Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 8 (15.4.1937)
- Date
- 1937-04-15
- Page
- Seite 171 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 171 Ebeniso zeigten die vielen Holz- und Metallarbeiten, daß auch der Werkunterricht auf der Höhe steht und den Erfordernissen der Zeit Rechnung trägt. — ts. Lehrhaus der Gemeinde München Am Montag, den 19. April wird Herr Karl Neumeyer (8.30 Uhr abends, im gemeindlichen Sitzungssaal) über „Brasilien als Land jüdischer Zukunft" (mit Lichtbildern) sprechen. Der Vortragende wird einen Bericht über seine soeben beendete Studienreise geben. Am Montag, den 26.4., und 3.5., 8.30 Uhr abends, am gemeindlichen Sitzungssaal), wird Herr Rabbiner Dr. Herbert F i rakelsciherer zwei Vorträge über die in letzter Zeit oft genannte zentrale Gestalt Isaak Abravanel halten. Es ist der Staatsmann und jüdische Gelehrte, der im Jahr 14913 die Vertreibung der Juden aus Spanien aktiv miterlebte «nid in einem mehr als interessanten, heute uns zum besonderen Nachdenken stimmenden Lelbensgang durch die westlichen Mittelmeerstädte von Lissabon bis Neapel und Venedig das Schicksal eines .großartigen äußeren Aufstieges >und eines mit Würde getragenen Abstieges erfuhr, der ihm zur Erhöhung und Erweiterung seiner Persönlichkeit ausschlug. Am Mittwoch, den 21. April (ebenfalls ian Sitzungssaal, um 8.30 Uhr), wind der Musikpädagoge Hans N e um e y e r einen Vortrag über „Weig, Bedeutung und Ziel einer musikalischen Gehörbildung" mit Beispielen) am Klavier halten. An den Vortrag soll sich ab Mittwoch, den 28. April, eine Reihe praktischer Übungsstunden anschließen. Die Notwendigkeit einer Gehöschulunig als Ergänzung zum allgemeinen Musikunterricht und' als Grundlage zum Instrulmentialunterricht ist heute allgemein anerkannt. Hans Neumeyer studierte in den Vorkriegsjahren (bei dem Schweizer Musikpädagogen Pnoif. Bmile Jaques-Dalcro'ze und war dann als Lehrer auf diesem Gebiet im In- und Ausland tätig. Am Dienstag, den 20. April (abends 8.30 Uhr), beginnt in den gemeindlichen Räumen der Kurs von Herrn Prof. Dr. Arthur Cohen über „G© 1 idl — Währung — Wirtschaft" (mit Aussprache), am Donnerstag, den 22. April (8.30 Uhr), der Mischna- K ur s von Herrn Rabbiner Wiesne r. Über die Mai-Vorträge und die Kurse gibt im übrigem der Lehrirauspilan nähere Auskunft. Fremdsprachkurse Die bisherigen Kurse in modernen Fremdsprächen nehmen auch iim Sommer ihren planmäßigen Fortgang. Es hat sich die Notwendigkeit eines neuen Aniängerkurses für Englisch herausgestellt, den Fräulein Hella K anders Mittwoch von 20 bis 22 Uhr abhalten wird. Anmelidluugen jederzeit in der Kursstunde bei Fräulein Kauders (Herzog-Rudolf-Str. 1), ab Mittwoch, den 21. April. Näheres über die Kurse in Fremdsprachen in dem Lehrplafl. Feier der schulentlassenen Jugend Am Donnerstag, den 25. März, veranstaltete die Kultusgemeinde für idiie Absolventen der Mittelschulen und deren Angehörigen eine Abschiedsfeier. Herr Rabbiner Dr. Baerwald sprach zu den jungen Menschen über die neuen Aufgaben, die ihnen nach der Schule aus der heutigen Lage gestellt werden und wünschte ihnen für ihren künftigen Lebensweg freudige und charaktervolle Bejahung der ihnen im Elternhaus und im Unterricht eingepflanzten Ideale. Für die Gemeinde gab Herr Rechtsanwalt Dr. Alffred Perlmutter den Schülern unld Schülerinnen die Segenwünsche der jüdischen Gemeinde mit auf den Weg. Alfred Moritz (6. Klasse des Maximiliansgymnasiiiims),. Sohn von Herrn Landgerichtsrat Moritz, dankte den Lehrern, Eitern und der Gemeinde. Herr Abraham Müller, Herr Eisner und Herr Hohenemser trugen durch Gesang und Begleitung zu der schlichten Feier in ausgezeichneter Weise bei. Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes Der Bibelkurs beginnt erst Anfang Mai. Näheres in der nächsten Nummer der Gemeindezeitung. Schulschlußfeier Am 24. März, dem diesjährigen Schulschlußtag, fand die Entlaßfeier unserer jüdischen Schule statt. Der äußere Rahmen dieser Feier war schon deshalb ein größerer als der früherer Schlußfeiern, weil zum ersten Male auch Fortbildungsschüler entlassen wurden. Klaviervorträge („Lied ohne Worte" von Mendelssohn etc.), Chorgesang, Vortrag von Gedichten, Hebräischer Kanon-Gesang, Lieder und Ansprachen waren ausgezeichnet vorbereitet und gaben ein gutes Bild von dem Geist der Schule und dem Können der Schüler. In seiner Ansprache schilderte der Schulleiter, Oberlehrer Rosenfeld, kurz die Bedeutung, die ein solcher Einschnitt in das Leben, wie es die Entlassung aus der Schule ist, für Eltern und Kinder hat; streifte dann Fragen des weiteren Ausbaues der Schule und ihrer Sonderaufgaben. Er wandte sich dann an die austretenden Fortbildungsschüler und ermahnte sie in eindringlichen Worten zur allgemein beruflichen und vor allem zur geistigen Fortbildung. Die Gesamschülerschaft aber wurde von ihm schließlich aufgefordert, stets ihrer Aufgabe als Glieder der jüdischen Volksgemeinschaft eingedenk zu bleiben, da sie nur so auch ihre menschliche Bestimmung ganz und voll zu erfüllen imstande sein werden. Im Namen des Vorstandes der Kultusgemeinde sprach Justizrat Dr. Oestreich der Lehrerschaft Dank und Anerkennung für die in Treue und Hingebung geleistete Berufsarbeit aus, würdigte die Aufgabe und Arbeit der Schule und hob besonders dankend hervor, daß neben der geistigen auch die künstlerische und manuelle Ausbildung der Kinder an der Schule nicht vernachlässigt, sondern in besonderem Maße gefördert wurde. Er drückte den Wunsch aus, daß die jetzt ins Leben hinaustretenden jungem Menschen stets ihrer jüdischen Gemeinschaft und dem Judentum die Treue halten mögen, so wie sie es in Familie, Schule und jüdischer Gemeinde stets vor sich gesehen haben. Die Schule, so betonte der Redner, wird stets die treueste Förderung der Gemeinde finden. A. Wm2 Zionistische Ortsgruppe 6^CHät\ MÜndien Sdüossersir.2/1 Tel. 53 052 Zur Aufführung des neuen Palästina-Films in München Der neue Palästina-Film, der am 13. April gleichzeitig mit Berlin in München zur Uraufführung gelangt und am 18. April wiederholt wird, ist ein dokumentarischer Film. Er beschränkt sich auf die Wiedergabe ungestellter Orginalaufhahmen aus allen Zeitabschnitten des Palästina-Aufbaus, für die das Material unter großen Schwierigkeiten zusammengetragen wurde, und will damit, ohne auf bestechende Photographie oder reizvolle Handlung auszugehen, dieses Werk in seiner Schwere und Größe spiegeln. Die Aufnahmen sollen in ihrer Zusammenstellung Zeugnis von dem geben, was in Palästina geleistet worden ist. Alles in allem ist ein Film entstanden, dem das jüdische Publikum in München mit Spannung entgegensehen kann. — Näheres ist der Anzeige in dieser Nummer der Gemeinde-Zeitung zu entnehmen. Kundgebung der chaluzischen Bünde verschoben Die für Samstag, den 17. April, in der Itus-Turnhalle angesetzte Kundgebung der chaluzischen Bünde mit Boris Eisenstadt (Berlin) muß wegen Verhinderung des Redners verschoben werden. Gelöste Karten können im Büro der Zionistischen Ortsgruppe zurückgegeben werden. Lichtbilder-Vortrag Manfred Sturmann Der Dichter Manfred Sturmann gab in einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe einen Bericht über seine Palästina- Reise und verstand es, das Land von einer neuen Seite her lebendig werden zu lassen. Die Landschaft in ihrer Eigenart und Großzügigkeit, die Menschen in ihrer bunten Verschiedenartigkeit und werdenden Einheitlichkeit, das Leben in seiner Schwere und in dem Willen zum Aufbau — alles das schilderte der Vortragende in schönen Worten. — Unterstrichen wurde der Eindruck dieses Berichtes durch die Vorführung einer großen Anzahl von hervorragenden Aufnahmen des Photographen Dr. Gidal (Jerusalem). 9. Schuljahr siehe Bekanntmachung Seite 181