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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-09-15 · 18 (15.9.1936) · p. Seite 386

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
18 (15.9.1936)
Date
1936-09-15
Page
Seite 386 (sequence 4)
Language
German
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386 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 18 oder 500 Menschen gänzlich »gefüllt ist. Der .größte Teil der Gemeinde leibt abseits. Vor allem ist die eine Erkenntnis bitter, aber "sie muß einmal ausgesprochen! werden, daß diejenigen, die wirtschaftlich anoch ein erträgliches Leiben führen, 'glauben, daß sie sich, ganz gleich, ob es religiöses oder nationales Judentum ist. von ihm fern halten. Gewiß sind wir glücklich, daß es noch Menschen gibt, denen es materiell befriedigend geht. Muß es in unserer Gemeinschaft aber immer so sein, daß man erst den Weg zu seinem Gotte, den Weg zu seinem Glauben findet, wenn äußere Gründe zwingen? Die Besten unter uns waren! damals in den Frühjahrstagen 1933. der Meinung, daß diese Schickung über uns gekommen war, weil wir falsche Wege gingen. Das war die Stimmung, die in vergangenen Jahrhunderten das Judentum immer hatte, wenn Not über es 'kam. Man prüfte sein Verhalteni, und man versuchte eine Umkehr. Darum hat einstmals Jeremias mit seinem Volk gerungen, das war die Stimmung nach schweren Nöten in der Epoche des abendländischen Mittelalters. Soll man sagen müssen, daß ein Teil unserer Menschen, die heute noch im Alter der Schaffensfreude sind, einfach nicht A. Markowicz: „Versöhnungstag" mehr regeneriert werden können? Soll man sie gänzlich „abschreiben"? Soll man nur noch mit der Jugend rechnen? Man versucht immer wieder in heißem Kampf mit sich selbst, solche negativen Urteile nicht zu fällen. Aber heute heißt es doch ehrlich sein. In diesen Tagen muß auch vor uns selbst die Maske fallen. Vielleicht, daß wir doch noch den einen oder anderen erreichen. In den nächsten Tagen werden unsere Gotteshäuser wieder voll sein. Aber wenn dann der Tischri vorbei ist, dann ist wieder alles so wie es war. Dann sind alle Vorsätze gewesen, vielleicht nimmt man sogar eine Karte zu einer Arbeitsgemeinschaft eines jüdischen Lehrhauses, und man geht einige Male hin, und dann läßt man es wieder. Eine ungeheure Möglichkeit ist nicht benützt worden, und man muß fürchten, daß die Menschen, die aus diesen Kreisen heute in die Welt hinaus gehen, Photo Abraham in die nichtpalästinensische Welt, wurzellose Menschen sein werden, ein Spielball für jede Stimmung und jede Laune des Schicksals, Zwischenexistenzen, nirgends verankert. Die Rückkehr zu einem Judentum, zu einem wirklichen, gelebten, gefühlten Judentum, hätte ihnen die Kraft gegeben, den Schicksalsschlägen mit einem ganz anderen Widerstand gegenüberzutreten. Jt'en Cfttfceft in Deutfcfylanb, ben iYJdnnern unb Stauen, ben 2üten unb CJungen, fprecfyen wir sumCfaljresbeginn unfere IjerslicfyenXPÄnfcfye aus*Heue2(ufgaben bringt bas fommenbeCfatyr, neue 25ewdl?rung ewartet es. Von uns ift im £rn jle ber Seit ein Aufbauen gefordert VOitfonnm befien faltig fein, nur wenn jeber ben plas tennt, ben feine Pflicht ü)\n weijl, nur wenn wir bas fytvanxvacfyftnbt (Sefcfylecfyt 3U einem tDeg berArbeit ersiel^emCJeber von uns jletyt in feiner (Semeinbe, o^ne fte wäre er verlaflen. 3n unferer (öefamtljett ftnb unfere (Semeinben geeint, otjne bas waren fte verloren* £>iefem (Beijfe ber (Semeinfcfyaft fcienen wir, liefen IPiilen 3ur (Semeinfcfyaft wollen wir pflegen, Hloge bie 2lrbeit, bie uns alle verbindet, gefegnet fein. Die Jleicfysvertretüng ber Cfuben in Deutfcfylanb 23ae<f 3irf3>

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