Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 9 (1.5.1937)
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 189 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 189 sammiungsrauin geschaffen.hat, eröffnete die jetzt gegründete Ortsgruppe des Kuiltutfbunidleis Öhre Tätigkeit. Die Einführung hatte Herr Intendant Dr. Singer übernommen. Sein Vortrag über 'die Mission des Kulturbundes enthielt vor allem Gedanken, die besonders jenen nahegebracht werden sollten, die sich — noch ibeiseite «gestellt halben. Zum Auftakt konnte keine bessere Werberin gewonnen werden als erlesene Gesangskumst von Frau Paula Salomon-Lindberg. Nächste Abfahrten nach Palästina (Die Zeiten sind durch die Münchener Vertretungen der Palestine Express Co., Reisebüro Carl Bierschenk Nachf., Karlsplate 3, und Rates tiroe &. Orient Lloyd, Französisches Reisebüro. Maximiliansplatz lt2a, mitgeteilt.) Dampfer ab Triest ab Genua ab Marseille ESPBRIA — 1. 5. — SPHINX' — — 4. 5. GERUSALEMME 5. 5. — — PATRIA — — 11. 5. GAiLILEA 12. 5. — — ESPERIA — 15. 5. — MARIETTE PACHA — — 18. 5. GERUSALEMME 19. 5. — — OHAMFOLLION — — 25. 5. GALILEA 26. 5. — — ESPERIA — 29. 5. — PATRIA — — 1.6. GERUSALEMME 2. 6. — — Jüdischer Turn-u. Sportverein München e. V., Jhis" Geschäftsstelle: Plinganserstraße 76. Telefon 72 6 99. Tennisplätze: 73 6 66. Sekretariat: Plinganserstraße 76. Sprechzeit: 10—13, 15—22 Uhr. Sportplätze an der Marbachstraße (Linie 6 ForstenriederstraBe). Plinganserstraße 76: Turnhalle- Box- Judo-, Tischtennis-Säle und Kegelbahn. Am 9. Mai 1937 nachmittags 14 Uhr finden aui den Sportplätzen des Vereins an der Marbachstraße im Rahmen eines Lag Beomer-Festes Schau-Vorführungen aller Abteilungen mit Aufmarsch aller Aktiven statt. Die Veranstaltung soll den Mitgliedern des Vereins und der ganzen Gemeinde ein Bild von der Arbeit geben, die der Verein für die körperliche Ertüchtigung der Juden Münchens leistet. Der Verein bittet deshalb seine Mitglieder und die Mitglieder der Kultusgemeinde um recht zahlreichen Besuch der Veranstaltung. Tennis für Jugendliche Bei genügender Beteiligung erhallen Jugendliche amf unseren Plätzen Tennis-Unterricht zum enmäßiigten Preis von RM. 1.— pro Stunde inkl. Tennisbälle. Meldungen umgehend an die GesohäftssteMe des Vereins. Bücherschau n^ayn mwn ipnS yoan myn» Mitteilungen des Forschungsinstituts für hebräische Dichtung. (In hebräischer Sprache.) Band II. 400 Seiten Großoktav. In Halbleinen RM. 10.—. Band III. 340 Seiten Großoktaiv. In Halbleinen RM. 7.50. Nach einer langen, durch die Übersiedlung des Instituts von Berlin nach Jerusalem bedingten Pause folgen dem ersten 1933 erschienenen Band der Mitteilungen nunmehr in kurzen Abständen der zweite und dritte Band, die eine ganze Reihe bisher unbekannter hebräischer poetischer Texte und neue Forschungsergebnisse mitteilen: Der IL, David Jellin zum 70. Geburtstag gewidmete Band enthält: Unveröffentlichte, historisch hochbedeutsame Gedichte und Briefe des Meir ha~Lewi Abu-rAfija (H. Brody), die Makame .Disputationen vor dem König' von Jissachar Ssimcha (A. M. Haberrnann), den ersten Teil einer Abhandlung J. Schirmanns über die hebräischen Dichter Spaniens zur Zeit Mosche Ihn Espas und Jehuda ha-Lewis, und schließlich unter dem Titel Jannai-Studien' einen wissenschaftlichen Bericht über den sensationellen Fund der meisten verschollen geglaubten) Dichtungen eines der ältesten hebräischen Dichter (M. Zulay). Der III. Band enthält: Poesien des R. Haja Gaon und des Moscha ha-Kohen Ibn Gitoatila (H. Brody), einen in Deutschland verfaßten ,Sefer kerowa' und zwei .Streit'-Gedichte aus dem 15. Jahrhundert .(A. M. Habermaim), drei an historische Ereignisse anknüpfende Dichtungen des 11. Jahrhunderts (M. Zulay) und zwei Kapitel eines Maieamenbuch.es des jemenitischen Dichters Secharja Aldahri aus dem 16. Jahrhundert (J. Schirmann). Goldmann und Wolfi, Tod und Todesursachen unter den Berliner Juden. Berlin 1937, Verl. der Zentralwohlfahrtsstefle der Reidhsvertretang, Charlottenburg. Kantstr. 158. Die in eineinhalb jähriger Tätigkeit von den beiden früheren Privatdozenten der Berliner Universität Dr. Goldmann und Dr. Wolff gewonnene Arbeit gibt mit ihrem reichlichen Tabellenstoff einen umfassenden Einblick in die Sterbeverhältnisse der Berliner Juden. Untersucht wurden nach modernsten medizinischstatistischen Grundsätzen 14084 Fälle aus zwei Dreijahreszeiträumen (1924—1906 und 1932—1936). Die Aufbereitung dieses „frischen" Materials geschah so, daß in allen Zusarnmenstellu'ngen der Altersaufbau weitgehend berücksichtigt und dadurch wirkliche Vergleichsziffern mit der Gesamtbevölkerung errechnet wurden. Indem die Sterbeziffern der einzelnen Altersklassen mit dem entsprechenden Anteil der Standardibevölkerung verbunden wurden, erhielt die „rohe Sterbeziffer" eine weitgehende Korrektur. So konnte die „Meßziffer", d. b. das Verhältnis der .Sterbefälle der Juden zu dem der Gesamtbevölkerung ermittelt und festgestellt werden, daß die so standardisierten Sterbeziffern niedriger liegen als bei der übrigen n i chtjüdlschen Bevölkerung. Soweit die Methodik der Untersuchung. Allgemeineres Interesse gewinnen die Ergebnisse über die einzelnen zum Tode führenden Erkrankungen. Die Säuglingssterblichkeit, d. h. die Sterblichkeit im ersten Lebensjahre bleibt beträchtlich hinter der der übrigen Bevölkerung zurück. Bei Tuberkulose bestand ebenfalls eine große Mindersterblichkeit gegenüber der Gesamtbevölkerung. Auch bei Krebs und anderen bösartigen Neubildungen lag die Sterblichkeit etwas niedriger. An Zuckerkrankheit starben die jüdischen Menschen l,5mal so oft als diejenigen der nichtjüdischen Umgebung. Selbstmord begingen Juden ebenfalls mehr wie Nichtjuden. Am wichtigsten sind die Feststellungen bezüglich der Krankheiten der Kreislaufsorgane (Arteriosklerose und Krankheiten der Herzgefäße). Sie erforderten unter den Juden 40—50% mehr Menschen. Die Erklärung für diese Tatsache liegt abgesehen von der Altersgliederung in der Verschiedenheit des sozialen und beruflichen Aufbaus und nicht zum mindesten in der seelischen Reaktionsfähigkeit der Juden auf die Umwelteinflüsse bei dieser ausgesprochenen „Aufbrauchs- und Abnützungskrankheit": Leider lassen sich die Dinge rechnerisch noch nicht erfassen, und wir empfinden selbst bei dieser methodisch einwandfreien Arbeit den wie auch sonst überall bestehenden Mangel, keine eigentliche „Milieustatistik" zu besitzen. Unter Berücksichtigung aller Faktoren würden die bei einzelnen Todesursachen erheblichen Unterschiede zwischen der jüdischen und Gesamtbevölkerung wesentlich herabgedrückt werden, wie denn auch aus dem Osten ganz andere Zahlen vorliegen (Koralniik). Trotzdem haben wir hier eine reine, alle diese Gesichtspunkte berührende Methode der Statistik vor uns. Sie bietet einen wertvollen Baustera und Wegweiser 'für die Bearbeitung des Materials größerer jüdischer Massen (Palästina), und wir rücken dem viel behandelten- Problem der biologischen, d. h. rassemäßig bedingten und soziologischen Ursachen und Voraussetzungen bei der Beurteilung der Sterblichkeitsstatistik näher. Dr. Karl Rothschild. Jizchak Abravanel im Drama. Gestalt und Schicksal Jizchak Abravanels, in allen Höhen und Tiefen jüdischen Galuth-Schicksals daheim, sind auch den jüdischen Dramatikern nicht entgangen. M. Chaschkes widmete ihm ein russisches Drama, der Sefarde Santo Simo ein Drama in türkischer Sprache; beide wurden später ins Hebräische übersetzt. Dazu kam noch J. L. Landaus hebräisches Drama und, was die Leser in Deutschland wohl besonders berühren wird. ..Abarbanel. Das Drama eines Volkes" von Alfred N o s s i g, den wir seit langen Jahren als jüdischen Kämpfer auf wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiete kennen. In diesem Drama, das vor mehr als dreißig Jahren (1906) erschien, gibt es Scenen, die erschütternd gegenwärtig wirken: etwa (die Scheidung zwischen den Juden, die „um Bdom Jerusalem vergaßen", und Abarbanell selbst und seinem Häuflein, das nach Zion gehen will mit dem Wahlspruch: „Nicht sterben sollen wir in Zion — Leiben! Nicht an zerstörten Mauern wollen wir stebn — Wir bauen neue — baiu'n Jerusalem!" B. B. St. Kein Gemeindemitglied ohne die blaue Karte für Hilfe und Aufbau