Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 15 (1.8.1936)
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 334 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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334 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Umfelder Csnh.ff. IJlünchcji im 9}otantal tflündjen, im ftcfcntal Die Altersgliederung ergibt ein sehr unerfreuliches Bild; es stehen im Alter von 0-5 J. 6-10 J. 11 —15 J. 16-201. 21-25J. 26-30 J.\ ' — 7+7 6+5 1+1 3+4 3+3 \ 30-35J. 36-40J. 41-45J. 46-50J. 51-55J: 56-60J.\ "3+1 4+TT- 4+8 10+10 9+9 17+7 j~47+ 61-62 J. 66-70 J. 71-75J. 76-80 J. 81-85 J. 86-90 J. , ,« 1+7 TT+4 2+5 "T+1 2+1 T+l ~ unbekannt: 1+ 2 89+87 Außer 2+4 Staatenlosen und 4+4 Polen besitzen alle die deutsche Staatsangehörigkeit. In der Zeit vom Stichtag (1. 4.) bis zum Berichtstag (10.7.) ist verstorben 1 Witwe (70 Jahre), sind verzogen innerhalb Deutschlands 1 Staatenloser (Alter unb.), ein Ehepaar (51 bis 60 Jahre), nach dem europäischen Ausland 1 Ehepaar mit 1 Kind (36—40 Jahre und 6—10 Jahre), nach Südafrika 1 m. (26—30 J.), nach den Vereinigten Staaten von A. 1 Familie mit 4 Pers. (3 m. + 1 w. 46—50 J., 36—40 J., 6—10 J.), 1 Mann (31—35 J.) und 1 Knabe (11—15 J.), nach Palästina 1 Kn. + 1 M. (11—15 J.), im ganzen 15 Pers., so daß nur noch 161 Pers. verbleiben. Leider ist noch in diesem Jahr mit weiteren Verlusten zu rechnen. M. Die Auswanderung aus Bayern Ein vor kurzem veröffentlichter Arbeitsbericht des Bayerischen Innenminis'teriums für das Haushaltjahr 1935 zeigt an Hand der Devisenbegutachtungen durch die Auswanderungsberatungsstelle von Bayern rechts des Rheins ein starkes Anwachsen der jüdischen Auswanderungsbewegung. Von den in den Jahren 1931 und 1932 ausgestellten 126 Gutachten entfielen nur 22 auf Juden; 1933 waren es bereits 650 mit einem Kapital von rund 9,1 Millionen Reichsmark. Das Jahr 1934 zeigt etwa die gleiche Anzahl von Anträgen mit Beträgen von 9,7 Millionen RM. 1935 wurden rund 600 Anträge mit 11,9 Milioüen RM. begutachtet. Der Anteil der Juden und Nichtarier an den erteilten Devisengutachten beträgt fast 90%, Auswanderungs- Ziele sind in erster Linie für die jüdischen Auswanderer Palästina, sodann die Vereinigten Staaten, Frankreich, England, M. NII.BKRTIIAl & CO. KAUFIN&ERSTBASSE 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren Kultusgeräte Italien, Südafrika und Südamerika. Bei Begutachtung der Anträge wurde besonderer Wert darauf gelegt, daß neue deutsche Sachwerte von den Auswandernden beschafft und mitgenommen wurden; hieraus ergab sich eine sehr erhebliche Arbeitsbeschaffung. Die meisten jüdischen Auswanderer kamen besonders im Jahre 1933 aus Nürnberg und den fränkischen Gebieten. Inzwischen ist die jüdische Auswanderung auy München und Oberbayern in den Vordergrund getreten. Die Zahl der widerrufenen Einbürgerungen in Bayern Während der Geltungsdauer des nunmehr außer Kraft getretenen Geestzes über den Widerruf von Einbürgerungen vom 14. Juli 1933 sind in Bayern rund 300 Einbürgerungen von Ostjuden und asozialen Personen widerrufen worden. Aus dem Reiche Die Auswanderung der Juden aus Deutschland nach dem letzten Stand. Der Wanderungsausschuß der Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat eine Untersuchung der bisher verfügbaren Materialien über die Statistik der Auswanderung von Juden in Deutschland gemeinsam mit dem Hilfsverein der Juden in Deutschland und dem Palästina-Amt durchgeführt. Diese Untersuchung soll dem Zweck dienen, für die Erörterung der Wanderungsfragen und der Wanderungsplanung eine einheitliche '-zahlenmäßige Grundlage festzustellen und damit etwaige Unklarheiten oder Differenzen in bisher erfolgten privaten Publikationen zu beseitigen. Das Ergebnis dieser Untersuchung stellt eine bei dem Fehlen völlig ausreichender exakter Unterlagen unter Berücksichtigung aller für die Wanderungsbewegung maßgebenden Faktoren vorgenommene Schätzung dar. Zugrunde gelegt wurden hierbei für die Palästina-Wanderung die statistischen Veröffentlichungen der Jewish Agency, für die Wanderung nach den übrigen Ländern die Zahl derjenigen Auswanderer, deren Wanderung mit Mitteln jüdischer Organisationen durchgeführt wurde. Dabei mußten die Zahlen derjenigen Auswanderer, die ohne Unterstützung der jüdischen Organisationen und daher auch ohne Registrierung ausgewandert sind, durch Schätzung ermittelt werden. Das Verhältnis der freien zur unterstützten Auswanderung wies in den letzten Jahren starke Schwankungen auf. Es kann angenommen werden, daß die freie Auswanderung mindestens .ebenso groß wie die unterstützte Auswanderung gewesen ist, ja zeitweilig sogar das doppelte der unterstützten Auswanderung erreicht hat. Im einzelnen ergibt sich für die Zeit vom 1. Februar 1933 bis 1. April 1936 nach der Richtung der Auswanderung in die verschiedenen Länder folgendes Gesamtbild: Europa-Wanderung die 1933 nach Westeuropa Ausgewanderten sind auf 36 000 zuschätzen, davon sind zurückgewandert nach östlichen Ländern 3 000 weitergewandert nach Palästina 3 000 weitergewandert nach Übersee 8 000 14 000 so daß insgesamt in westeuropäischen Ländern verblieben sind 22 000 Diese 22 000 in Europa verbliebenen Auswanderer verteilen sich auf: Westeuropa (Belgien, England, Frankreich Holland) 15 600 Mittel- und Südosteuropa (Schweiz, ■ Österreich, Italien, Tschechoslowakei, Jugoslawien) 3 000 Nordische Länder 1 000 Südwesteuropa (Spanien, Portugal) 2 000 Sonstige europäische Länder 400 22 000 Rückwanderung von Juden ausländischer Staatsangehörigkeit in ihre Heimatländer, besonders nach Osteuropa (Polen, Randstaaten, Balkan) 18 000 Palästina-Wanderung 31 000