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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-08-01 · 15 (1.8.1936) · p. Seite 333

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
15 (1.8.1936)
Date
1936-08-01
Page
Seite 333 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 5 Bayerische lsraelU,isc^ 333 Nächste Abfahrten nach Palästina Die hiesige Vertretung der PALESTINE EXPESS CO., Berlin, im Reisebüro Garl Bierschenk Nachf., Karlsplatz 3; gibt folgende Abfahrten nach Palästina für die nächsten 4 Wochen bekannt: ab Genua ab Triest Dampfer MARCO POLO 1.8. — GERUSALEMME 5.8. — ESPERIA — 8.8. ADRIA 12.8. — TEL AVIV 14.8. — MARCO POLO 15.8. — GERUSALEMME 19.8. — ESPERIA — 22.8. GALILEA 26.8. — TEL AVIV 28.8. — MARCO POLO 29.8. — Boris Eisenstaedt über Wanderungen der Juden In einem vom Ortsring der Jüdischen Jugendverbände Münchens einberufenen Vortragsabend, auf dem Boris Eisenstaedt (Berlin), von der Leitung der Habonim und des Hechaluz, zum Thema „Jüdische Kultur" das Wort nahm, wurden auch einige aktuelle Probleme von allgemeinem Interesse erörtert. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Frage der jüdischen Wanderung. Eisenstaedt erläuterte die entscheidende Veränderung der Lage der Judenheiten gegenüber früheren Epochen, etwa gegen 1881 oder gegen die ersten Nachkriegsjahre. Er warnte vor den Experimenten, in dieser Stunde neue Judengemeinschaften in der Zerstreuung zu schaffen, da solche „Lösungen" außer anderen Gefahren vom jüdischen Standpunkt unerwünscht seien. Der einzige auf die Zukunft berechnete Lösungsversuch bleibe Erez Israel. Auf ihn müssen auch in Zukunft alle Kräfte konzentriert bleiben. Zwischenexperimente, wie z. B. die Wanderung in andere Länder, um später möglicherweise nach Palästina zu gehen, stellen eine Verschwendung von Kraft, Mitteln und Menschen dar, und seien deshalb abzulehnen. Aus bayerischen Gemeinden 53. Mitgliederversammlung des Jüd. Lehrervereins für Bayern E. V. in Würzburg In der Mitgliederversammlung des jüdischen Lehrerverein.s für Bayern, die am 19. Juli in der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg stattfand, konnte der Vorsitzende, Oberlehrer Rosenfeld (München), die zahlreich erschienenen Kollegen und Kolleginnen begrüßen. Sein besonderer Gruß galt den Herren Justizrat Dr. Rosenthal (Würzburg) und Rechtsrat Dr. Weiler (München) als den Vertretern des Verbandes, ferner den Junglehrern, weiter Herrn Bezirksrabbiner Dr. Hanover (Würzburg) und den Herren Sachs und Rindskopf als Vertretern der gastgebenden Gemeinde. Der Jahresbericht des Vorsitzenden beleuchtete in Klarheit die Lage der Lehrenden und Lernenden, schilderte die Bemühungen des Vereins für seine Mitglieder und die Schulen. Die Ausführungen Dr. Weilers und einer Reihe von Vereinsmitgliedern gaben ein Bild von der wirtschaftlichen Not der Juden in Deutschland und von dem jüdischen Geschick auf deutschem Boden im allgemeinen. Die Resolutionen der Verwaltung des Vereins drückten das Bemühen aus, unsere Jugend nur gut ausgebildeten Lehrkräften anzuvertrauen und gaben damit Gelegenheit, die Frage der Lehrerfortbildung noch einmal zu erörtern. Der Vereinskassier. Oberlehrer Hellmann-Würzburg, appellierte zum Schluß an die Mitglieder, dem Verein durch pünktliche Beitragsentrichtung die Durchführung der guten Vorsätze zu erleichtern. Zionistische Ortsgruppe Bamberg .Am 15.- Juni sprach Frl. Käte H e i 1 b r u n n, Bamberg, über „Theodor Herzl — Sein Weg — Unser Ziel", am 30. Juni Herr Dr. Hans Capell über „Palästina im Aufruhr — Gefahren und Folgerungen". — Am 16. Juli konnte die Z.O.G. ein zahlreiches Publikum — Mitglieder und Gäste — begrüßen. Der Leiter des Hechaluz in Deutschland, Herr Dr. Georg Josephthal-Berlin, war gekommen, um das Thema: „Die Ereignisse in Palä- JÜDISCHER KULTURBUND IN BAYERN Ausstellung Münchener jüdischer Künstler Die bereits in Berlin und Nürnberg gezeigten Werke Münchener jüdischer Künstler sind von Sonntag, den 26. Juli, bis Sonntag, den 9. Aug. in der Zeit von 9—13 und 15—18 Uhr im Bibliotheksaal des Gemeindehauses, München, Herzog-Max-Sfrafee 7/1, ausgestellt. Eintritt unentgeltlich; Zutritt nur gegen Vorweis der Kulturbund-Mitgliedskarte. stina, — Was wird aus der jüdischen Jugend?" zu behandeln. Wie Josephthal in gründlichster Kenntnis der Dinge die gegenwärtige politische Lage in Palästina ohne jede Schönfärberei zeichnete und wie er trotz allem der jüdischen Jugend den Weg nach Palästina wies, das machte auf die Zuhörer tiefen Eindruck und fand stärksten wohlverdienten Beifall. Statistisches aus der Gemeinde Coburg Die Volkszählung im Jahre 1925 ergab eine jüdische Bevölkerung von 316 Personen, die im Jahre 1933 durchgeführte nur 220 jüdische Seelen, sie wies also einen sehr erheblichen Rückgang auf. Bei beiden Zählungen waren (1925 mehr als 1933) Schüler eines Pensionats mitgezählt worden. Die nachfolgende Aufstellung läßt die von auswärts stammenden Schüler des Pensionats unberücksichtigt und erfaßt nur die Familien und Einzelpersonen einschließlich der Lehrkräfte des Schülerinternats. Mitgezählt ist noch ein Ehepaar aus dem Städtchen Rodach, dem einzigen Ort des früheren Staates Coburg, in dem außer in der Stadt Coburg je Juden gewohnt haben. Stichtag für die Zählung der Seelenzahl der im Jahre 1873 gegründeten Gemeinde ist der 1. April 1936. Es lebten in 67 Haushaltungen 176 Juden, 89 männlichen und 87 weiblichen Geschlechts. Hiervon waren 50 Ehepaare, 20 (8 m. u. 12 w.) verwitwet, 1 geschieden, 1 getrennt lebend; von den über 20 Jahre alten sind 29 ledig, 27 Personen unter 20 Jahre alt. Aus den Ehen aller gezählten Personen sind 120 Kinder hervorgegangen einschließlich der totgeborenen und verstorbenen. Von den erfaßten 176 Personen sind in Coburg geboren 24 männliche und 23 weibliche Personen. Levinger Zigarron haben ihre Stammkunden! S. LEVINGER, Bayerstr. 21 ' im Hotel Rheinischer Hol Gegr. 1886 Fernsprecher 54897

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