Bei den Portraits von Rudolf Ernst, — ein Selbstportrait, das Bildnis eines Malers und das eines alten Franzosen sind m Berlin zu sehen — bemerken wir wieder die gleichen lichten Töne, meist von' Pasteileharakter, wie sie uns schon im Vorjahre bei dem Maler auffielen. Die apart gewählten Farben sollten den Künstler aber nicht aiutf eine genauere Durcharbeit des dargestellten Menschen verzichten lassen. Nicht alle gezeigten Arbeiten dieser" drei Künstler sind fertige, ausstellumigsreife Leistungen, aber das Nebeneinander einer größeren Anzahl von Arbeiten gibt uns einen Einblick in ihr Schaffen und ein Erkennen ihrer Wege, und Möglichkeiten. Dr. Lotte Pulvermacher, Berlin. Aus der Gemeinde München Lehrhaus der Gemeinde München Am Montag, den 3. Mai, hält Herr Rabbiner Dr. Herbert F iirak e 1 s ch e r e r seinen zweiten Vortrag über Isaak Abravanel im gemeindlichen Sitzungssaal (Beginn abends 8K> Uhr — Eintritt frei). — Die Kurse von Professor Cohen (Geld — Währung — Wirtschaft) Dienstag (abends S^* Uhr) und Hans Neumeyer (Einfübruingsikurs zur musikalischen Gehörbi'ldlung), Mittwoch (abends SK> Uhr) in den gemeindlichen Räumen wenden fOTtgesetzt. Diejenigen Teilnehmer des Gehörbildunigskurses, die wegen des Katlturbundkonzertes am 28. April an diesem- Tag abgehalten waren, haben auch noch ab Mittwoch, den 5. Mai, Gelegenheit, den Kurs lückenlos zu hören. — Auf die beiden Lichtbildervorträge Montag, den 24. Mai (Dr. Lotte Pulvermacher, Das jüd. Antlitz) und 31. Mai (Prof. L. B a s n i z k i. Entstehung und Aufbau des iüd. Kalenders) machen wir besonders aufmerksam. Der eingeschränkte Raum verbietet es, über die in den letzten Wochen gehaltenen Vorträge so zu berichten wie es ihrer Reichhaltigkeit und besonderen Bedeutung zukommt. Dr. Werner Cahnmann sprach über „Ost und West in der jüdischen Geschichte im mitteleuropäischen Raum". Der Vortrag, dessen Grundlinien im Märzheit des „Morgen" veröffentlicht sind, ging davon aus, daß eine Darstellung des Weges der jüdischen Geschichte in Mitteleuropa ihr Blickfeld nicht auf das Gebiet des Deutschen Reiches beschränken könne und verbreitete sich instruktiv über die historische Entwicklung. — Der Leiter der Frankfurter „Grundlehre" Dr. Hans E p - steia gab in seinem Vortrag über die jüdische Bildungslage einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungswege unserer Jugend vor der Berufsausbildung (9. Schuljahr — Vorlehre — Grundlehre — Mittleren-Hachschara — .lugendalija — Großbreesen) und schilderte dann ausführlich den Frankfurter Versuch der „Grundlehre", in der jetzt 126 Schüler ohne handwerkliche Vorkenntnisse eine geistige Fundierung und handwerkliche Ausbildung erfahren sollen. — Leider konnte der Sitzungssaal nicht annähernd die Zahl der Besucher fassen, die zu dem Lichtbild-Vortrag von Karl Neumeyer über Brasilien als Auswanderungsziel gekommen waren. Der Vortrag bot durch seine Sachlichkeit und das an Ort und Stelle nach einer langjährigen landwirtschaftlichen Vorbildung gewonnene Sachverständnis in den Hauptzügen das für Auswanderer Wissenswerte über Stadt und Land in Brasilien. — Der Musikpädagoge Hans Neumeyer entwickelte in einem klaren und sehr präzisen Vortrag, welche Ursachen eine Schulung des musikalischen Gehörs notwendig machen und welches die Aufgaben einer solchen musikalischen Erziehung sind. Er wies darauf hin. daß mit der Entwickelung der Instrumentalmusik und der durch diese bedingten Entwickelung der Instrumentaltechnik die innere musikalische Verbundenheit zwischen Musik und Musiker, die Unmittelbarkeit des musikalischen Erlebens mehr und mehr verloren gingen. Nur eine umfassende Schulung des Hörens sei geeignet, den Menschen zur Musik zurückzuführen. Im zweiten Teil befaßte sich der Redner mit der Darstellung von Art und Wesen des musikalischen Hörens überhaupt, namentlich mit den drei Spezies des musikalischen Hörens: Das absolute Tonbewußtsein, das relative Hören und die tonale Tonempiindung. ferner mit dem Anteil des Gedächtnisses, der metrischen und rhythmischen Empfindung und der inneren Tonvorstellung. Diese Ausführungen wurden, so weit es nötig war. durch praktische Beispiele illustriert. Der am Mittwoch, 5. Mai (abends 8.30 Uhr im gemeindlichen Bibliotheksaal) an den Vortrag sich anschließende Einfühningskurs über musikalische Gehörbildung wird den Gemeindemitgliedern eindringlich empfohlen. Französischer Sprachkurs des Lehrhauses . Am Donnerstag, den 6. Mai 20 Uhr, beginnt ein neuer Kurs für Anfänger, bzw. für Teilnehmer mit einigen Vorkenntnissen. Anmeldungen werden in der Kursstunde bei Fräulein Reh (Herzog-Rudolf-Straße 1/1. Stock) entgegengenioirnanien. [jj^K Zionistische Ortsgruppe /mnch^ München s<ttossersir.2/i Tei.53052 Vor einer entscheidenden Wendung <Ier Palästinapolitik? Die Nachrichten über Pläne einer Teilung oder Kantonisierung Palästinas, die in den letzten Wochen durch die Presse gingen, stod bisher weder bestätigt noch, dementiert worden.

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