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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-02-01 · 3 (1.2.1937) · p. Seite 50

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
3 (1.2.1937)
Date
1937-02-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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50 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 9Jfr)fienttm ber 2(u$ertt>äf)lung 2lu5 bem ©cbtd)tbanb „@d)Iaf unb (£rn>ad)cn" ' sort %tani SBcrfcl. Sic ©idjtung trug SBcrncr S3u; ( fofjcr im ijübtfdjcn ^ultur&unb in SJftündjcn in bic; t fcn 'Xagcn in crgrcifcnbcr SBcifc »er. , 3>u warft im Unerfcbaffnen vorbereitet, , 33ci>or baß £id)t nod) reif war meinem Sttif. £id) tyaffc td) ber 3«f f<vön eingejeitef, ' (E£ id; bte Ungebutbige erfebuf. < 3hiß ber (Sefrtrne 33iu'ionenfyerbe, { 1lu& alten SBefenljeifcn, ©famm für ©famm, ( 35eftimmte id; bte Heine friste (Erbe , Unb tyolfe bid; tyeröor aus 2(brabam. £)od; bir, bem id) mein erfteß SÖorf gegeben, 3Mr lte§ td; frei, bem SBort ju wtberftreben. < 3öenn alle irrten, fto^ in beine ©griffen < (Ein lofyer Kröpfen mit von meiner ©cbrtft. ( 3d> gab bir auf, baß ber Sfficlt ju ftiften, Unb biefe SOtifgiff würbe bir jum ©ift. &od) bu nur fonnteft fragen bte (Erfcfowerung, { S)ie meine £aft bir auferlegte febarf, < 9htr bu erbulben jene SBelföcrfe^rung, i Sie bid) mit äffen Sööifew überwarf. , Sein Setb jog mid) Jjerab wie §eXßgefrctne. 35u warft mein ^inb. ©rum würbe id) baß beine. Verborgen bin id) in bir umgegangen. Sftun gefyt bu felbft, ber Söelt verborgen, um. 2Öie beine Dörnen in bte ©ftrn mir brangen, ©o bift nun bu ber dornen (Eigentum. ^d> flehte nad>fß ju mir, bafj id) eß wenbe. Sftun kufd) id) in ben £ftad;ten beinern $Ietyn. Unb bann ging td) ben £eibenßweg ju (Enbe, Unb bu, aud) bu wirft i^n ju (Enbe gefyt. ©o oft bu feig verfuebft, i^n dbjufurjen, SOtufj id) bid) in btd) felbft jurücfefrürjen. ~S)od; fyxbe £roft! 91ur jene, bte btd) Raffen, 35efd)wören, bafc betn $eit vergeubet fei, 2)afj bu gefunbigf unb in ©d)mad) entlaffen, TClö graufer §ortwurf wefeft, vogelfrei. @efd)öpfen nid)f, aud) ttid)f ben (Engeln oben SGBarb funbgefan in iljrem ©tratylend)or, Söoju bu breifad) fein wirft aufgehoben, 2Benn ber 3lfome le^teß ftd) verlor, 2öenn bie ^ofaune burd) bie liefen fd)auerf, Unb tu bein Überfte^n tyaft überbauerf. /^y^/^y^^/^./^/^/^/^Jsi Scheinbar Sn Widerspruch diie zweite Amos-Stelle: Nur euch hab iah' erwählt' aus allen Erdensippen, Drum ahnde ich an euch All eure Sünden. (Arnos 3,2) Der Ausdruck in* (außer 'bei Arnos 3, 2 auch in Gen. 18, 19; Ex. 33, 12; Hos, 13, 5; Jer. 1, 5) für „erwählen", „auserse'hen" wechselt mit dem häufiger gebrauchten "iro, das dann iniaraentMch in der späteren Gebetssprache eine besondere Gefühlsfanbe erhält. Gemeint ist in allen Fällen — in den Texten viersChiedlenster Heiikiuintft und Entstehu'nig.szeit —, d!aß Israel aus göttlicheim Ratschluß zum „erstgeborenen Sohn" Gottes (Ex. 4, 22; Hos. 11, 1) in der Völkerwelt hertausgeruifen ist, aber unter der absoluten Bedimigung besonderer Bewährung. Die Auserwählung ist in keiner Zeit des jüdischen Bestandes, in keinem Wünikel und in keinem Kopf der viielränmiigen ynd vielköpligen jüdischen Geschiichte als Privileg, als etae Annehmlichkeit oder als Grund des äußeren Stolzes oder der nationalen Ehre aufgefaßt woirden, sondern ausschließlich als Verpflichtung und Aufgabe. Das Versagen gegenüber dieser besonderen göttlichen und ewigen Aufgabe, Vorbild im Verzichten auf jede Art zu sein, wird als Grund 'der Verstoßung angesehen, des tiefen Abgrundes, in den 'dlie Judenneit immer wieder geraten üst. Wie ihr eine Verwünschung seid worden •unter dien Weltstämmen. Hiatus Jehiuda, Haus Israel, so befreie ich euch, daß ihr ein Segen werdet (Seebarja 8, 13) „Daß ihr ein Segen werdet": Es .ist das „Leitwort" des Abraham-Segens „Und du sollst zum Segen werden", das hier wieder vorkommt (Gen. 1(2, 1—3). Der Segen soll von demeinen Volk zu allen Völkern der Erde .kommen. Dieser „Heilsuniviersalismus" wird weder als „Beglückung" noch als „Missionsidee" richtig verstanden. Daß vielmehr idie richtig erkannte Fioirderung des „Am-s'güllab-imifeöl-haamm'im'' (Deut. 7, 6) keine Überhebung bedeutet, sieht jeder, der im 5. Buch Mose einen Vers weiter liest: Erfolg, Größe, Sieg .im landläufigen Sinn gelten ..hier nicht als Werte. Und weiter stimmen alle biblischien Äußerungen zur „Erwä'Mnng" darin überein, daß .die „Aussonderung" nicht etwa wegen einer besonderen Rechtschaffenheit und Herzensreinheit Israels oder etwa mm eiiner eigenen jüdischen „Begabunig" willen stattgefunden hat, vielmehr war idlie Erwählung 'unverdiente göttliche Gnade, die bei Ndchilbewährung Israels in eine besondere Gefährdung und Bestrafung umschlägt. (Deut. 7, 7f.; 9, 5; 14, 1—2; 26, 17—19; 32, 11.) „Der Begriff des Bundes, in dem sich für israelitisches Denken die Beziehung des Volkes zu Gott entscheidenden Ausdruck verliefe, stellt die Besonderheit israelitisohen Gotterken- .roens von vornherein fest." Für die scharfe Erfassung eines Ges!aimtbildes der alttestamentlichen Glaübenswelt ist es unentbehrlich, diesen zentralen Bundesbegriff jenseits jeder Aktualität oder gar angewandten Ethik klar zu machen, und was damit gemieiint ist, klar zu zeigen. „Am Fuß des Sinai das große Opfer darbringend, läßt Mose das Blut der Täere in zwei Hälften teilen. Die eine sprengt er an den Altar, die andere, zunächst in Becken verwahrte, an das Volk, nachdem er es auf «die Urkunde des Bundes» (Ex. 24, 7) verpflichtet hat, und spricht dabei die sakramentale Formel: «Das ist das Blut des Bundes, den der Ewige mit euch schließt auf alle düese. Worte»" (Martin Bulber, Königtum Gottes 2. Aufl. 1936; S. 111 f. u. besonders S. 254 ff). In der Bundesschließung, seinem Ritual, seiner Geschichte und in seinem Wesen, ist jedenfalls ein Grundbestandteil der urisraelitischen Gotteserfahrung enthalten; die zentralen Sätze stehen im 2. Buch Mose, Kap. 19, 4—6 (Buber, a. a. O., Seite 124 f. und Seite 268 f.): So sprich zum Haiuse Jacobs, melde den Söhnen Israels: Selber halbt ihr geseh'n, was ich an Ägypten tat, "• ich trug euch auf Adlerflügeln .... und ließ euch kommen zu mir.

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