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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-08-01 · 15 (1.8.1936) · p. Seite 338

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
15 (1.8.1936)
Date
1936-08-01
Page
Seite 338 (sequence 12)
Language
German
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338 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE (JD<l^ ßM^iLeXe. cJbJLQt ts^cic^t, ^iLn^out^L^J^JL, a-O-i^. Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 » Lieferung frei Haus Immer gut - nie teuer ' A MOBEL-EBENl Schwanthalerstraße 9 nächst Sonnenstraße H Spezialität: Palästina-Möbel Oskar Wien Türkenstrafje 55 Abschlüsse in Lebens-, Aussteuer-, Studien-, Renten-, Alters-, um*»- ,»».* Versichern!!«! Günstige Tarife Auskünfte jederzeit bereitwilligst. 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Hier wird somit auch gezeigt, wie die Ewigkeitswerte unserer Midraschim und Agadoth der „Rede", die doch die Nöte und Fragen der Zeit behandeln und beantworten soll, nutzbar gemacht werden können. Besonders hervorzuheben sind in diesem Werke auch die Nachrufe auf verschiedene Persönlichkeiten der vorigen Generation,- die somit dem Vergessen entrissen werden. Diese Nachrufe sind weit mehr als gewöhnliche „Hespedim", sie sind lebendige Schilderungen und Programmrufe, Vorbilder und Richtlinien. Von außerordentlicher Bedeutung erscheint auch die neue Art der Behandlung philosophischer Probleme, wie etwa des der „Teschuwa", wo der Verfasser sich in tief philosophischer Gründlichkeit mit den jüdischer Ansicht konträren Theorien auseinandersetzt. Alles in allem ein Buch, das keinem fehlen darf, der es ernst nimmt mit der Auseinandersetzung um wahre jüdische Geisteshaltung. S. R.W. Dr. L. Lichtenstädter, Zionismus und andere Zukunftsmöglichkeiten. Herausforderung zu einer Diskussion. Verlag von Gustav Engel, Leipzig. 0. J. (1935). 61 Seiten. Preis RM. 1.—. Nach einer beinahe allgemein angenommenen, publizistisch auch vom Zionismus vertretenen, aber auch wissenschaftlich unterbauten These ist ein freier Bauernstand auf eigener, genügenden Nahrungsspielraum bietender Scholle die Grundlage der völkisch ausgerichteten Gesellschaft, ihr „Jungbrunnen". Der Verfasser weist diese Rolle dem besitz- und bedürfnislosen Landproletariat zu. Er unterscheidet privatrechtlichen und „ethnographischen" Besitz. Enthnographisch besitzt die Nation den Boden, die ihn wirklich bearbeitet. Der ethnographische Besitz hat nach der Ansicht des Verfassers die Tendenz, den privatrechtlichen zu verdrängen. „Das Volk, das das Land ethnographisch besitzt, ist in der Regel dessen Herr in der Zukunft." (S. 9.) Den Beweis für seine These sucht Lichtenstädter durch historische Beispiele und Analogien zu erbringen:'Die früheren russischen Ostseeprovinzen (die privatrechtlichen Besitzer waren Deutsche, die ethnographischen Slaven), ferner Kreta (Vertreibung der türkisch-muselmannischen Minderheit durch die christlich-griechische Mehrheit vom platten Land 1896/97). Die Beispiele bedürfen einer Vermehrung und Vertiefung. Der Verfasser wendet nun diese skeptische Perspektive auf Palästina an, wo das jüdische Volk von einem anderen, dem arabischen, „umzingelt" ist Er gibt den Rat, den Strom der Auswanderung in mehrere, möglichst viele Betten zu leiten. Darin wird man ihm gerne zustimmen, der Versuch wird ja gemacht. Anderen Vorschlägen des Verfassers wird man nicht so vorbehaltlos folgen können. In konsequenter Zuspitzung seiner Grundthese fordert er Schaffung eines jüdischen Landproletariates durch Ausnutzung „der Landflucht und des ländlichen Arbeitermangels in überseeischen Ländern". Denn das wichtigste und kostbarste Gut eines Volkes ist das Leben, und „die Existenz eines die oberen Klassen überwiegenden Landproletariates ist eine Lebensnotwendigkeit". Die sich dabei entgegentürmenden Schwierigkeiten unterschätzt der Verfasser; seine Vorschläge, sie zu überwinden, dürften der wirtschaftswissenschaftlichen Kritik nicht standzuhalten vermögen. Die Schrift ist gut geschrieben, enthält, wie auch sonst viele Schriften dieses Verfassers, allerlei satirische Köstlichkeiten, und, da sie Anfangs 1935 abgefaßt ist (das Vorwort ist vom Juli 1935), bietet sie manches, was heute „aktuell" wirkt. Verfasser bedauert, daß in Deutschland jüdische Dienstmädchen „fast nicht zu bekommen sind", und fragt bekümmert: „Welches Schicksal wird den schönen Siedelungen, den Orangepflanzungen, den auf den Bergen geschaffenen Forsten (in Palästina, beschieden sein?" Daß in der Schrift so vieles nur angedeutet ist, statt gründlich herausgearbeitet zu sein, erklärt

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