Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 22 (15.11.1936)
- Date
- 1936-11-15
- Page
- Seite 488 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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488 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 22 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 . Spezialität: BALLY-SCHUHE RADIO Apparate alier Fabrikate, vom Volksempfänger bis zum Großsuper. Verkauf sübernahme alter Apparate Gelegenheitskaufe _ MUSIKHAUS KOCH ^■L MÜNCHEN ^^Ba^^ Neuhauserstr. 50 fühlsuntertöne, die ein naiver und ungebildeter Leser gar nicht merkt, in dem Gedicht Biali'ks für den Kenner mitschwangen. Wer 'dieses Büchlein aufmerksam durcharbeitet, wird, nicht nur einen hohen geistigen Genuß halben, sondern auch; tiei in das Wesen des hebräischen Sprachgeistes eingedrungen sein. Es ist besonders erfreulich, daß in einer Zeit, wo so viele Hebräischlernende sich nur mit den Vokabeln des sogenannten „Kellner-Hebräisch" begnügen, ein solches, jedem einzelnen leicht zugängliches Büchlein erscheint. Es gehört zu dem empfehlenswertesten, was in der letzten Zeit an Hilfsmitteln des Hebräisch-Unterrichts erschienen ist. Die deutsche Landschaftsmalerei des Spätbarock. Dissertation der Philosophischen 'Fakultät der Universität Würz bürg von Richard Eisen aus München. Leipzig (Albert Teicher), 1936. 8°. WH, 96 Seiten. Die Arbeit ist ha Frühjahr 1933 abgeschlossen. Ihr Verfasser konnte sich in einem jahrelangen kunstgeschichtiiehen Studium an dem Universitäten und in den Seminaren von Leipzig, München. Wien und Würzburg, unterbrochen von einer längeren Tätigkeit in einem Münchner Kunstverlag, gediegene Fachkenntnisse ibed den bekanntesten Vertretern der Kunstwissenschaft aneignen.-Die ältere Generation) unter uns, welcher ein Monumentalwerk wie die anläßlich der Darmstädter Jahrhundertausstellung Deutscher Kunst (1650—1800) im Jähr 1914 erschienenen Bände „Deutsches Barock und Rokoko" (herausgegeben von Biermann, Feulner, Brinckmann, Kippeniberg) noch etwas bedeuten, hat über das Fachliche hinaus auch Verständnis' für die feinen und 'bedachten Studien von Richard Eisern Man kann ja wohl sagen, daß früher Namen und Bilder, etwa von Beich, Hans Grat 'ßemmel. Schinnagl nicht nur dein Kunsthändler, Sammler und Ästheten unter uns etwas sagten. Die Dissertation von Eisen soll hier vor allem uuri ihres Verfassers willen genannt sein; ihr Inhalt kann hier nicht analysiert werden, so interessant auch das Problem der Barockmalerei dargestellt ist für alle, denen sich die Welt des Wissenswerten und Schönen noch nicht verengt und verdüstert hat. Das jüdische. Festbuch. Als Festgabe von bleibendem Wert darf man das jüdische Festbuch betrachten, das Sammelwerk „Jüdisches Fest — Jüdischer Brauch", das zu den diesjährigen Hohen Feiertagen erschien (Jü disch er Verlag, Berlin). Der Herausgeber, Prof. Friedrich T h jeb er ge r, hat unter Mitwirkung von Else Rabin zwei Jahre an der Vorbereitung dieses großen Werkes gearbeitet, so daß schon diese Zeitangabe für «die Seriosität des Buches sprechen 'kann. Wir Schreibmaschinen für alle Länder BUrobedarf Büromöbel A. BRUCK» Sonnenstraße 12, Laden Inh. R. Lewin Telefon 10786 können ohne Übertreibung feststellen, daß es sich bei diesem in Lexi'konformat herausgegebenen Werk um ein Standardwerk über das jüdische Leben handelt, das in einem aufschlußreichen Querschnitt durch die literarische und darstellerische Wiedergalbe führt, die jüdisches Fest und jüdischer Brauch vielfach gefunden haben. Das Buch basiert auf der richtigen! Grundlage, daß die Kultur des jüdischen Volkes seit Jahrtausenden eine religiöse ist. Die Vielfältigkeit des religiösen Denkens bat sich in einer Vielfältigkeit von Bräuchen niedergelegt und wird in dieser Mannigfaltigkeit von einem recht großen Teil unseres Volkes gehegt und gepflegt. In diesem Kulturräumen des religiösen Lebens fand nicht nur der Glaube, sondern auch die Geschichte und die mit jüdischem Sein eng. verbundene Zukunftshoffnung ihre bleibende Stätte. Die neue Zeit will neben ihrer politischen Zukunftshoffnnug auch wieder einen Unterbau von Land und Sprache schaffen, was erfolgreich nur geschehen kann, wenn man die historisch gegebenen und gewordenen Bestandteile des religiösen •Kulturgutes sinnvoll in diese Renaissance einordnet. — Bei einem Werk, das beinahe 500 Seiten umfaßt, viele Bild- und Notenbeilagen enthält, ist es beinahe unmöglich, auf einzelne Aufsätze und Schilderungen einzugehen. So soll auch in erster Linie festgehalten werden, daß die Fülle dieses großangelegten Sammelwerkes einen lebensnahen Ausschnitt aus dem religiösen Dasein des jüdischen Volkes gibt und uns in bunter Abwechslung durch die Vielgestaltigkeit des jüdischen Festjahres führt, das dem Alltag Sinn und Rückhalt gibt. Der allgemeine Teil enthält einleitende Aufsätze der Herausgeber über die religiöse Haltung und das jüdische Haus, dann von Rabbiner Dr. I. Ziegler, Karlsbad, über „Die Gemeinde", von Univ.-Prof. Max 'E i s 1 e r, Wien, über „Bau und Einrichtung der Synagoge", von Arno Nadel über „Die synagogale Musik" und schließlich einen umfangreichen Beitrag des verstorbenen Oberrabbiners Dr. David Feucht wang. Wien, „Der jüdische Alltag". Es folgen hierauf Abschnitte über den Sabbat, die Hohen Feiertage, Pessach, Schawuot, Sukkot und die anschließenden Feste?, •über die freudigen Tage (Chanu'kkah, Purimv Rosch Chodesch, Lag Baomer usw.). über die traurigen Tage (Tischa beaw usw.), sowie schließlich Darstellungen der persönlichen Feste, nämlich Beschneidung, Barmilzwah, Hochzeit, ferner Trauer-Vorschriften und ^Bräuche usw. Jeder dieser Abschnitte bringt zunächst eine Darstellung des betreffenden Festes. Dann folgt eine große Zahl von Stücken aus der Literatur aller Zeiten, die zur Lektüre für die betreffenden Feste und Gedenktage bestimmt sind. Erzählungen. Novellen, Gedichte. Dramen wechseln mit geschichtlichen, philosophischen, - volkskundlichen Darstellungen und Stücken aus der religiösen1 Literatur ab. So hat dieses reichhaltige Buch nicht nur die Aufgabe, den Leser mit Inhalt und Form des täglichen und festlichen Lebens vertraut zu machen, sondern es führt ihn auch in die gesamte Literatur ein, deren Kenntnis ihm ermöglicht, weiter zu verfolgen und zu vertiefen, was er an Begriffen und gefühlsmäßigen Momenten in 'diesem Band gelernt hat. Es wäre aus religiös-erzieherischen Gesichtspunkten und aus der Notwendigkeit heraus, aus der ein solch wertvolles Werk unbedingt zu empfehlen ist zu begrüßen, wenn es den Weg in möglichst viele jüdische Häuser finden würde, um den Wunsch des Herausgebers der Erfüllung näher zu (bringen: die ganze Entwicklung des Glaubens mit den Generationen wiederholen und so mit Menschen der gleichen religiösen Haltung eine Verbundenheit fühlen, aus der allein der Weg in eine neue Zukunft des monotheistischen Volkes führt. - -Id. Das jüdische Jugendbuch. Ein Führer für die Jugend durch das jüdische Jahr bedeutet der unter diem Titel „Jüdisches Jugendbuch" eben herausgekommene' sechste Jahrgang des uns von früher her bestens bekannten Jüdischen Jugendkalenders. Wie die bisherigen Jahrgänge ist auch dieser Band von Emil Bernhard Cohn herausgegeben (Jüdischer Verlag, Berlin); von -ihm selbst stammen auch viele Beiträge. Während früher das Kalendariuim einen breiten Raum einnahim, ist es dieser iNeuausgatoe als Beiblatt eingelegt, das über der Arbeitsstätte unserer jungen Freunde aufgehängt werden kann. Es ist mit einem hübschen Stundenplan verziert, den Edith Samuel — deren Bilder das Buch auch an anderen Stellen schmük- (Fortsetzung auf Seite 496)