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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-12-15 · 24 (15.12.1936) · p. Seite 532

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
24 (15.12.1936)
Date
1936-12-15
Page
Seite 532 (sequence 2)
Language
German
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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24: Überreste der Forumsanlage der römischen Stadt Sebastia, die im 1. Jhdt. v. Chr. von Herodes d. Qr. auf den Trümmern der einstigen israelitischen Königsresidenz Schomron erbaut wurde. geschaffen, und es erwuchs daraus doch auch manches Eigenwillige. Der Gebirgsstreifen, der sich als das Rückgrat des palästinensischen Gebiets von Norden nach Süden zieht, ist das eigentliche jüdische Kernland. Er hat das Pathos einer Naturbeschaffenheit, ^die mit großartigen und stolzen Eindrücken ohne Zahl zu wirken weiß. Das steigert sich bis ziu der starrenden Öde der Judäischen Wüste, deren Felsgewoge fast vor den Toren Jerusalems beginnt. Man fühlt mit innerer Erregung, wie dies Land den grandiosen Hintergrund für die erschütternde Geschichte Jüdäas bildete. Man fühlt seinen Zusammenhang mit dem Wesen der Menschen, die hier lebten, kämpften und sich der Gottheit zu nähern suchten, die mit unbeugsamer Kraft das Gesetz aufrichteten, das ihr Dasein beherrschen sollte. Die innere Verbindung dieser eisenharten Natur und der. formkünstlerischen Betätigung seiner frühen Bewohner wird sofort deutlich bei der vortrefflichen Behandlung des gegebenen Fels- und Steinmaterials. Das, ist eine palästinensische Besonderheit, die sich bis du unsere Tage erhalten hat. Dje Angabe der Bibel, daß die Ureinwohner Trogloöyten gewesen, wird zweifellos zutreffen. Das 'ganze Land ist unter der Erdoberfläche durchzogen von Felsgängen, Höhlen und Schächten, die zuerst als schützende Wohnstätten, dann als Kultplätze, schließlich zur Bestattung «dler Toten (benutzt wur den. Man lernte die Anlage von Zisternen, die. Herstellung von Weinkeltern und Ölpressen. Ganz Palästina kennt primitive Steindenkmäler aus frühester Zeit. Dann, in der jüdischen Epoche; beherrschte man meisterlich die1 Kunst, Quadern zu brechen und gewaltiges Mauerwerk zu schichten. An der südlichen Stützmauer des Berges Moria, der den* Tempelplatz tragt, sind noch heute Überbleibsel solcher auchitektonisch geformten Blöcke aus der Zeit 'Salomos erkennbar. Mehr hat man unter der Erde gefunden, durch die systematischen Ausgrabungen, die schon Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts begannen. Zu ihren wichtigsten Ergebnissen gehört die 1933 und 1934 geglückte Freilegung des großartigen Gemäuers, mit dem die Könige Omri und Achab von Israel zu Schomron, nordöstlich von Sichem-Nablus, bei dem heutigen Araberdorf Sebastije, ihre neue Königsburg umzogen. Zugleich haben uns kunstreich gesägte und ziselierte Elfenbeinplättchen, die man dort aus der Erde hob, als kostbarer. Belag der Möbel verwendet, endlich die Bemerkung der Bibel erklärt, Achab habe sich einen „Elfenbeinpalast" erbaut. Wo immer im Lande man den Spaten ansetzte, fand man Zeugnisse der verschiedenartigen Waren, die von allen Seiten her, von Babylonien, Assyrien, Ägypten, von den griechischen Inseln; zur Richter- und Königszeit nach Palästina importiert wurden. Eine neue Kulturschicht senkte sich auf das Land, als im 4. Jahrhundert v. Chr. durch den Eroberungszug Alexanders d. Gr. der Strom der griechischen Kunst über Palästina geleitet wurde. Wie damals griechische Sprache und griechische Kleidung "beliebt wurden, so drangen auch die Formen und Schmuckelemente griechischer Architektur ein. Die Grabdenkmäler im Kidron-Tal, un: mittelbar östlich bei Jerusalem, geben davon Kunde: neben dem Grab der Priesterfamilie Chesir. und dem des Propheten Zacharias vor allem das interessante kleine Bauwerk, das als „Absaloms Grab" bezeichnet wird, obschon.genäu^bekannt ist, daß Davids unbotmäßiger Königssohn zu Gilead in Transjordanien bestattet wurde, wo er den Tod fand. Dieser aus dem Felsen geschnittene Würfel mit seinen ionischen Halbsäulchen, seinem dorischen Ruine der Synagoge von Kapernaum am See Tiberias (ca. 2. Jhdt. n. Chr.)

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