Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 3 (1.2.1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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M SCjiUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 *_-Spezialität: BALLY-SCHUHE_ liu^v" '- . «■ ■ '■ ■ ■ lv Lehricurs tmjüdische Jugendführer Bayerns vom 3. bis 10. Januar 1937 " Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden München und die Mittelstelle für iüddsche Erwiaohsenedbildamg Frankfurt veranstalteten vom 3. bis 10. Januar 1937 in München die zweite überbündisohe Lernzeit für jüdische Jugendführer An Bayern, deren Durchführung gefördert wurde durch den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbänide Berlin und den Lamdesaussohiiß Bayern der jüdischen Jugendiverbänide Nünnlberg. An dem Lehricurs nahmen 70—«0 Jugenidtöche folgernder Bünde teil: Bachaid, Habonim nioar chaktzi, Hechailuz, BiMi jeShudiim zedrim, Ring und Werideute. Das Durchsnittsalter der Teilnehmer war 18—21 Jahre. Den Kurs eröffnete am Sonntag-Abend Herr R.-A. Dr. H. Teints cih (Nürnberg), der Vorsitzende des Landesaussdhusses Bayern der jüdischen Jmgendiverbände. Unmittelbar anschließend begann Herr Professor Dr. E. Kantorowiez (Fnamkfurt) seinen pädagogischen Kurs, der dem Hauptfragen der. bünddschen Arbeät galt U. a. waren Gegenstamd ausführlicher Besprechung «die Betrachtung von (Kunstwerken, ferner künstterdsche Gestaltuangsversuche, Geschichte der Jugendbewegung «und Aufgaben jüdischer Jugendbewegung in dieser Zeit, idöe Fragen: was ist bündische, was chateische Haltung?, FreAzeitgestaltung und B erufsausbildiumg, endlich Grundfragen der GeseU9chaftskunde. Direktor Karl Adler-Stuttgart gab am Montag, Dienstag und Mittwoch Sing-Kurse. Seine Persönlichkeit, seine Kunst und seine pädagogischen Fähigkeit schlugen die Teilnehmer in Bann. Die Hörer, die eine Menge theoretischer Kenntnisse und viele neue Singweisen vermittelt bekamen, folgten mit Begeisterung und Hingabe. In etwa 8—9 Stunden unternahm Dr. Ludwig Feuchtwanger den Versuch, eine Einführung in die Geschichite der Juden im Mittelalter" zu geben. Den Teilnehmern waren dazu umfangreiche Unterlagen (Zeittafel, Karten, Auszüge aus alter und neuer Literatur) in die Hand gegeben worden. Dem Kursleiter war es vor allem darum zu tun, dSe Teilnehmer an die Quellen und an die Literatur heranzubringen. An charakteristischen Beispielen erörterte er die Denkweise des christlichen Abendlands im Mittelalter und die besondere Wdchtägfeeit des islamischen Kulturkreises für die jüdisch-mittelalterliche Geschichte. Im jeder Kursstunde besprach Feuchtwanger ein wesentliches Geschichtswerk (so z. B. den 5. Band von Mommsens Römischer Geschichte, die Sammlung Germania Judaica, Werke zur Kuiturgesohichte der arabischen und der englischen Welt). Die letzten zwei Kurstage waren dem BSbelikurs von Professor Martin Bub er „Was bedeutet die Erwählung Israels?" gewidmet. Anhand von Text9tellen wurden gemeinsam die Erkenntnisse erarbeitet,, die Buber dann in einem großem Syäagogenvortrag am Ende des Kurses zusammenfaßte: daß Israels Erwählung kein Vorrecht und' nichts Unverlierbares darstelle, daß sie ein Mehr an Pflichten und Aufgaben^ darstellt und hinfällig wird, wenrn Israel es aufgäbt, in-biblischem Geist eine -Menschen-Gemeinschaft zu bauen. — MAGISTER KIRSCH .dar gut* Likör, Magister Münch* n VII StadtflHale Hochbrückenstr. 14, Ecke Herrnstr. Nr. 3 Aus der Gemeinde München Lehrhaus der Gemein de. Die Kurse und Vorträge werden vom 1. Februar an fortgesetzt. Der Münchener Vortrag von Herrn Justizrat Dr. Julius Magnus über „Jüdisches Kulturleben in Palästina" ist auf Sonntag, den 7. Februar, abends 8.30 Uhr, im Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7, festgesetzt. Der Eintritt ist frei; der Sitzungssaal faßt nur eine beschränkte Zuhörerzahl. Am Dienstag, den 9. Februar; können nunmehr die Lehrkurse über Palästinakunde beginnen. Herr Dr. S. Keßler wird nach dem Lehrplan, der in dieser Nummer gesondert veröffentlicht ist, Landeskunde und Aufbauwerk, Herr Dr. R. Eisen die politischen Grundlagen behandeln. Der Kurs von Herrn Dr. Weiler „Einführung in die Rechtslage der Juden in Deutschland und die Grundzüge jüdischer Sozialarbeit" beginnt am Dienstag, den. 16. Februar, abends 8.15 Uhr, im Sitzungssaal der Gemeinde. Fortsetzung der übrigen Kurse ab Dienstag, den 2. Februar, nach dem Lehrplan. ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE MÜNCHEN LEHRHAUSl Sonntag, den 7. Februar 1931, abends S'/zUhr, im Sitzungssaal der Gemeinde Herzog~Max~Sirage Justizrai Dr. MAGNUS-BERLIN Jüdisches Kuliurleben in Palästina Eintritt frei ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE AUGSBURG Vortrag von Justizrat Magnus-Berlin am Samstag, den 6. Februar 1937, abends ö1'/» Uhr im Trauungssaal der Synagoge Augsburg Jüdische Reditskuliur. Bayerische Israelitische Gemeindezeitung