Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 7 (1.4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 155 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 155 Aus der Gemeinde München Veranstaltungen des Lehrhauses Der schon angekündigte Vortrag von Dr. Hans Epstein (Philanthropin — Frankfurt a. M.) über „Die jüdische Bildungslage" findet am Samstag, den 10. April, abends 8.30 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde statt. Der Eintritt ist für Gemeindemitglieder, soweit die eingeschränkten Raumverhältnisse es zulassen, frei zugänglich. Der Vortrag wird Fragen der jüdischen Schule, ferner das Problem der Schulentlassenen, ihrer beruflichen Ausbildung und ihrer geistigen und ihre charakterlichen Formung behandeln. An den Vortrag soll sich eine Aussprache anschließen. Die berufspädagogische Arbeit, die Dr.Hans Epstein in Frankfurt a. M.. leistet, besteht vor allem in der von ihm geleiteten sog. „Frankfurter Grundlehre", in welcher die berufliche Ausbildung der jüdischen Schulentlassenen vor sich geht. Wir verweisen auf die Abhandlung Epsteins über diese Einrichtung in der Zeitschrift der Zentralwohlfahrtsstelle „Jüd. Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" (Dezember-Heft 1936; S. 198—204). Der mit dem Vortrag zusammenhängende, besondere Jugendführer-Kurs von Dr. Hans Epstein am 10. und 11. April ist eine gemeinsame Veranstaltung des Lehrhauses, der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung und des Ortsrings der jüdischen Jugend. Der Kurs von Herrn Rechtsrat i. R. Dr. Otto Weile rüber die Rechtsstellung der Juden in Deutschland und jüdische Sozialarbeit wird am Dienstag, den 6. und 13. April (abends 8/4 Uhr) im Sitzungssaal der Gemeinde fortgesetzt. Am Sonntag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr hält Herr Kantor J. Hohenemser seine Singstunde für die gesamte Jugend. (Freier Zutritt — Bibliotheksaal der Gemeinde). Ober den Sommer-Lehrplan erfolgt besondere Mitteilung in der Nummer vom 15. April. Geheimer Sanitätsrat Dr. med. Eugen Doernberger 70 Jahre Am 3. April kann Geheimrat Dr. Eugen Doernberger (München, Isunaninigerstr. 65 h) seinen 70. Geburtstag feiern. An diesem Tag 'gedenken zahlreiche Patienten des guten treuen Arztes und 'nimmermüden Helfers. Dieser ausgezeichnete beliebte Münchener Doktor, einer alten Münohener Familie entstammend, hat sich auch hohe, allgemein ohne Unterschied der Herkunft und Richtung anerfeamite Verdienste um das öffentliche Wohl, vor allem im Krieg und nachher erworben. Der Stadt München leistete Geheimrat Doerniberger Jahrzehnte lang im Schul- und Gesundheitsamt die besten jederzeit dankbar hingenommenen Dienste. Die jüdische Gemeinde München, deren Wohlfahrtseinrichtumigen Dr. Doernberger in früheren Jahren betreute, hat (dem Jubilar Glückwünsche übermittelt Die Gemeinde-Zeitung wird in einer der nächsten Nummern Münohener Erinnerungen von Geheimrat Doernberger veröffentlichen. pß Zionistische Ortsgruppe A^yA M Ü n dl C n Schlosser.tr. 2/1 Tel. 53 O 52 Palästina-Lichtbildervortrag Manfred Sturmann Am Mittwoch, den 14. April, wird um 20.30 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde der Dichter Manfred Sturmann, der soeben von einer Palästinareise zurückgekehrt ist, über seine Eindrücke berichten und eine große Anzahl von neuen Palästinabildern des bekannten, aus München stammenden Photographen Dr. Gidal vorführen, die teilweise während dieser gemeinsamen Palästinareise aufgenommen wurden. Dieser Lichtbildervortrag wird zweifellos dasselbe starke Interesse finden wie die Reiseberichte Sturmanns, die unter dem Titel „Ein Dichter sieht Palästina" im Israelitischen Familienblatt erschienen sind. Gäste sind herzlich willkommen. Unkostenbeitrag 30 Rpf. Der Aristokrat unter den Mänteln 88— 98— 108.— 135.— BAMBERGER »HERTZ Die zuverlässigen Kleiderfachleute „Jüdisches Schicksal — Resignieren oder planvoll gestalten" Über dieses Thema sprach auf Einladung der Zionistischen Ortsgruppe am 20. März Dr. Hans F r i ed e n tha.1 (Berlin). Er ging aus von der Lage in alten Ländern der Welt, die gekennzeichnet ist (durch wachsende Erschwerung der Existenz und -f orts ehr eiternde Sperrung gegenüber neuer jüdischer Zuwanderung. So sehr der Zionismus jede Erleichterung dieser Situation durch Auswanderung in verschiedene Länder begrüßt, so ist 'doch vor dem Gedanken zu warnen, .daß dadurch ein wesentlicher Beitrag zur Lösung dieser Judenfrage geleistet werde. Der einzige großzügige Versuch in dieser Richtung ist 'nach wie vor die jüdische Heimstätte in 'Palästina. Der Redner gab einen knappen Überblick über die politischen Probleme, vor denen wir jetzt im Zusammenhang mit Palästina stehen. Er zeigte, daß politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten solcher Art schon mehrmals zw überwinden waren. Er warnte vor Illusionen und scheinbar neuartigen Plänen, die an den wirklichen Aufgaben vorbeigehen. Auch in Zukunft muß zionistische Politik von dem selbstlosen und starken Einsatz eines großen Teiles des jüdischen Volkes getragen werden. Jugendgottedienst Der für den 10. 4. angekündigte Jugendgottes dii enst wird wegen des späteren Beginns des Schuljahrs auf den 17. April verlegt. Das Rabbinat: Dr. Baerwald. „Lebensinhalt und Lebensweg jüdischer Jugend" Kundgebung am 17. April 1937 Am Samstag, den 17. April, spricht auf Einladung der chaluzischen Jugendbünde Münchens (Hechaluz, Habonim, Werkleute, Brith hanoar) um 8.30 Uhr in der Turnhalle des Itus Boris Eisenstadt von der Leitung des Hechaluz und des Habonim. Der Redner, der viele Jahre in Palästina gelebt hat, ist seit einiger Zeit wieder führend in der jüdischen Jugendbewegung Deutschlands tätig und daher in jeder Hinsicht berufen, die Frage der gegenwärtigen Situation und der Zukunft der jüdischen Jugend in Deutschland zu behandeln. — Zweifellos werden sowohl die jüdischen Jugendlichen, als auch die Eltern und alle an der Zukunft unserer Jugend interessierten Kreise an dieser Veranstaltung über die vielleicht dringendsten und wichtig- Elegante Damenhüte in allen Preislagen München, Theatincrstr. 47