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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-12-15 · 24 (15.12.1936) · p. Seite 533

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
24 (15.12.1936)
Date
1936-12-15
Page
Seite 533 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24; Bayerische IsräelitiscKe Gemeindezeitung: 533 Felsenwüste am Toten Mee Architraph und dem Aufsatz seiner barock gerundeten, in eine geöffnete Knospe auslaufenden Pyramide liefert den Beweis, daß der jüdische Künstler, der hier am Werke war, sich mit allen möglichen Stilelementen der Außenwelt behalf, in ihrer Verschmelzung jedoch durchaus neuartig vorging. Besonders reich sind die Denkmäler, die von der Römerherrschaft berichten, durch die das griechische Formwesen abgelöst wurde. Die Römer zogen das ganze Land in den Bereich ihrer machtvoll gefestigten Lebenskultur. Allenthalben entstanden Stadtanlagen nach italienischem Vorbild, mit Tempeln, Forumsplätzen, Säulengängen, Theatern, Stadien, Bädern. Die Eroberer wurden dabei unterstützt von den Einzelherrschern im Lande, die sie einsetzten oder gewähren ' ließen, und unter denen an erster Stelle Herodes der Große stand, dessen Bauleidenschaft unersättlich war. Auf ihn gehen u. a. die Ruinen, der Stadt Sebastia über den Trümmern des inzwischen längst zusammengesunkenen Schomron, auf ihn die Zitadelle in Jerusalem zurück, die von jeher, wohl auf Grund alter Überlieferungen, als „Davidsturm" bezeichnet wird. Hellenistisch - römische Formen zeigen auch die Synagogenbauten, die nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 in Galiläa entstanden. Von ihnen künden noch heute in erster Linie die Reste der berühmten Synagoge von Kapernaum, nördlich des Sees Tiber ias, durchaus anzusehen wie die Ruine eines antiken Tempels (wenn nicht in den Kapitalen .'der Säuleini jüdische Symbole zwischen-dem Gerank der Akanthusblätter auftauchten!), oder die Überbleibsel der Synagogen von Kfar Birim und von. Meron bei Safed. In dem 1932—33 ausgegrabenen jüdischen Tempel zu Dura-Euröpos nahe Palmyrä fand man sogar bedeutsame Reste einer bis dahin völlig unbekannten altjüdischen Malerei, da die Flachkuppel des Rundbaus in ihren Feldern Freskodarstellungen alttestamentarischer Gestalten und Szenen in; roter und schwarzer Farbe trägt, zum Teil von sehr hohem künstlerischem Wert. Die Freilegung dieser Synagoge im oberen Euphrat- Tal, die durch Inschriften' genau zu datieren ist (246 n. Chr.), hat unsere ganze Vorstellung von älterer jüdischer Kunstübung gewandelt. Allerdings hatte schon vorher die bereits ins zweite Jahrhundert nach Chr. anzusetzende berühmte Katakombe bei Palmyra mit dem auffallenden Schmuck von Porträts jüdischer Verstorbener darauf hingewiesen, daß das strenge Gesetz des Bilderverbots mitunter überraschend durchbrochen wurde. Das wird auch aus dem 1929 aufgedeckten Mosaikfußboden einer Synagoge in der heutigen Kwuzah Beth Alpha in Emek Jesreel ersichtlich. Seit dem 4. Jahrhundert war eine neue Kulturflut mit bisher unbekannten Stilformen . über das Land hingegangen, als sich von der Regierung Konstantins d. Gr. an das Land mit christlichen Kapellen, Kirchen, Klöstern, Filgerfoerbergen Andachtsstätten aller Art bedeckte, unter denen der ehrwürdige Bau der Marien- oder Geburtskirche zu Betlehem an erster Stelle steht. Nun wird der byzantinische Kunstgeschmack des oströmischen Kaisertums maßgebend. Zum erstenmal wölben sich Kuppeln über palästinensichen Bauten, die Schmuckart des Mosaik wird bekannt. Beth Alpha zeigt in seinem künstlerisch naiven, technisch aber meisterhaft durchgeführten Mosaikfußboden neben den oft verwendeten jüdischen Symbolen eine völlig heidnisch anmutende Darstellung der am Morgen aufsteigenden, Mond und Sterne verscheuchenden Sonnengöttin auf ihrem Wagen, die von den Bildern des Tierkreises umzogen wird, und, am bemerkenswertesten eine mit roten, schwarzen und weißen Steinchen hergestellte Bück durch die Ausstellungssäle des Städtischen Museums in Tel-Aviv Photo Ellen Gesenberg

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