Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2727810-2728075-2728077--10997-2744394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 27 Gleichheit brachte und .damit auch die Freizuiz-ugkeit. Einer der zuerst wieder hierher gezogenem Jandem wiar Eduard Höoh- .städter, der I186I von Möndhsd'egffing'eiD. übersdedellie. Im Jahne 1869 waren schiom 15 jüdische Familien in Nördlingen; sie schlössen sich der Geimieinidie KMnerdlaiigen an. Dorthin .giinlsjen sie >an Sabbataunrcli Festtagen zum Gottesdienst. Erst am 28. März 1870 erhielt die neuierniolitete Gemeinde die GehelfomigiiMiig der König! Rögienuniig. Hand in Hand damit erfolgte 'die Uibensiedeliurag der Ederhedimer GemeinidiemitigKieder mach Nördlingien, so daß die Gemeinde niaclh der Grüinidumig aus 27 Mitgliedern bestand. In dem der heutigen Synagoge gegenüiberliegeniden Hause mietete die Gemeinde ein Lokal, welches zu einem Bietsaal umigiebaut wurde. Mit dem Ralbbinat Wallerstem uinld der Gemeinde Mönohsdeggingen •wiurtdien.über die Mitbenutzung des Begräbniisplatzes, mit der Genneiinide Kleinerd'lingen über Benutizumg des Ritualbads Verträge abgeschlossen. Als Reliigionslehrer und Vonbeter wurde Abräham WeMer aus Fischach angestellt. Am Schabbos Nachmiu 5630 — 1870 würde der B'etsaal durch den Distr.-Ralbibiiner David "Waißtoopf eingeweiht. 1874'wunde ein selbständiges Ritaialbad errichtet und 1876 der Friedhof .auf sanft geneigtem Hang vor dem Berger Tor angelegt. Infolge stetigem Anwachsens der Gemeinde, die Mitte der 80er Jahre an 500 Seelen zählte — heute sind es nur noch ISO — erwies sich der Bete aal bald als ziu klein und die Gemeinde sah sich vor die Notwendigkeit gestellt, eine der Größe der Gemeinde angemessene Synagoge zu erbauen. Am 19. Januar 1884 — 31. Tewes 5644 wurde die Kultuisverwaitung ermächtigt, einen geeigneten Synagogembauplatz anzukaufen. Dies geschah 'am 5. März 1884 durch Erwerb der Gastwirtschaft zum Greifen für die Summe von RM. 22 000.—. Am 1. Juni 1884 wurden die ausgestellten Pläne von der Gemeindeversammlung einstinmig gut geheißen. Die Pläne und Voranschläge des Synagogenneubaues wurden am 3. November 1884 behördlich genehmigt. Am 11. März 1885 wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Am 27. April fand die Grunldsteinlegung statt in Gegenwart des Distriktsrabbiners, dies 1. Bürgermeisters und des bauleiitenden Technikers. In den Grundstein wurde eine hebräische und deutsche Urkunde eingelegt. Am Dienstag, den 14. September 1886 waren sämtliche Arbeiten beendet; der schöne Bau stand vor aller Augen. Er erforderte einen Kostenaufwand von RM. Ü20 000.—. Am 17. September 1S86 (= 17. EMel 5646) fand die feierliche Einweihung statt unter Beteiligung der staatlichen und städtischen Behörden, der Geistlichkeit, der Rektoren und Lehrer der höheren Unterrichtsanstalten und zahlreicher auswärtiger Gäste. Die Abschäedsrede in der alten Synagoge hielt Herr Distr.- Rabbiner M. Gohn^Kleinerdlimigen, die Weiherede Herr Distr.- Rabbiner A. Gohn-Ichembausen. Der Festgottesdienst wurde von Lehrer und Kantor A. Weiler aufs feierlichste durchgeführt. Fromme Frauen spendeten einen herrlichen, Vorhang für dlie Bundeslade und eine Schul chandecke aus rotem Samt mit reicher Goldstickerei, Mädchen selbstgestickte Thoramäntelchen; Männer und Frauen stifteten einen weißen goldgestickten Vorhang, ferner die 'gemalten Fenster an der Ostfront, eine Nertamid-Arnpel, silberne Leuchter und andere Gegenstände. Ein halbes Jahrhundert hat das schöne Gotteshaus den Gemeindeimitgliedern und vielen Glaubensgenosse« aus nah und fern Stunden der Einkehr, des Trostes und seelischer Erbauung, Stunden der stillen Zwiesprache mit Gott geschenkt. Möge die Synagoge. auch noch unseren Enkeln und Urenkeln als Pflegestätte des Glaubens dienen. Strauß-Nördlimgen. Vom jüdischen Winferhi Ifswerk Die Aufgaben der jüdischen Winterhilfe in München. Die jüdische Winterhilfe betreut in diesem Jahre wieder die jüdischen Hilfsbedürftigen, darunterauch eine große Anzahl von Personen, die anderen Konfessionen angehören, aber im Sinne der Nürnberger Gesetze als Juden gelten, sowie diejenigen Familien, deren Haushaltungsvorstand als jüdisch gilt. Die Betreuung richtet sich nach den Richtlinien des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, sie ist also ah bestimmte, genau bemessene Leistungssätze gebunden. In diesem Winter werden rund 15 Prozent der Münchener Gemeindemitglieder durch die jüdische Winterhilfe versorgt. Die Betreuung besteht in der Zuweisung von Kohlen und Lebensmitteln. Es wurden beispielsweise im Monat Dezember 1077 Zentner Kohlen verteilt, außerdem erhalten die Hilfsbedürftigen fertige Lebensmittelpakete, die je nach der Kopfzahl der Familien in Werten nach den Richtsätzen abgestuft sind. Die Pakete enthalten die wichtigsten im Haushalt notwendigen Lebensmittel wie Zucker, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Kaffee, Tee, Kakao, Marmelade, Fett, Ol, daneben Fisch- und Gemüsekonserven. Bei der Zusammenstellung der Pakete wird selbstverständlich auf Krankheit (Zuckerdiät und ähnl.) ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE MÜNCHEN LEHRHAUsj Sonntag, den 24. Januar 1932, abends S'jzUhr, im Sitzungssaal der Gemeinde Herzog~Max~Sira$e Justizrat Dr. MAGNUS-BERLIN Jüdisches Kuliurleben in Palästina Eintritt frei ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE MÜNCHEN Vortrag Dr. PAUL EPPSTEIN von der Reichsvertretung Wanderungen und Bestand der Juden in Deutschland Samstag, den 30. Januar 1932, abends 8'/» Uhr, Synagoge Hcrzog-Max-Sira$e Eintritt frei