Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 3 (1.2.1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Und jetzt, hört ihr, hört auf meine Stimme und wahrt meinen Bund, dann werdet ihr mir aus allen Völkern ein Wesensigut. Denn mein ist die Erde all, ■ihr'aber sollt mir werdein" ■ein Königisbereiüh von Priestern, ein ausgesonderter Stamm. Dies ist die Rede, dlie du zu dem Söhnen Israels reden sollst. So dü>e klassische Stelle aus Schemotb: „Ein Gott spricht, der die ganze .Welt sein nennt, .alber innerhalb, dieses seines Besitzes sich aus dem unter dien Völkern erkornen Israel, wenn es nur den Bund wahrt, den er . mit ihm schließen wird, ein mere proprium, ein Aliod machen will: ein ausgesonderter Königsbereüch soll es ihm dann werden" (Buber, a. a. O., Seite 135). Das safcral-feierliche Wort ,,Mamlecheth4öohamiim'' (ein Reich von Priestern) darf nicht mir von der kultischen (priesterlichen) Funktion her gefaßt werden; sondern die Grundbedeutung für „Kothen" (der zur Verfügung Stehende, Aufwartende, Auf rechtstehende) weist auf die zum unmittelbaren Dienst Verpflichteten. Das bundesbrüchige Israel trifft doppelte Strafe. Das Wesentliche bleibt „der Tatcharakter der Gotttesoffenbarung". Die göttliche Sellbsterschließung wird iniioht Spekula^ tiv erfaßt, nicht in der Form 'einer Lehre dargeboten1, sondern der Gott greift handelnd in das Leben seines Volkes ein: als Ziel und Krönung der machtvollen Errettung aus dem Hausder Knechtschaft erscheint die Stiftung einer dauernden Bumdesordniung. Israel ist damit eine feste normierte Haltung auferlegt; und es ist in den Erwählungstraditionen kein Zweifel gelassen, daß der .gestiftete Bund keine sichere Schutzwehr ist, hinter der man' seine eigenen Interessen in kluger Be- ' nützung. .der. göttlichen Macht pflegen könnte, sondern daß dieser Bund den ganzen Menschen beänsprtidrt lind zu restloser Hingabe aufruft. - Der einheitliche Zusammenklang' der verschiedenen biblischen Traditionsstränge, die sich auf die AuserwähLung Israels beziehen), ist immer wieder in allen Äußerungen dieser eigenartige Elite-Gedanke, dem die Ideeder äußersten Gefährdung und des Sturzes in' den Abgrund beigemischt ist für den Fall, daß -die Forderung des beispielhaften Anigespanntsedns nicht erfüllt wird. Der Segen kehrt sich dann in den Fluch. „In Israel erfolgt im Lauf seiner Geschichte keine Säkularisierung des profanen Rechts, sondern seine bewußte Eingliederung . dn den Gotteswallen, der die ganze Volksexistena trägt'. Auch der: Staat-ist ein Stück Gotteswirklichike.it, das sich aber nicht wie sonst im alten Orient im Gottköndigtum und im Staatskult mit seiner komplizierten Maschinerie von Opferverordnungen, Orakelweseh und Priesterhierarchie verkörpert, sondern in der Unterwerfung des ganzen Volkslebens unter die Ordnungen des Gottesbundes, die allen Volksglliedern an der 'göttlichen Segnung ihres konkret-irdischen Daseins gleichen Anteil geben" (Eichrodt). Eine scharfe und unmittelbare Interpretation der biblischen Texte mit alten oder modernen Mitteln kam zu keinem .anderen Ergebnis über das, was mit dem „auserwählten Volk" gemeint sei, kommen. Jüdische und nichtjüdische Erklärer des Alten Testaments waren von jeher in diesem Resultat einig. Der beißende Spott über das „AuserwäMte Volk", dessen äußerer Zustand Jahrhunderte lang über die ganze bewohnte Erde hin in einem ereilen Widerspruch zu der biblischen Berufung stand und der 'Christlich-dogmatischen, im Alten Testament angelegten Auffassung von dem . wegen seiner Nichtbewährung und Verrweltlichung .gezüchtigten Volk recht zu geben schien, ist zur geschiichtsb'ildeniden Kraft 'geworden. Um dien Wahren Sachverhalt der biblischen Sätze hat man sich außerhalb der Theologie kn christlichen Abendland weniig gekümmert. Dagegen ist innerjüdisch die „Auserwählung" — auch, im Volk —. Immer textgerecht verstanden worden. Die Aiuser.wäh'lungsstellen sind jederzeit im jüdischen Volksleben geläufig geblieben und nie in Vergessenheit geraten. Der richtig verstandene Erwählungsgedanke -ist das - .Mittelstück, der jüdischen Existenzbejahung geblieben. Ludwig Feuchtwanger. KULTUS GE MEINDE MÖNCHEN I LEHRHAUS 1. Einzelvortrag: Sonntag, den 7. Februar, abends 8.30 Uhr: Justizrat Dr. Magnus (Herlin): jüdisches Kulturleben in Palästina" Sitzungssaal der Gemeinde. Eintritt frei. Z. Kurse und Arbeitsgemeinschaften Ab 2. Februar Fortsetzung der bisherigen Kurse: Prof. Dr. C o h e n : Soziologie der Juden, jed.iDien$tag>20:i5 Uhr. Dr. M. E hr e n.k r anz; Einführung in denMidrasch, jeden; Dienstagt 21.15 Uhr. ...... ...;•, Dr. B. Silb e r s chmidt: Einfährung in, dasphilosophische Denken, jeden Mittwoch 20,15 Uhr. . ... . Dr. Feuchtwanger: Die Juden im Mittelalter, jeden Mittwoch 21.15 Uhr. Stud.-Rat Schaalmann: Einführung in die heutige.. Physik; jeden Donnerstag 20.15 Uhr. . . : Rabb. S. Wiesner: Einführung in die Mischna, Donnerstag 20.15 Uhr (14tägig). Neu-Beginn: 4. Februar. "■' Neue Arbeitsgemeinschaften: I. Kurs über Palästinakunde Beginn Dienstag, den 9. Februar, abends 8.15 Uhr, im Sitzungs-: saal der Gemeinde. _ a) Dr. Siegfried Keßler (8.15—9 Uhr). 9. Februar: Geographie des Landes. Die hist. Altertümer* 23.Februar: Bürgerkunde, Rechtsverhältn. u,Verwaltung. 9. März: . D a s Aufbauwe r k. Land und Stadt .; .... 23. März: . Der k u 11 u r e 1 I.e. Aufbau: Hebr. Sprache:, ,.. Kultur und Kunst. Unterrichts-, u.: Bildunigswesen,' 6.. Apräl:. Das Gesundheitswesen. Verkehrswesen und Touristik. . , , .. 20. April: Die Finanz- und Wirtschaftsorganisationen..:: b) Dr. Richard Eisen (9.15—10 Uhr).; Die politischen Grundlagen des Palästina-Auibaus. 9. Februar: Die Entwicklung der. zionistischen Politik. 23. Februar: Balfour-Deklaration und Palästina-Mandat 9, März: Palästina im Rahmen der englischen Orientpolitik. 23.März u. 6. April: Politische Strömungen im Vorderen Orient und in Palästina.; •., 20. Apr.il: Gegenwartsfragen der -zionistischen Politik (Ver^ hältnäs zur Mandatsmacht und zu* den Arabern —: Mehrheit oder politische Parität — Spaniniuingeii im Vorderen Orient — Kampf um Einwanderung und Ansiedilung). : . .. . :j II. Die Rechtsstellung der Juden in Deutschland und Jüdische Sozialarbeit: , Kursleiter Rechtsrat i. R. Dr. Otto Weiler. Beginn Dieristag, den 16. Februar, ausnahmsweise wegen des am gleichen Abend" stattfindenden Symphoniekonzerts abends1 7 Uhr pünktlichim Sitzungssaal der Gemeinde. Der Kurs .findet Mtägig,' statt/ (Fortsetzung 2., 16. März, 13. April jeweils 8.15 Uhr.).. Teilnehmergebühr: RM. 1—, Jugendliche RM. —.50; Jeder weitere Kurs die Hälfte; auf Antrag Emäßigungsmöglichkejt4 Alle Kurse finden im Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog-Max^' Straße 7, statt . ■ : >; Ahmeldung bei Kursbeginn. . - * ' \; . ., . ' "• . .; i.'y III. Singkreis für die gesamte Jugend Leitung: Kantor J. Hohenemser. SonntagVden 14. Februar,'nachmittags 5 Uhr, im Bibliotheksaal der Gemeinde, .HerzogrMax^. Straße 7/1. — Teilnahme gebührenfrei. : .; .. .? IV. Schulungskurs für Jugendführer/ \ Rabbiner Dr. Eschelbacher. Samstag* den 20. und Sonntag,! den 21. Februar, nur mit Teilnehmeraüsweis: zügSngttch:'" -"' '£